Jodeln lernen und mehr mit der Volkshochschule

Künzelsau  Neues Programmheft der VHS Künzelsau für das Herbst-Winter-Semester wurde vorgestellt. Die VHS konzentriert sich auf kleinere Gruppen.

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Freude über das neue Programm der VHS Künzelsau und die bunte Angebotsvielfalt: (v. l.) die stellvertretende Leiterin Susanne Weiß, Beate Duis (Fachbereich Gesundheit) und Leiterin Sonja Naegelin.

Foto: Armin Rößler

Das ist Vielfalt: "Jodelzeit mit Vroni in Hohenlohe" heißt es am 20. November bei der Volkshochschule in Künzelsau (VHS). Im Gesundheitsbereich steht ab 5. Oktober erstmals das sogenannte "Lach-Yoga" auf dem Programm. Und am 10. Oktober kann man Sauerkraut und Spätzle selbst herstellen. Das sind nur drei Beispiele aus dem aktuellen Programmheft der VHS Künzelsau, das wieder jede Menge Kurse und Seminare für die Teilnehmer bereithält, natürlich auch aus Bereichen wie Sprachen, Arbeit und Beruf oder Junge VHS. "Wir haben tolle Angebote, das wollen wir auch zeigen", sagt VHS-Leiterin Sonja Naegelin über das 80 Seiten starke Heft mit dem Slogan "Wir sind mit Sicherheit für Sie da".

Keine Feier zum Jubiläum

Ohne Corona hätte es dieses Jahr einige Gründe zum Feiern gegeben: So ist die VHS Künzelsau seit 70 Jahren Mitglied im Verband der Volkshochschulen Baden-Württembergs, vor 20 Jahren wurde sie vom Verein zum Verband. Nun wurden die Jubiläumsaktivitäten aber abgeblasen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind noch an vielen Stellen spürbar: Von März bis Juni musste das Angebot bis auf wenige Ausnahmen unterbrochen werden, 80 Prozent sind ganz ausgefallen, nur einige Kurse konnten wieder anlaufen. Trotzdem verzichtete die VHS auf Kurzarbeit, die Mitarbeiter haben stattdessen Überstunden und Urlaub abgebaut. Dass die Personalkosten auch bei fehlenden Einnahmen in voller Höhe anfielen, konnte man dank eines kleines Polsters aus den vergangenen Jahren auffangen, das eigentlich für Investitionen geschaffen worden war.

In Räumen, in denen die vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden können, werden seit Juni wieder Kurse angeboten. Notgedrungen arbeitet man jetzt mit kleineren Gruppen. "Sieben Leute in einem EDV-Kurs sind völlig unproblematisch", sagt die stellvertretende VHS-Leiterin Susanne Weiß. Viele Angebote sind mit dem Hinweis verknüpft, dass eventuell situationsbedingt kurzfristig reagiert werden muss. Bei vielen Schwimmbädern stand beim Erstellen des Hefts noch nicht fest, ob sie wieder geöffnet haben, Unsicherheit gibt es bei Sporthallen, die zuletzt oft für Gemeinderatssitzungen genutzt wurden.

Hoher Aufwand

"In den Außenstellen haben wir für jeden Raum ein Hygienekonzept erstellt", gibt Beate Duis (Fachbereich Gesundheit) einen Einblick in den hohen Aufwand, den die Pandemie für die VHS mit sich bringt. Kurse wie Zumba wurden ins Freie verlegt. Dass zu beliebten Veranstaltungen wie der "Kunst am Vormittag" nur noch 16 statt den üblichen 40 oder 50 Besuchern zugelassen werden konnten, habe "manche schon bitter enttäuscht", wie Sonja Naegelin sagt. Sie selbst findet, man müsse froh sein, dass das Angebot überhaupt wieder möglich ist: "Da muss man demütig und bescheiden sein." Das höre man aber auch von vielen Teilnehmern: "Sie sind dankbar, dass überhaupt etwas möglich ist."

Ein Projekt für arbeitslose Frauen, mit dem Ziel, sie wieder einer Beschäftigung nahezubringen, konnte wegen Corona leider nicht zu Ende gebracht werden. Hier wird im neuen Semester ein neuer Anlauf genommen: "Fit ins Arbeitsleben" startet mit dem Schwerpunkt Digitalisierung am 1. Februar. Zu den neuen Angeboten zählen Veranstaltungen wie "Literatur am Vormittag" mit Texten von Dürrenmatt und Shakespeare (16. Februar), "Unser ökologischer Fußabdruck" (3. Dezember) oder die Gesprächsrunde "Die Corona-Pandemie im Hohenlohekreis" (15. Dezember). Der Gesundheitsbereich ist stark vertreten, es gibt viele Sprachkurse und auf die Digitalisierung wird ein Schwerpunkt gelegt.

VHS online

Ganz neu sind unter dem Titel "VHS online" zahlreiche Angebote über die Plattform vhs.cloud. "Wahrscheinlich gibt es da noch eine Hemmschwelle", befürchtet Susanne Weiß, sieht aber "tolle Angebote". So sehr die VHS auch online neue Wege geht, wissen die Verantwortlichen aber auch: "Bei den Leuten besteht eher die Sehnsucht, andere Menschen zu treffen", so Weiß.

 

Heft liegt bei
Das Programmheft für das Herbst-Winter-Semester 2020/2021 der VHS Künzelsau liegt am Samstag, 5. September, der Hohenloher Zeitung bei und wird dann auch im Internet unter www.vhs-kuen.de veröffentlicht. Ab Montag, 7. September, sind Anmeldungen für die neuen Kurse möglich: E-Mail info@vhskuen.de, Telefon 07940 921910.


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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