Aktiv das Dorfleben mitgestalten und voranbringen

Mulfingen  Eine Zaisenhausener Initiative möchte den 220-Einwohner-Teilort lebenswerter machen. Derzeit beteiligen sich 25 Personen aus Zaisenhausen und dem benachbarten Weiler Staigerbach.

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Jürgen und Madeleine Schmitt und ihre Kinder Matilda und Toni genießen ihr Leben in Zaisenhausen. Auch der Nachwuchs ist eifrig dabei, wenn es darum geht, den Ort schöner zu gestalten. So haben sie beim Bemalen der Stelen mitgeholfen.

Fotos: privat

"Wir wollen aktiv das Dorfleben mitgestalten und voranbringen", sagt Jürgen Schmitt, Ortsvorsteher von Zaisenhausen. Er und seine Frau Madeleine haben die Initiative "Z-aktiv" im Jahr 2016 ins Leben gerufen.

Etwa 25 Personen aus Zaisenhausen und dem benachbarten Weiler Staigerbach beteiligen sich seitdem an verschiedenen Aktionen. Eine festgelegte Aufgabenverteilung gibt es nicht. "Einer hilft da, der andere dort", sagt Schmitt. "Wir sind kein Verein, sondern eine Zusammenkunft engagierter Mitbürger."

Die Winteraustreibung des "Butz" gehört zum Dorfleben dazu

Verschiedene Gruppen kümmern sich um unterschiedliche Bereiche des Dorflebens. Die Brauchtumsgruppe kümmert sich unter anderem um die Organisation der Winteraustreibung des "Butz". Bei der Tradition darf ein Junge in ein von Hand und nur von männlichen Ortsbewohnern geknüpftes Kostüm aus Roggenstroh schlüpfen und sich auf eine Prozession durch den Ort machen. "Die Initiative haben wir auch gegründet, damit dieses Brauchtum erhalten bleibt", sagt Madeleine Schmitt.

Ortsdeko passend zur Jahreszeit

Sie erhofft sich mehr Zuzug für ihren Heimatort. In Zaisenhausen habe es jahrelang nur wenige Geburten gegeben. "Wir wollen zeigen, dass man hier gut aufgehoben ist, es hier lebenswert ist und dass hier aktiv was passiert", sagt die 35-Jährige.

Eine weitere Gruppe kümmert sich darum, dass Zaisenhausen noch schöner wird. Die Mitglieder dekorieren den Ortskern passend zu Ostern, Sommer und Winter mit Figuren und Blumenschmuck. So bevölkern in den kalten Monaten beispielsweise hölzerne Rentiere den Mulfinger Teilort. Die Figuren werden an den Stelen der Landesgartenschau, die noch überall im Ort zu sehen sind, befestigt. Zaisenhausener im Alter von zwei bis über 80 Jahren basteln mit. Auch Matilda und Toni, die zwei Kinder der Schmitts, haben fleißig Holzblumen angemalt.

Aktiv von A bis Z

Toni und Matilda schaukeln gerne auf dem neuen Wipp-Tier.

Tatkräftig angegangen haben die Bürger auch den Umbau des Grillplatzes auf dem Dorfplatz. Nun gibt es mehr Sitzmöglichkeiten und der Pavillon ist an zwei Seiten wettergeschützt. Jürgen Schmitt kennt sich da aus: Er ist schließlich Bauleiter und gelernter Zimmerer. Außerdem wurde das abschüssige Gelände angehoben und hat eine Natursteinmauer erhalten. Das Material wurde von der Gemeinde gestellt.

Spieleabende und Bildervorträge

Ein Café oder eine Wirtschaft gibt es im 220-Seelen-Dorf nicht. "Wir wollen aber das Dorfleben aufrechterhalten - und dass die Menschen zusammenkommen", sagt Schmitt, der wie seine Frau in Zaisenhausen aufgewachsen ist. Spieleabende, Wein- und Likörproben, Bildervorträge oder Kuttelessen: Das Programm, das die "Z-aktiven" über das Jahr hinweg anbieten, ist vielseitig.

Ein geselliges Miteinander gibt es auch im Winter, außerhalb der "Sommer-Festles-Zeit". Auch ein Weihnachtsmarkt darf im Mulfinger Teilort nicht fehlen. "Erst waren es nur drei, vier Ständle. Mittlerweile sind es 13", sagt Madeleine Schmitt. "Der Erlös aus Veranstaltungen kommt wieder der Gemeinschaft zugute. So haben wir zum Beispiel einen Baby-Schaukelsitz und ein Wipptier für den Spielplatz beschafft", sagt Schmitt. Insbesondere die Gemeinschaft ist den Schmitts wichtig: "Hier kennt jeder jeden. Wenn einer Hilfe braucht, hilft man ihm einfach."

 

Nadine Nowara

Nadine Nowara

Autorin

Nadine Nowara arbeitet seit Mai 2020 bei der Heilbronner Stimme. Sie kümmert sich bei der Hohenloher Zeitung unter anderem um die Gemeinden Krautheim und Schöntal.

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