Imposante Räume für Herzstücke

Künzelsau  Beim Stimme-Lesersommer erleben die Teilnehmer einen außergewöhnlichen Kulturnachmittag. Rundgang um und durch das neue Museum im Carmen-Würth-Forum.

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Bewunderung: Auch die Bilder von Pablo Picasso in der Sammlung Würth finden bei den Lesern großen Anklang.

Als "geniale Idee" bezeichnet Günther Beer die Lesersommer-Aktion der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/KraichgauStimme. Wer hat auch schon die Gelegenheit, an einem Tag die Skulpturenallee mit den bedeutendsten Plastiken aus der Sammlung Würth und im Anschluss die Ausstellung "Weitblick" im neu eröffneten Museum Würth 2 zu sehen.

Spannende Einblicke

Dabei ist das Wort "sehen" weit untertrieben, denn die Führung durch die Meisterwerke des 20. und 21. Jahrhunderts mit Beate Elsen-Schwedler, stellvertretende Direktorin der Sammlung Würth, brachte den 14 Stimme-Lesern einen Fülle spannender Einblicke und Hintergrundinformationen.

"Reinhold Würth wollte für seine Herzstücke einen Ort haben, wo sie dauerhaft zu sehen sind", erklärt Elsen-Schwedler den Hintergrund für die Entstehung von Carmen-Würth-Forum und Museum Würth 2, die der Star-Architekt David Chipperfield in Anlehnung antiker griechischer Tempel in die Hohenloher Hügellandschaft gezaubert hat.

Große Skulpturen

Imposante Räume für Herzstücke

Gruppenbild: Die 14 Teilnehmer an der Lesersommer-Aktion vor und im Carmen-Würth-Forum stellen sich vor der Skulptur "We" von Jaume Plensa für ein gemeinsames Foto auf.

Fotos: Thomas Zimmermann

So dominieren auf dem weitläufigen Gelände vor dem Forum und auf dem Weg zur Zentrale der Würth-Unternehmensgruppe große Skulpturen aus der Sammlung Würth, wie die "BDM-Gruppe" von Georg Baselitz oder Tony Craggs "Points of View"."Wir hatten unlängst mal kleine Besucher da, und die haben ganz hoffnungsvoll gefragt, ob diese braunen Säulen nicht aus Schokolade seien", erzählt Elsen-Schwedler schmunzelnd beim Gang um die hoch aufragenden Stelen.

"War diese Skulptur nicht auch auf der Buga zu sehen?", will Irene Raatz aus Heilbronn wissen, als sich die Gruppe der Skulptur "We" von Jaume Plensa nähert. War sie natürlich, denn Reinhold Würth sei es wichtig, vielen Menschen die Kunst näherzubringen und zugänglich zu machen.

Bedeutende Exponate

Das gilt auch für die Ausstellung "Weitblick", die seit dem 28. Juni im neuen Museum Würth 2 eine Auswahl der bedeutendsten Exponate aus der 18 300 Kunstwerke umfassenden Sammlung des Unternehmers zeigt, die er im Laufe der vergangenen 50 Jahre zusammengetragen hat. "Die Stile explodieren seit dem frühen 20. Jahrhundert förmlich, das wollen wir beim Eintritt in die Museumsräume zeigen", erklärt Elsen-Schwedler beim Blick auf Bilder von Ernst Ludwig Kirchner und Edvard Munch.

Dann geht es vorbei an den weiteren Meisterwerken von Max Ernst, David Hockney, Joan Miró, René Margritte, Max Beckmann, Andy Warhol und Pablo Picasso. "Picasso war schon ein Universalgenie, der praktisch permanent gearbeitet hat", sagt Beate Elsen-Schwedler zum Ende der Veranstaltung.

Begeisterung bei den Lesern

"Es war eine ganz tolle Führung und gut organisiert", ist Michael Höpner aus Jagsthausen begeistert von der Lesersommer-Aktion. "Die Dimension der Skulpturen ist gigantisch, und die Führung war richtig gut", ist auch Silvia Reiß aus Cleebronn nach den zwei Stunden beeindruckt. "Das war jetzt richtig schön", ergänzt Günther Beer. Der Künzelsauer war mit seiner Frau kurzfristig eingesprungen, weil ein angemeldeter Leser verhindert war. "Ich wollte die Ausstellung schon länger besuchen, aber Corona hatte bisher immer einen Strich durch die Rechnung gemacht", so Beer.

Irene Raatz und ihre Freundin Jutta Stähle aus Talheim haben mit einem Besuch am Vormittag in der Stadt Künzelsau und der nachmittäglichen Kunstreise durch die Skulpturenallee und das Museum Würth 2 nicht nur einen "genialen Tag" verbracht. Für beide ist klar, "dass sie die Führung inspiriert hat, in einer der nächsten Wochen wiederzukommen".

 

Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Februar 2016 bei der Stimme. Zuvor war der ehemalige Fußballer als Radioreporter und Magazinmacher unterwegs. Für die HZ berichtet er überwiegend über Künzelsau und Umgebung.

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