Künzelsauer Bürgerbudget geht nun doch in eine weitere Runde

Künzelsau  Die Albert-Berner-Stiftung ermöglicht, dass ehrenamtliche Projekte trotz Haushaltsperre der Stadt gefördert werden. Bürger stimmen im Herbst über Ideen ab.

Von Renate Väisänen
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50?000 Euro für die Projekte der Bürger: Ursula Berner und Stefan Neumann bei der symbolischen Scheckübergabe im Rathaus.

Foto: Renate Väisänen

50 000 Euro für Projekte, die aus der Bürgerschaft kommen, den Zusammenhalt fördern und das Ehrenamt. Nachdem die Stadt wegen der Corona-Pandemie eine Haushaltssperre verhängt hatte, hätte es das Bürgerbudget 2020 fast nicht geben. Fast.

Umso besser war nun Stimmung vergangene Woche im großen Sitzungssaal des Künzelsauer Rathauses bei einem Pressetermin mit Vertretern von Stadt und Albert-Berner-Stiftung. Hier verkündete die Stiftungsratsvorsitzende Ursula Berner die freudige Nachricht des Tages: Das Bürgerbudget kann mit Hilfe der Stiftung in die zweite Runde gehen.

Corona hat auch positive Folgen

Darüber freut sich ganz besonders Bürgermeister Stefan Neumann. "Wie wir heute sehen, kann die Corona-Pandemie auch positive Folgen haben", meint dieser bei der Begrüßung seiner Gäste.

Aber auch mit den weniger schönen Auswirkungen der Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie hat die Stadt Künzelsau zu kämpfen. Wie mit dem Wegfall von wichtigen Gewerbesteuereinnahmen. Auch damit hält das Stadtoberhaupt in seiner Rede nicht hinter dem Berg. Was letztendlich der Grund dafür war, dass in der Gemeinderatsitzung im April entschieden wurde: Das Bürgerbudget findet nicht statt.

Fast ins Schwärmen gerät Neumann über den bisherigen Erfolg des Förderprogramms. Als Beispiel führt er den Klebweg an, den eine Privatinitiative mit nur 5000 Euro und jeder Menge Engagement wieder zugänglich machte. "Es wäre wirklich schade, wenn solche tollen Projekte, die ansonsten viel mehr Geld kosten würden, nicht mehr gefördert werden könnten", findet er.

Den Künzelsauern etwas zurückgeben

"Wenn man etwas verschenkt, bekommt man ebenso viel zurück", das hat Ursula Berner in ihrer Funktion als Vorsitzende der Stiftung ihres Mannes Albert Berner oft erfahren. Ein Prinzip, das überhaupt der Grund für den Künzelsauer Unternehmer gewesen sei, die Albert-Berner-Stiftung zu gründen.

Der Wunsch ihres Ehemannes sei es immer gewesen, den Künzelsauern zurückzugeben, was er von den Künzelsauern erhalten habe. Und das sei durchweg positiv gewesen. Soziales, Bildung, Kultur und Sport im Hohenlohekreis zu fördern, ist das Anliegen der gemeinnützigen Stiftung, berichtet Berner.

Und sie stellt einige Projekte näher vor: Wie die Förderung von Kulturveranstaltungen für Kinder, die Unterstützung des Tafelladens oder die Förderung des Musikunterrichts durch den Erwerb neuer Instrumente. Oder aber die Unterstützung des Frauenhauses im Kreis, ein Herzensprojekt der Stiftungsvorsitzenden. Ihrem Mann liege als Sportbegeisterter auch die Förderung des Kochertaler Turnstützpunkts (KTV) am Herzen, so umreißt sie die Arbeit der Stiftung.

Unterstützung trotz Haushaltssperre

Kein Wunder also, dass die Stiftung im Jahr ihres 25. Geburtstags das Bürgerbudget zu einem Leuchtturmprojekt auserkoren hat, damit Ehrenamtliche auch weiterhin bei ihren Vorhaben unterstützt werden können - trotz Corona und trotz Haushaltssperre. "Heute kann ich mich nur beglückwünschen, dass ich Bürgermeister dieser Stadt bin", freut sich Stefan Neumann, bevor es zur symbolischen Scheckübergabe geht.

Auswahl und Abstimmung

Bis zum 26. August können Projektideen für eine Förderung aus dem Bürgerbudget bei der Künzelsauer Stadtverwaltung eingereicht werden. Welche Projekte dieses Mal Zuschüsse erhalen sollen, darüber dürfen nach einer Vorauswahl im Gemeinderat die Künzelsauer Bürger abstimmen - online oder auf schriftlichem Wege.

Anfang September wird über die Zulassung der Projekte entschieden. Danach findet die Abstimmung statt. Voraussichtlich Ende September steht die endgültige Entscheidung fest, welche Projekte gefördert werden.


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