Viele neue Geschäfte eröffnen in Künzelsau

Künzelsau  Leerstände, Ausverkauf, Übernahmen - in den Geschäften der Innenstadt hat es in den vergangenen Monaten zahlreiche Veränderungen gegeben. Das bietet Chancen für Existenzgründer.

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Der Generationenwandel ist derzeit an vielen Stellen in der Künzelsauer Innenstadt zu sehen. Zahlreiche traditionsreiche Geschäfte haben geschlossen oder den Schlussverkauf angekündigt. In anderen Betrieben haben Nachfolger bereits das Kommando übernommen.  

Auch einige Leerstände sind im Stadtbild sichtbar. "Wir können uns eigentlich nicht beklagen", sagt der Künzelsauer Wirtschaftsförderer Christoph Bobrich, der seit Juli 2019 im Amt ist. "Die Leerstände sind in der Regel nur von kurzer Dauer, und wir haben fast bei allen Betriebsaufgaben einen Nachfolger gefunden", betont der 28-Jährige.

Nachfolger für Traditionshaus ist gefunden

Kommen und Gehen

Die traditionsreiche Metzgerei Häussler in der Keltergasse hat den Betrieb nach über 90 Jahren an Jürgen Bauer übergeben.

Fotos: Thomas Zimmermann

Das gilt auch für die Metzgerei Häussler in der Keltergasse. Nachdem Hans und Susanne Häussler altersbedingt kürzer treten wollten, fanden sie Ende des vergangenen Jahres einen Nachfolger für das Traditionshaus, das über 90 Jahre in Familienbesitz war.

Kommen und Gehen

Auch die Bäckerei Kühner am Eingang der Hauptstraße ist inzwischen Geschichte. Den Betrieb hat die Neckarsulmer Härdtner-Gruppe übernommen. Foto: Thomas Zimmermann

Jürgen Bauer, der in Pfedelbach und Neuenstein Landmetzgereien betreibt, hat den Laden im neuen Jahr übernommen. Schnell einen Nachfolger gefunden hat auch die Bäckerei Kühner. In dem markanten Gebäude am Eingang der Hauptstraße sorgt jetzt eine Härdtner-Filiale für Brot, Brötchen und Süßstückchen.

Ausverkauf im Modehaus läuft

Kommen und Gehen

Beim Traditionsgeschäft Setzer am Unteren Markt zieht nach dem Schlussverkauf Schuh-Freitag ein, der schon Geschäfte in Crailsheim und Schwäbisch Hall betreibt. Foto: Thomas Zimmermann

So weit ist Jürgen Setzer noch nicht - einen Nachfolger für sein Schuh-Geschäft am Unteren Markt hat aber auch er schon gefunden. Nach dem derzeit laufenden Ausverkauf wird das Schuhhaus Freitag, das Geschäfte in Crailsheim und Schwäbisch Hall besitzt, voraussichtlich im März einziehen.

Der Ausverkauf läuft gerade auch beim Modegeschäft Demuth, das seit den 70er Jahren in der Keltergasse geöffnet hat. Allerdings gibt es hier noch keinen Nachfolger. "Es gibt für das Geschäft einige Interessenten, aber die Entscheidung, wie es weitergeht, muss letztendlich der Eigentümer treffen", sagt Christoph Bobrich. Wie es mit dem ehemaligen Reno-Gebäude am alten Rathaus weitergeht, steht dagegen fest.

Kommen und Gehen

Die Vinothek Würth soll im November beim Alten Rathaus eröffnet werden. Derzeit laufen noch die Bauarbeiten. Foto: Thomas Zimmermann

Dort baut die Firma Würth eine Vinothek, in der regionale und europäische Weine angeboten werden sollen. Die Einweihung ist für November geplant. Darüber entstehen Mitarbeiterwohnungen.

Potentielle Firmengründer erhalten Hilfe 

Leerstände gibt es noch im Laden der ehemaligen E-Box am Oberen Bach und im neu gebauten Gebäude beim Peka-Areal in der Hauptstraße. "Wir denken in beiden Fällen an Existenzgründer und helfen bei der Vermittlung", verspricht Christoph Bobrich. Dazu wurde bereits vor drei Jahren das Programm "Verwirkliche Deinen Traum in Künzelsau" aufgelegt. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bietet die Stadt darin Beratung und Hilfe für potentielle Firmengründer an.

"Künzelsau ist für Einzelhändler ein gutes Pflaster, weil wir zahlreiche Einpendler und allein 7000 Schüler haben, die täglich in die Stadt kommen", sagt auch Pressesprecherin Elke Sturm und hofft auf die Ansiedlung weiterer Start-ups in der Stadt. In den vergangenen Jahren profitierten immerhin zwei Betriebe von dieser Unterstützung.

Hilfe will Künzelsau künftig auch noch auf anderen Feldern bieten. So arbeitet Christoph Bobrich gemeinsam mit der Werbegemeinschaft an einem Konzept, das Kunden ihre Parkgebühren rückvergütet. Spätestens ab März sollen Pendler davon profitieren.

 

Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Februar 2016 bei der Stimme. Zuvor war der ehemalige Fußballer als Radioreporter und Magazinmacher unterwegs. Für die HZ berichtet er überwiegend über Künzelsau und Umgebung.  

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