So lief die Eröffnung des neuen Kocherfreibads in Künzelsau

Künzelsau  Das Künzelsauer Naturfreibad startete am Freitag in die Saison. Trotz idealem Badewetter bleibt ein Besucheransturm aber aus. Das hatte auch Gutes: Die Corona-Regeln konnten problemlos eingehalten werden.

Von Renate Väisänen
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Beim Eröffnungstag im Kocherfreibad strahlt die Sonne vom Himmel. Einen Besucheransturm erlebt das Bad trotz hoher Temperaturen aber nicht.

Fotos: Renate Väisänen

Unerbittlich strahlt die Sonne am Nachmittag vom Himmel herab und sorgt für Temperaturen nahe der 30-Grad-Grenze. Da ist doch für viele ein Sprung ins kühle Nass willkommen, möchte man meinen. Vielleicht sogar in das frisch sanierte Kocherfreibad, das am heutigen Freitag in die Saison startet?

Aber Fehlanzeige. Keine langen Schlangen formieren sich vor dem Gebäude mit der Hausanschrift "Badeplatz eins", wo zwei Kassiererinnen dafür sorgen, dass die wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Besucherlisten von den Gästen ordnungsgemäß ausgefüllt werden.

Gerade mal 165 Badegäste hat die städtische Mitarbeiterin Gabriele Terkowski zusammen mit Kollegin Hilde Mangioris gezählt. Da ist noch Luft nach oben. Platz für 470 Besucher bietet die Anlage des Kocherfreibads laut Hygienekonzept der Stadt auch in Zeiten von Corona.

Besuchern gefällt die neue Gestalt des Bades

Besucherin Rita Wolpert hat es sich dagegen nicht nehmen lassen, das Künzelsauer Novum zu testen. Zusammen mit ihrer einjährigen Enkelin Leonie ist sie gerade auf dem Weg zum Biergarten, um Essen zu holen. Geplant war der Freibad-Besuch heute nicht. Aber gelohnt hat er sich allemal. "Ein tolles Freibad und sehr schön gestaltet", lautet das Urteil des Badegastes.

Für die Sicherheit der großen und kleinen Besucher in den beiden Schwimmbecken sorgt Matthias Bezold. Mit geübtem Auge beobachtet der Bademeister das Badegeschehen. Und findet nichts, was er mit einem kurzen Schrei monieren könnte. "Ich bin von der Disziplin der Besucher positiv überrascht", meint der städtische Mitarbeiter.

Abstände auf den Liegewiesen und Badestränden würden wie selbstverständlich eingehalten. Und Maskenpflicht herrsche nur im Eingangsbereich des Bades: "Die Besucher hier sind entweder auf dem Weg ins Wasser, oder wieder zurück zu ihrem Liegeplatz, da müssen sie keinen Mund-Nasen-Schutz tragen", erklärt Bezold.

Neue Technik noch ungewohnt

Kocherfreibad eröffnet

Bademeister Matthias Bezold hat einen wachen Blick auf das Badegeschehen.

Nicht nur für die Aufsicht und die Lebensrettung ist Bezold zuständig, er muss auch kontrollieren, dass sich nie mehr als 190 Badegäste im Becken des Naturfreibades aufhalten.

Zusätzlich muss er mit der Wasseraufbereitungstechnik der neuen Künzelsauer Errungenschaft auf Du und Du stehen. "Die neue Technik muss sich an uns gewöhnen und wir uns an die neue Technik", scherzt Bezolds Kollege Armin Thudium, seines Zeichens technischer Kocherfreibad-Leiter.

Die Pumpentätigkeit der beiden Wasseraufbereitungsanlagen gelte es zu überwachen, wie auch den Wasserstand ständig zu kontrollieren. "Seit zwei Monaten ist die Anlage schon in Betrieb. Da das Badewasser direkt aus dem Kocher stammt, werden engmaschig Wasserproben entnommen", weiß der Meister für Bäderbetriebe. "Vom Baden hinter der Abtrennung, im eigentlichen Kocher, raten wir deswegen ab."

Quellsteine sind Pumpe und Wasserspaß zugleich

Kocherfreibad eröffnet

Mutter Jasmin Dietz, Ehemann Daniel und die Kinder (v. l.) Mattis, Max und Milli sind begeistert vom neuen Kocherfreibad.

Lässt man seinen Blick über das idyllische Badeparadies schweifen, erblickt man soweit das Auge reicht Badegäste, die im naturnahen Schwimmbecken jede Menge Spaß haben. Wie die beiden elfjährigen Samuel und Jonas, die sich gerade an einem der Quellsteine gegenseitig nass spritzen.

Und was hat es mit dem rund 70 Zentimeter hohen Stein auf sich? Darunter sitze eine Pumpe, die dem Schwimmbecken durch UV-Licht gefiltertes Wasser zuführe, erklärt Thudium.

"Einfach nur cool", findet Mattis die Quellsteine und ebenso das gesamte Kocherfreibad. Zusammen mit seinen Eltern und seinen drei jüngeren Geschwistern ist der Siebenjährige heute hier. Und wie kommt die Badelandschaft bei Mutter Jasmin Dietz an?

"Wirklich schön und ideal für Familien. Für alle meine Kinder ist hier etwas dabei. Man hat die Kinder gut im Blick, wenn sie baden, auf dem Spielplatz spielen oder Sandburgen bauen", lobt sie. "Wir werden auf jeden Fall nicht zum letzten Mal da sein", da ist sich die Künzelsauerin sicher.

 

 

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