Reaktionen zu Stefan Neumanns Kandidatur als OB in Backnang

Künzelsau  Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumanns am 14. März bei der Oberbürgermeisterwahl in Backnang antritt. So reagieren Kollegen und Bürger zu seiner Kandidatur.

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Stefan Neumann möchte seinen Schreibtisch im Künzelsauer Rathaus gegen den in Backnang tauschen. Gewählt wird dort am 14. März.

Foto: Archiv/Ludwig

Dass der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann als Kandidat bei der OB-Wahl in Backnang antreten wird, hat bei vielen Menschen für Erstaunen gesorgt, stößt aber auch auf Verständnis (wir berichteten). "Die Zusammenarbeit war immer sehr gut", sagt Matthias Uebele, Vorsitzender der Künzelsauer Werbegemeinschaft.

Viele Einzelhändler seien von Neumanns Kandidatur überrascht. Man würde es bedauern, "ihn als Bürgermeister zu verlieren", gehe aber auch davon aus, dass Neumann das Risiko und seine Chancen in Backnang "gut abgewogen" habe.

Einzelhandel: Gute Zusammenarbeit

Gemeinsam hätten Werbegemeinschaft und Stadtverwaltung in Künzelsau viele neue Dinge entwickelt, "das hat viel Spaß gemacht", sagt Uebele. Neumann habe zudem immer "ein sehr gutes Verständnis" für die Situation der Einzelhändler gezeigt. "Ich persönlich wünsche ihm alles Gute", sagt Uebele.

"Damit gerechnet habe ich nicht, aber überrascht bin ich auch nicht", sagt der Kupferzeller Bürgermeister Christoph Spieles. Neumann sei "ein junger, agiler Bürgermeister", seit zehn Jahren in Künzelsau, da sei es "nicht ungewöhnlich", dass er sich zum nächsten Karriereschritt bereit fühle. Der gemeinsame Gewerbepark Hohenlohe sei "eine Erfolgsgeschichte", so Spieles, trotz Corona habe man auch im vergangenen Jahr einiges bewegen können. An der Zusammenarbeit der Kommunen im Gewerbepark und bei anderen Themen werde sich nichts ändern, zumal man ja zunächst einmal auch das Ergebnis der Wahl abwarten müsse. Für die wünscht Spieles "viel Glück" und "alles Gute".

"Der Lauf der Dinge"

"Grundsätzlich nicht überrascht", zeigt sich auch Michael Foss. Der Forchtenberger Bürgermeister sagt: "Es ist oft so, dass Bürgermeister in der zweiten Amtsperiode eine neue Herausforderung suchen und in einer größeren Stadt kandidieren." Das sei "der natürliche Lauf der Dinge".

Und auch wenn die Wahl in Backnang schon am 14. März parallel zur Landtagswahl stattfindet, will sich Foss "noch keine weiteren Gedanken machen", was Neumanns möglicher Abgang für die künftige Zusammenarbeit mit Künzelsau bedeutet. Zwar gebe es gemeinsame Projekte, wie die Großkläranlage oder auch den Gutachterausschuss, trotzdem versuche man immer, "mit allen Kollegen gut zusammenzuarbeiten", so Foss. Sein Fazit: "Wir nehmen es, wie es kommt."


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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