Keine Gefahr mehr, die Kaserne schließt

Bundeswehr verabschiedete sich von Lauda-Königshofen

Von Thomas Schreiner

Fast auf den Tag genau vor 37 Jahren, am 8. April 1967, waren schon einmal Soldaten durch das Laudaer Wahrzeichen marschiert, damals zum symbolischen Einzug in die Tauberfranken-Kaserne. Diesmal schwebte sehr viel Wehmut über der Zeremonie. Dies klang auch bei den verschiedenen Reden an.

Ein letztes Mal zogen Soldaten der Radarführungsabteilung 23 auf dem Paradeplatz vor der Grund- und Hauptschule auf. Der stellvertretende Kommandeur der 2. Luftwaffendivision, Brigadegeneral Andris Freutel, schritt zum Präsentiermarsch die Front der Soldaten ab, bevor er die Schließung der Tauberfranken-Kaserne als "unvermeidbaren Schritt innerhalb der größten Reform der Bundeswehr" bezeichnete. Viele militärische Strukturen, wie sie noch vor Jahren notwendig gewesen seien, "sind nicht mehr erforderlich".

Freutel zollte den Soldaten der Radarführungsabteilung 23 hohe Anerkennung, denn sie hätten ihren Auftrag professionell erfüllt. Der Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Vierneisel erinnerte in seiner Ansprache an den 8. April 1967, als Lauda zur jüngsten Garnisonsstadt im Main-Tauber-Kreis mit natoweiter militärischer Bedeutung im Rahmen der Luftverteidigung avancierte. Gleichzeitig sei dies der Beginn einer "überaus glücklichen Ehe" gewesen. Vierneisel bezeichnete die Schließung des Standortes Lauda-Königshofen für die Stadt als einen großen Verlust, der, wenn überhaupt, nur schwerlich ausgeglichen werden könne.

"Heute ist ein besonderer Tag für die Stadt, die Soldaten und die zivile Mitarbeiter. Wir müssen Abschied von lieb gewonnenen Menschen nehmen", klang beim bisherigen Kommandeur der Radarführungsabteilung 23, Oberstleutnant Gerald Amels, ein Hauch von Wehmut mit. In den letzten 37 Jahren sei ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl von Bürgern und Soldaten entstanden. Nach einer Phase der Wut, so Oberstleutnant Amels, hätten die Soldaten und zivilen Mitarbeiter den Auflösungsbeschluss vom Januar 2001 mittlerweile gut weggesteckt. Amels lobte darüber hinaus die Professionalität, das Engagement und die Motivation, mit denen alle vor allem in den letzten zwei Jahren gearbeitet hätten.

Als letzte Amtshandlung als Kommandeur der Radarführungsabteilung 23 überreichte er inmitten der grandiosen Abschiedskulisse, der viel Prominenz aus allen Bereichen des Lebens beiwohnte, Hauptmann Erich Albert für seinen beispielhaften Einsatz für die Luftwaffe das vom Verteidigungsminister Peter Struck verliehene Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold.