Gestört aber Geil beim Frontseats Autokonzert in Künzelsau

Künzelsau  Gelungener Partyabend in der Corona-Zeit: Das DJ-Duo von Gestört aber Geil sorgte beim Frontseats Autokonzert auf dem Wertwiesenparkplatz in Künzelsau für ausgelassene Stimmung zum Start ins lange Wochenende.

Von Mirjam Binkowski
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Isabell Carle aus Pfedelbach und Agnes Sauermann aus Öhringen sind große Fans des DJ-Duos Gestört aber GeiL und feiern entsprechend beim Frontseats Event.

Bereits eine halbe Stunde vor Einlass bildete sich am Mittwochabend eine Autoschlange vor der Einfahrt auf den Wertwiesenparkplatz. Fahrer und Autos aus den verschiedensten Städten, auch über die Landesgrenze Baden-Württembergs hinaus, haben an diesem Abend den Weg nach Künzelsau zu diesem besonderen Konzert gefunden und verursachten zeitweise einen ordentlichen Stau auf der Haupt- und Lindenstraße. Begrüßt wurden die Besucher mit einem „Goodiebag“, mit dem es dann gestärkt mit dem dreistündigen Autokonzert losgehen konnte.

Den Start an diesem Abend machte das DJ-Trio „Legendary Club“ um den Organisator und Künstler Stefan Ole Linseisen, der sonst auch Solo-Auftritte wahrnimmt, aber heute bewusst in den Hintergrund tritt. „Es hat seinen ganz eigenen, besonderen Charme zusammen aufzutreten – eine Abwechslung zum sonstigen einsamen DJ Dasein“, berichtet Linseisen, der sich freut, dass die Stadt Künzelsau ihn und sein Eventkonzept mit offenen Armen empfangen hat. „Ich bin sehr froh, dass ich so ein großes und bekanntes Künstlerduo in den beschaulichen Ort Künzelsau bringen konnte. Sicherlich ein Erlebnis für die ganze Stadt.“, so der Organisator. Am Ende ihres Warm-ups präsentieren die drei DJs ihren neuen Partytrack „I met you“ und das Publikum feierte zu diesem Zeitpunkt bereits mit Hupen und Blinkern ordentlich mit.

Künzelsau ist derzeit noch nicht im Youtube-Kanal der DJs zu finden, aber wie die Stimmung bei Autokonzerten von "Gestört aber Geil" ist, kann man hier sehen:

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Mit Einbruch der Dämmerung war es dann in Künzelsau endlich so weit und es hieß Bühne frei für die beiden DJs von „Gestört aber Geil“. Mit einem lauten Hupkonzert wurden die Künstler vom Publikum in Künzelsau empfangen. Viele der Besucher sind nur wegen ihnen gekommen. So auch Isabell Carle aus Pfedelbach und Agnes Sauermann aus Öhringen, die bereits drei Liveshows von Gestört aber Geil besuchten. Und die beiden Freundinnen hatten auch an diesem Abend sichtlich Freude.

„Natürlich ist die Stimmung nicht vergleichbar mit einem Live-Event. Es ist schöner, wenn man richtig mittanzen kann. Aber das Autokonzert ist eine tolle Idee und Abwechslung in der aktuellen Situation. Wir haben Spaß!“, berichtet die Pfedelbacherin und fügt mir einem Schmunzeln hinzu: „Endlich können wir wieder Glitzer tragen, ohne dass es peinlich ist.“ Die Seifenblasenmaschine ist selbstverständlich auch mit dabei.

Konfetti auf den Autodächern

Nicht nur zur Begrüßung regnete es Konfetti auf die Autodächer der Besucher – das gesamte Programm beim Frontseats Musikevent war Konfetti für Herz und Ohren. Der bunte Mix aus älteren und aktuellen Hits, Coversongs und eigenen Liedern wie „Vielleicht“ oder „Wünsch dir was“ von Gestört aber Geil sorgten dafür, dass es am Ende des Abends keinen der Besucher mehr auf dem Autositz hielt. Interpretationen der Songs wie „Zombies“ von The Cranberries, „Ti amo“ des italienischen Sängers Umberto Tozzi aus dem Jahr 1977 oder dem Partyklassiker „Pocahontas“ von AnnenMayKantereit boten perfekte Abwechslung im Musikmix und bedienten den Musikgeschmack der unterschiedlichen Gäste.

Von ihrer Tochter akquiriert feierten auch Vertreter der Ü50 Generation auf dem Wertwiesenparkplatz an diesem Abend mit, so wie Britta und Klaus Kilian aus Niedernhall gemeinsam mit ihrer Bekannten Ute Fischer. Die ausgelassene Stimmung und Musik hatte auch sie angesteckt. Denn DJ Spikes (als Marcel Stephan) und Nico Wendel von Gestört aber Geil haben auf der Bühne alles gegeben und mit ihrem Publikum interagiert, als sei es ein ganz normales Live-Event. Alles wie immer, nur halt anders.

Verdammt gut drauf waren DJ Spikes (als Marcel Stephan) und Nico Wendel von Gestört aber Geil. Sie haben den Wertwiesenparkplatz zu einer Autoparty verwandelt. Foto: Mirjam Binkowski

Das Autofenster, vereinzelt auch Autodach, wurde zur Tanzfläche, die Hupe zur rhythmischen Begleitung des Beats und mitgesungen wurde mit dem Beifahrer. Es war spürbar zu sehen, dass etliche Glücksgefühle an diesem Abend auf beiden Seiten – den Künstlern wie auch dem Publikum – freigesetzt wurden und die aktuelle Situation für einen Moment in Vergessenheit geriet. Zu späterer Stunde, als alle ihre Handytaschenlampen zückten, kam bei der Interpretation des Liedes „San Francisco“ von Scott McKenzie regelrecht romantische Stimmung auf.

Den krönenden Abschluss an diesem Abend setzte Gestört aber Geil mit ihrem ersten eigenen Song „Unter meiner Haut“. Die DJs stellten sich inmitten der Autos und ließen noch einmal Konfetti über die Autodächer und Besucher regnen. Perfekter Abschluss eines unkomplizierten Abends, der jeden Einzelnen in guter Stimmung nach Hause gehen ließ.  

Auf Wiedersehen? „Wenn wir dürfen, kommen wir wieder nach Künzelsau“, verriet Gestört aber Geil im Anschluss an das Konzert. „Auch wenn wir am Anfang Probleme bei der Aussprache des Stadtnamens hatten.“, lachen die beiden. Für sie war das Frontseats Event mittlerweile das 20. Autokonzert und dennoch ein komisches Gefühl. „Es dauert immer ein bisschen, bis man weiß, wie man mit den Menschen agieren kann. Aber Künzelsau war cool und wir haben eine gute Party draus gemacht.“, so die beiden DJs.

Und wer weiß, vielleicht kommt es wirklich zu einem Wiedersehen. Denn Ole Linseisen ist aktuell auf der Suche nach einer neuen Location für sein Hauptfestival „Schlaraffenklang“. Wenn sich Künzelsau nach diesem Abend da mal nicht prädestiniert hat.

Kultur gegen Corona

Ursprünglich war das Konzert von „Gestört aber Geil“ im neuen Veranstaltungssaal der Reinhold-Würth Hochschule in Künzelsau geplant. Hier hat jedoch Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Absagen war für Stefan Ole Linseisen, ehemals Student an der Hochschule in Künzelsau, dennoch keine Option.

Aus diesem Grund hat er kurzerhand das Musikevent zu einem Autokonzert verwandelt und zeigt sich zufrieden, über die Anzahl der Besucher. „Natürlich ist so ein Autokonzert nicht das gleiche Erlebnis wie ein Live-Event mit 3000 Leuten, aber wir alle müssen uns auf die besondere Zeit einstellen“, so der Geschäftsführer von Schlaraffenklang Festival. Ihm ist wichtig, dass die Menschen erkennen, dass sie als Künstler in diesen besonderen Zeiten Wege suchen, um trotzdem Kultur zu bieten.

Das betrifft auch die Ticketpreise, mit denen Veranstalter dem Publikum entgegenkommen. Daher sein genereller Appell an die Menschen: Probiert dieses neue Erlebnis aus. Ganz persönlich freut er sich über die Unterstützung Künzelsaus und der Sponsoren. Viele Industrieunternehmen wollten, aber konnten aufgrund der wirtschaftlichen Lage dieses Event nicht unterstützen – hier sind andere Branchen eingesprungen. „Schön zu sehen, wie Hohenlohe zusammenhält“, so der ehemalige Künzelsauer Student.


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