In Künzelsau entstehen 30 Reihenhäuser

Künzelsau  Baustellenbesuch auf den Künzelsauer Taläckern: Im Viertel-Stunden-Takt schweben Wände durch die Luft. Die Fertigstellung der Wohnanlage ist für Ende 2021 geplant.

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Reihenhausbau hautnah: Durch die Nebelschwaden an diesem Morgen schweben im 15-Minuten-Takt die trapezförmigen Wände eines Dachgeschosses.

Fotos: Tamara Ludwig

Behutsam dreht sich der Kran. An seinem Arm hängt eine trapezförmige graue Wand. Zentimeter für Zentimeter schwebt die Wand durch die nebelverhangene Luft, nähert sich dem Rohbau, dessen oberes Stockwerk noch das Dach vermissen lässt.

An ihrem Bestimmungsort erwarten Bauarbeiter ihre Ankunft, nehmen sie in Empfang. Präzise lenken die Männer - ihre gelben Schutzhelme ein willkommener Farbklecks im überbordenden Grau - die Wand an ihren Platz. Sobald sie richtig sitzt, entzweien die Arbeiter Kran und Wand und das Spiel kann von vorne beginnen.

Gesamtfläche von 0,7 Hektar

Alle zehn bis 15 Minuten ungefähr gleitet an diesem Morgen eine solche Wand durch die Luft. "Wir schaffen so zweieinhalb Häuser pro Tag", erklärt Sebastian Benz. Er leitet die Baustelle des Kölner Unternehmens Deutsche Reihenhaus auf den Künzelsauer Taläckern. Seit Mitte Juni wird auf der Baustelle im Lipfersberger Weg gearbeitet. Eine Wohnanlage mit insgesamt 30 Reihenhäusern und 60 Pkw-Stellplätzen (offen und Garage) entsteht hier auf einer Gesamtfläche von rund 7200 Quadratmetern.

"Ich bin freudig erstaunt, wie schnell das Projekt umgesetzt werden kann", sagt Bürgermeister Stefan Neumann. "Es ist ein weiterer Gewinn für Künzelsau", findet er und betont, den Wert des Projekts zur Schaffung von bezahlbarem Eigentum. Doch auch wenn die Häuser schnell Form annehmen, seien mit den Rohbauten erst rund 20 Prozent der Gesamtbaumaßnahme geschafft, betont Bauleiter Benz. Etwas Geduld müssen Interessenten also noch haben.

Fertigstellung im kommenden Jahr

In Künzelsau entstehen 30 Reihenhäuser

Jetzt ist Präzision gefragt: Vorsichtig wird die Wand von den Arbeitern in Empfang genommen.

"Jetzt sieht man, dass sich etwas tut, beim Innenausbau ist das anders", erklärt der Fachmann. Hier sei man für manche Ausbau-Gewerke auch noch auf der Suche nach Handwerkern. "Am liebsten aus der Region", betont er. Für die Fertigstellung sei Ende kommendes Jahr realistisch, ist Sebastian Benz optimistisch.

Danach können sich die neuen Bewohner womöglich gleich auf eine neue Ortsmitte freuen. Die Umsetzung der "grünen Ortsmitte mit einem Mehrgenerationenspielplatz und Raum zur Begegnung", wie es in einem Pressestatement der Stadt heißt, soll 2021 beginnen.

Immerhin zwölf der 30 Häuser sind bereits verkauft. "Damit sind wir zufrieden", sagt Achim Behn, Pressesprecher des Unternehmens. Erfahrungsgemäß seien die Leute in dieser frühen Bauphase noch skeptisch. Dass sich die Investition von 9,7 Millionen Euro lohnt, davon ist Behn überzeugt. Schließlich habe man bisher gute Erfahrungen mit Projekten in Baden-Württemberg gemacht.

Das Projekt auf den Taläckern entspreche dem, was derzeit am häufigsten gebaut werde. Den Unternehmensschnitt von 33 Reihenhäusern unterschreite man hier nur minimal.

Wohngebiet Taläcker

In Künzelsau entstehen 30 Reihenhäuser

Sitzt die Wand an ihrem Platz, muss das Bauteil noch vom Kran getrennt werden, damit der die nächste Wand abholen kann.

Im Jahr 1993 sind die ersten Bewohner in ihre Häuser in dem rund 50 Hektar großen Wohngebiet der Kreisstadt eingezogen. Heute leben auf den Taläckern rund 3170 Menschen. Insgesamt hat Künzelsau aktuell rund 15 400 Einwohner.

Im Lauf der Jahre sind zwei Kindergärten, eine Grundschule, eine Mehrzweckhalle, die Freie Schule Anne-Sophie mit Kindergarten, die Geschwister-Scholl-Schule, das evangelische Gemeindehaus, das Jugendblockhaus, der Bürgertreff, ein Outdoor-Platz und verschiedene Spielplätze und mehr entstanden. Die Künzelsauer Bergbahn verbindet das Wohngebiet auf der Höhe mit der Kernstadt im Tal und fährt im Viertel-Stunden-Takt.

 

Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick.

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