Würth-Entführung - auch Nebenklage geht in Revision

Gießen/Künzelsau  Nach dem Freispruch im Entführungsfall Würth will auch die Nebenklage das Urteil des Landgerichts Gießen prüfen lassen. Jetzt liegt der Fall beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Von dpa

Prozess um Würth-Entführung
Nach dem Urteil verließ der Angeklagte (rechts) den Gerichtssaal als freier Mann. Foto: Archiv/dpa  

Die Nebenklage, die die Familie des Entführungsopfers Markus Würth vertritt, habe am Montagabend Revision eingelegt, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Das hatte zuvor die Staatsanwaltschaft ebenfalls getan. Nun muss sich der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit dem Fall befassen.

Das Landgericht hatte vor einer Woche einen 48-Jährigen freigesprochen. Die Richter hatten Zweifel, dass der Mann im Juni 2015 an der Entführung des behinderten erwachsenen Sohnes von Milliardär und Unternehmer Reinhold Würth beteiligt gewesen war.

Der damals 50-Jährige wurde aus einer Wohngemeinschaft im osthessischen Schlitz verschleppt. Nach der gescheiterten Übergabe von drei Millionen Euro Lösegeld wurde der Mann nahezu unversehrt an einem Baum gekettet bei Würzburg gefunden.