Leere statt Lehre am Campus in Künzelsau

Künzelsau  Die Corona-Pandemie hat das studentische Leben zum Stillstand gebracht. Vorlesungen an der Reinhold-Würth-Hochschule finden ausschließlich online statt. Der Semesterstart konnte noch in Teilpräsenz durchgeführt werden.

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Wo sonst das Campusleben pulsiert, herrscht Tristesse: An der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau wird derzeit aufgrund der Corona-Pandemie nur online studiert.

Foto: Anne-Sophie Hornung

Das Wintersemester an der Reinhold-Würth-Hochschule (RWH) in Künzelsau hat begonnen. Doch wo sonst Studierende von Vorlesung zu Vorlesung hasten, sind es lediglich vom Wind verwehte, bunt gefärbte Blätter, die für etwas Bewegung auf dem Campus sorgen. Die Corona-Pandemie hat das studentische Leben zum Stillstand gebracht. Doch gelehrt und gelernt wird an der RWH natürlich nach wie vor - nur eben nicht vor Ort.

Campus befindet sich im Notbetrieb

"Die Vorlesungen finden derzeit alle online statt. Lediglich Labore mit von der Hochschulleitung genehmigtem Hygienekonzept und gegebenenfalls gesplitteter Teilnehmerzahl können in Ausnahmefällen am Campus stattfinden", erklärt Annette Retzbach, Sprecherin der Hochschule Heilbronn auf Nachfrage der Hohenloher Zeitung. Der Campus Künzelsau befinde sich im Notbetrieb und es seien nur zwingend erforderliche Mitarbeiter vor Ort.

Zentrale Online-Infoveranstaltung

Was bedeutet das nun für die Studierenden und vor allem für Erstsemester und andere Hochschulneulinge, die besonders viel Unterstützung benötigen? "Der Semesterstart konnte noch in Teilpräsenz durchgeführt werden", erläutert Retzbach. So habe man auch viele Fragen der Studierenden direkt klären können. Außerdem gab es für die Erstsemester am 10. Oktober eine Einführungsveranstaltung mit Infos zum Studienstart und der Möglichkeit, die Kommilitonen kennenzulernen und sich zu vernetzen. Zusätzlich habe eine zentrale Online-Infoveranstaltung der Hochschule Heilbronn für alle Standorte am 12. Oktober stattgefunden, um den Studienanfängern wichtige Informationen mitzugeben und Austausch untereinander zu ermöglichen. Der Campus Künzelsau habe gegenüber dem Standort Heilbronn sogar einen leichten Vorteil gehabt, denn aufgrund der Lage und der Räumlichkeiten habe man mehr Veranstaltungen vor Ort anbieten können.

"Es gab auch im letzten Semester deutlich mehr Unsicherheiten, da ein abrupter Übergang in den Online-Betrieb stattfinden musste und man, unter anderem technisch, sehr schnell umstellen musste", sagt Annette Retzbach. Jetzt sei man auf die Situation besser vorbereitet gewesen - auch von Seiten der Professoren und Lehrbeauftragten.

Viele Studierende bevorzugen Präsenzbetrieb

In Gesprächen mit den Studierenden sei auch deutlich geworden, dass viele "den Präsenzbetrieb bevorzugen, da eine direkte Interaktion und Wissensaufnahme leichter möglich ist". Wann dieser wieder stattfinden kann, das kann auch an der RWH niemand vorhersagen. "Es wird, anhand der allgemeinen Corona-Lage, wöchentlich von der Hochschulleitung entschieden, in welchem Format der Vorlesungsbetrieb laufen kann", sagt die Hochschulsprecherin. Grundsätzlich sei das Bestreben, Konstanz und Planungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. "Und auch wenn es das vordergründige Ziel ist, Präsenzvorlesungen anzubieten, wird man dies nur umsetzen, wenn es die allgemeine Lage zumindest mittelfristig zulässt."

RWH in Zahlen

Die Reinhold-Würth-Hochschule (RWH) beheimatet die Fakultät Technik und Wirtschaft der Hochschule Heilbronn. Rund 1500 Studierende sind in insgesamt zehn Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Der Campus Künzelsau wurde 1988 gegründet. 2019 wurde er durch ein neues Lehrgebäude sowie ein neues Forschungsinstitut erweitert.


Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick.

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