Breitbandausbau in Krautheim hat begonnen

Krautheim  16 Kilometer neues Glasfaserkabel wird bis in die Kabelverzweiger verlegt. Die Reststrecke bis zu den Haushalten wird aber weiterhin mit Kupferkabeln versorgt.

Von Sebastian Kohler

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Benjamin Schäfer (links) von Schulerbau verantwortet die Bauarbeiten zur Kabelverlegung. Wassermeister Michael Eckel (Mitte) und Bürgermeister Andreas Köhler waren zur Inspektion bei den Grabungen am Bahnhof dabei.

Foto: Sebastian Kohler

Die Pandemie-bedingten Lockdowns haben es schmerzhaft bewusst gemacht: Deutschland hängt bei der Digitalisierung hinterher. Durch Homeoffice-Gebot und Fernunterricht ist auch bis in den letzten Winkel der Republik die Notwendigkeit zur Erneuerung des Netzes offenkundig geworden. Höchste Zeit also, dass der Ausbau des Breitbandnetzes auch in Krautheim handfest wird.

Langer Kampf ums schnelle Netz

Bereits Ende 2017 hatte die Stadt in einer interkommunalen Initiative mit der Nachbargemeinde Dörzbach die Förderanträge eingereicht. Bis diese jedoch bewilligt wurden, ging viel Zeit ins Land (wir berichteten). Erst 2020 war es soweit. Nun endlich begannen im Bereich des Krautheimer Bahnhofs die Grabungen mit schwerem Gerät. Sobald die Aushübe gemacht sind, beginnt die Verlegung im Bereich Krautheim-Tal, "die Teilorte wie Gommersdorf kommen dann peu á peu dazu", sagte Wassermeister Michael Eckel beim Pressetermin. "Erste Priorität hat der Anschluss der Schulen ans Breitband", stellte Bürgermeister Andreas Köhler klar.

"Die Glaserfaserkabel werden bis zu den Verteilkästen verlegt", beschreibt Eckel das künftige Netz, "von dort aus zweigen Kupferbakel in die einzelnen Haushalte ab." Das Ziel der bundesweiten Netzstrategie für die Zukunft sieht vor, Glasfaserkabel bis in die Haushalte zu verlegen, was eine höhere Internetgeschwindigkeit garantiert. "Das", musste Bürgermeister Köhler einräumen, "schaffen wir aber aus eigener Kraft nicht."

Finanzierung mit Bundes- und Landesmitteln

Im Rahmen der aktuellen Bauarbeiten greifen Bund und Land der Stadt unter die Arme. Mit rund 1,7 Millionen Euro Kosten für das Projekt rechnet Krautheim, 70 Prozent der Finanzierung werden über Zuschüsse geregelt. Auflage für die Finanzierungshilfe war eine EU-weite Ausschreibung. Den Zuschlag bekam das Mosbacher Tiefbauunternehmen Schulerbau. Als Bauleiter verantwortet Benjamin Schäfer die Arbeiten. Er beruhigt Bürger, die schwere Eingriffe befürchten: "Es wird hauptsächlich auf öffentlichem Gelände gegraben." Damit es schnell geht, sind vier Bautrupps gleichzeitig mit dem Verlegen der rund 16 Kilometer langen Kabel beschäftigt.

Mindestens 50 MBit pro Sekunde sollen beim Verbraucher ankommen, hofft der Bürgermeister. Bisher verfügen nur die Haushalte in Krautheim-Berg über die schnellen Internetanschlüsse. Dass die Jagsttalgemeinde selbst für den Breitbandausbau sorgen muss, findet Köhler empörend: "Da lässt die Telekom kleinere Gemeinden hängen. Das ist nicht in Ordnung."

Erst im Frühjahr ist es soweit

Bis Jahresende sollen die passiven Leitungen verlegt sein, danach, so die Hoffnung Köhlers, sollen die Internetprovider so schnell wie möglich für die aktiven Anschlüsse sorgen. Dann erst profitieren die Krautheimer vom schnelleren Internet. "In diesem Jahr sollte aber noch nicht damit gerechnet werden", räumt er ein. Angepeilt wird das Frühjahr 2022.


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