Chill-Out im Sandkasten

Künzelsau  Aktion "Sommer in der Stadt" ist am Alten Bahnhof mit Musik von DJ Bott und jede Menge entspannter Gäste gestartet.

Von Sonja Reichert
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Die Füße im Sand eingraben und sich entspannt im Liegestuhl zurücklehnen. Der "Sommer in der Stadt" sorgt für Urlaubsgefühle.

Foto: Sonja Reichert

Das für jeden von der Stadt ausgeteilte Fläschchen Sonnenmilch konnte man dann doch ganz gut gebrauchen, wenn es auch zunächst nicht danach aussah. Was wie ein drohender Gewitter-Himmel wirkte, entpuppte sich nach kurzer Zeit zu einem wunderschönen Sommerabend mit angenehmen Temperaturen.

Und die Location passt auch dazu: Die Stadt hatte schon in den vergangenen Wochen den große Sandkasten entlang des Radweges eingerichtet, mit Liegestühlen, Sonnenschirmen und Spielzeug. Also ankommen, Schuhe ausziehen, mit den Füßen im Sand wühlen, Bierchen bestellen.

Es ist was los in der Kocherstadt

Wer Glück hat und früh genug da ist, ergattert einen der blauen Liegestühle mit der Aufschrift "In Künzelsau ist was los." Oder man setzt sich an die Tische des Bistros "Emma". Und es stimmt, es ist wirklich wieder etwas los in der Kocherstadt, zumindest an diesem Abend.

Der erste Abend, der bis zum September dauernden Aktion "Sommer in der Stadt" kommt gut an. Dafür sorgt auch die dezent im Hintergrund bleibende elektronische Musik von DJ Bott, alias Stefan Ole Linseisen, Master-Student an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau.

Er hat schon in den vergangenen Wochen mit Autokonzerten auf den Wertwiesen für Furore gesorgt. Der 29-Jährige ist weit über die Region hinaus bekannt, hat auch schon in Österreich und Frankreich aufgelegt. Sogar zu einer Hochzeit in Australien wurde er eingeladen. Heute ist er auf die besondere Situation vorbereitet: "Ich muss ein sitzendes Publikum bedienen, denn tanzen und Party machen gehen wegen Corona momentan eben nicht."

Er sieht sich als Künzelsauer, auch wenn er aus Würzburg kommt. Bei allem Herumkommen mit seiner Musik schätzt er "die Bodenständigkeit und die Ruhe in der Kocherstadt." Mit seiner Chill-Out-Musik will er gute Laune verbreiten. Sein Musik-Set "Sommerbucht", das er für solche Events gemixt hat, verbreitet Leichtigkeit, das Gefühl von leben und leben lassen.

Buddeln im Sand

Genauso gelassen sehen das auch die Gäste. Die Eltern, die ihre Kinder loslassen, weil sie sich im Sand austoben können. Da werden Löcher gebuddelt, Gräben gezogen, Tunnel gebaut. "Was soll das einmal werden?" "Eine Ohrenzwicker-Rennbahn!" Ein kleiner Mann schiebt begeistert seinen eigenen Kinderwagen hin und her. Mütter sitzen am Rand des Sandkastens, andere Besucher essen eine Kleinigkeit an den Tischen.

So ein bisschen hat die Atmosphäre etwas von Sommer in der Großstadt, von Berlin etwa, vom Sitzen am Ufer der Spree, nur fehlt das Wasser. Fahrradfahrer auf dem die Szene kreuzenden Radweg verlangsamen ihr Tempo, schauen überrascht, der eine oder andere steigt ab und gesellt sich spontan dazu.

Bedienung Kamila Krakowcyk aus Künzelsau hat gerade ihr Fachabitur gemacht und verdient sich mit Kellnern etwas dazu: "Seit ich hier arbeite, ist es das erste Mal, dass es so etwas gibt. Es ist angenehm hier. Die Musik läuft und die Leute sind gut gelaunt. Wir haben viel zu tun." Was will man mehr. Der nächste Donnerstag kommt bestimmt.


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