Gut behütet im Dörzbacher Storchennest

Dörzbach  Die Kleinkindbetreuung Kitz öffnete vor zehn Jahren ihre Pforten − Aktuell gibt es freie Plätze.

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Fühlen sich wohl im Dörzbacher Storchennest: die Tagesmütter Brigitte Lanig (l.) und Hildegard Kütterer-Mugele mit Leon und Clara.

Das Storchennest wird zehn Jahre alt - das Kitz (Kindertagespflege im Zentrum) ist ein seit 2010 bewährtes Angebot in Dörzbach. "Es sind immer noch drei Personen dort tätig, die schon damals dabei waren", hebt Ingrid von Wurmb hervor, Geschäftsführerin für Personalwesen und pädagogische Fachberatung beim Verein kit - Familiäre Kindertagesbetreuung Hohenlohekreis. Das spricht für eine gute Atmosphäre und ein gutes Angebot, das der Verein in Kooperation mit der Gemeinde Dörzbach macht.

Wie in einer Familie

"Wir haben ein familienähnliches Konzept", sagt Ingrid von Wurmb über die Kleinkindbetreuung, "wenn sich die Kinder wie in einer Familie wohlfühlen, haben wir alles richtig gemacht." In einem Kitz wie dem Storchennest werden bis zu zwölf Kinder unter drei Jahren betreut, wobei nicht mehr als neun Kinder gleichzeitig anwesend sind. In den rund 80 Quadratmeter großen Räumen, die von der Gemeinde Dörzbach zur Verfügung gestellt werden, kümmert sich ein Team aus mehreren Tagesmüttern (im Fachjargon heute Tagespflegepersonen genannt) und einer pädagogischen Fachkraft gemeinsam um die Kinder. Damit alles gut läuft, sind meist drei oder vier Betreuer anwesend.

Im Storchennest gibt es aktuell den Sonderfall, dass nur sieben der zwölf zur Verfügung stehenden Plätze belegt sind. "Wir merken hier seit ein, zwei Jahren den demografischen Wandel", sagt von Wurmb und bezieht sich speziell auf Dörzbach. In den anderen Einrichtungen des Vereins, der in sechs Kommunen des Hohenlohekreises mit seinem Angebot vertreten ist, sei dagegen "alles voll", gebe es sogar einen "Mangel an freien Plätzen", so die Geschäftsführerin.

Flexible Betreuung

Ein Merkmal des kit-Angebots sind die flexiblen Betreuungszeiten, die von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr möglich sind, wobei ein Kind längstens zehn Stunden am Tag betreut werden kann. In der Regel richtet sich der Betreuungsumfang individuell nach den Arbeitszeiten und dem Bedarf der Eltern - es sind also zum Beispiel auch Halbtagsbetreuungen oder nur zwei Vormittage in der Woche möglich. "Da müssen wir immer jonglieren, genau gucken und knobeln", sagt die kit-Geschäftsführerin.

Das Kitz Storchennest startete vor zehn Jahren in Räumen im Haus der Kinder, 2016 erfolgte der Umzug ins Kinderland. "Dörzbach hat in das Haus richtig viel investiert", lobt die kit-Geschäftsführerin die Renovierung und Modernisierung des sogenannten "Nüssle-Hauses". Im Kinderland befindet sich auch das Kitz Schwalbennest, im Teilort Hohebach gibt es mit dem Kitz Piepmätze über den Räumen des dortigen Kindergartens sogar noch eine dritte Einrichtung des Vereins. "Dörzbach ist die einzige Gemeinde im Kreis, die ihre Kleinkindbetreuung ausschließlich über kit organisiert", sagt von Wurmb und schließt: "Die sind sehr zufrieden."

Gute Zusammenarbeit

Das gilt auch umgekehrt, spricht die kit-Geschäftsführerin doch von einer "ganz tollen Kooperation", die sehr unkompliziert über die Bühne gehe - schon unter dem ehemaligen Bürgermeister Willi Schmitt, ebenso aber auch seit 2014 mit seinem Nachfolger Andy Kümmerle. Und auch die Eltern scheinen glücklich mit dem Angebot zu sein: "Mittlerweile wird von manchen schon das zweite oder dritte Kind betreut."

"Familienähnliches Konzept" bedeutet einen klar strukturierten, immer gleichen Tagesablauf ohne größere Experimente. "Kleinkinder brauchen Sicherheit und Überschaubarkeit", erklärt Ingrid von Wurmb. Das bedeutet: Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig, das Essen wird jeden Tag frisch vor Ort zubereitet, die Kinder helfen dabei teils auch mit. Nach dem Frühstück wird gespielt, in den Räumen, auf der Terrasse oder dem Außengelände. Nach dem Mittagessen darf geschlafen werden, danach ist wieder Spielen angesagt. Man gehe "auf die Bedürfnisse der Kinder ein", versuche, immer das möglich zu machen, was gerade gebraucht werde.

Der Trägerverein

Gegründet 1999 als Tagesmütterverein, erfolgte 2011 die Umbenennung in kit - Familiäre Kindertagesbetreuung Hohenlohekreis, um auch mit dem Vereinsnamen mehr die Kinder und die Familien in den Blickpunkt zu nehmen. kit ist aktuell in den sechs Kommunen Bretzfeld (Kitz Bretzfeld, Kitz Bretzfeld Bahnhof und Kitz Waldbach), Dörzbach (Kitz Storchennest, Kitz Schwalbennest und Kitz Piepmätze), Künzelsau (Kitz Künzelsau), Öhringen (Kitz Kornblumenstraße und Kitz Mehrgenerationenhaus), Pfedelbach (Kitz Pfedelbach Hauptstraße und Kitz Pfedelbach Schlossstraße) und Waldenburg-Hohebuch (Kitz Würth Elektronik eiSos) aktiv. Die Räume befinden sich in den unterschiedlichsten Gebäuden: in einer alten Apotheke, ehemaligen Ladengeschäften, Wohnhäusern oder Kindergärten. In den Kitz-Gruppen werden derzeit rund 180 Kleinkinder betreut, zusammen mit der häuslichen Tagespflege sind es 320 Kinder. Der Verein beschäftigt 64 Angestellte, dazu kommen rund 60 selbstständige Tagespflegepersonen.

 

Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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