Vom Hochregallager ins Museum

Künzelsau  Führung durch die Würth-Zentrale kombiniert Technik und Kunst. Beeindruckende Einblicke ins Logistikzentrum und in die Siegfried-Anzinger-Ausstellung.

Von Thomas Zimmermann
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Die Stimme-Leser durften während des Gangs durch die Ausstellung auch selbst zum Stift greifen.

Helma Göhring und ihre Freundin Irmgard Zimmermann haben sich für ihre Lesersommer-Tour "Einblicke bei Würth" viel Zeit genommen. "Wir haben uns die Anzinger-Ausstellung schon am Morgen ein wenig angeschaut, haben dann gut gegessen und uns auf die Führung gefreut", erzählt Helma Göhring, die aus Bad Rappenau nach Künzelsau-Gaisbach gekommen ist. Wie die 24 übrigen Teilnehmer an der Stimme-Lesersommer-Aktion ist sie gespannt, was sie in der Zentrale des Würth-Konzerns erwartet.

Wandel in der Logistik

Eine eher ungewöhnliche Kombination aus Technik und Kunst steht an diesem Nachmittag auf dem Programm. "Wir werden jetzt etwa fünf Kilometer zurücklegen", sagt Heiko Herrmann bei der Begrüßung. Da geht das erste Raunen durch den Saal. "Praktisch gehen wir heute durch drei Logistikunternehmen", erläutert der Leiter Wareneingang im Vertriebszentrum Süd. Denn so wie der Würth-Konzern seit den 1970er-Jahren stark gewachsen ist, sind auch die Vertriebszenten mitgewachsen. "Wir mussten immer wieder anbauen", unterstreicht Herrmann.

Der Wandel der Zeit zeigt sich auch in den drei Zentren selbst. Vom Warenverteillager, geht es ins Hochregallager und über das automatische Hochregallager ins hochmoderne Shuttlelager. "Hier können Sie dem Würth aufs Dach steigen", witzelt Herrmann beim Gang ins Vertriebszentrum West, das 2013 eingeweiht wurde.

 

 

Überwältigende Technik

In den Vertriebszentren kommen täglich 38 000 Aufträge an. Um sie abzuarbeiten werden im Werk jeden Tag 400 Tonnen Waren von 120 bis 180 Lastwagen angeliefert. "Insgesamt haben wir rund 100 000 Artikel im Angebot", unterstreicht Heiko Herrmann. "Ich bin überwältigt", sagt Margot Hasenfuß aus Ingelfingen. "Die Technik hat mich restlos begeistert", schwärmt Irmgard Zimmermann. Die gelernte Speditionskauffrau hat viele technische Veränderungen selbst miterlebt.

Bewegung und Spannung

Im Museum Würth folgt das Kontrastprogramm. "Siegfried Anzinger ist ein richtiger Arbeiter unter den Künstlern", betont Natascha Häutle zu Beginn der Museumstour, bei der die Werke des 66-jährigen österreichischen Künstlers im Mittelpunkt stehen. "Das Unfertige ist typisch für Anzinger", so die Kulturwissenschaftlerin beim Blick auf die Skulptur "Berlinerin", die der Künstler 1994 gefertigt hat. "Da steckt eine wahnsinnige Bewegung und Spannung drin", beschreibt Stimme-Leserin Cornelia Hoffart aus Leingarten ihre Eindrücke.

Skizzen anfertigen

"Wer möchte, kann mal versuchen, eine Skizze anzufertigen", schlägt Häutle vor. "Es ist ganz schön schwer, die Proportionen zu treffen", schildert Ruth Knobloch ihre Skizzier-Erfahrungen. Beim weiteren Gang durchs Museum prasselt die ganze künstlerische Vielfalt von Anzinger auf die Stimme-Leser ein.

Kein Wunder, dass einige am Ende des Tages ein wenig müde sind. "Wir sind schon geschafft, aber auch vollauf zufrieden", sagt Helma Göhring. Ruth und Helmut Knobloch können dagegen gar nicht genug kriegen. Es war wieder richtig toll", sagt Helmut. Die beiden Heilbronner sind treue Lesersommer-Gäste und dürfen sich auf ein weiteres Highlight freuen: "Heute abend haben wir noch eine Führung durch die Experimenta", erläutert seine Frau.


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