Truck weckt bei Schülern Begeisterung für technische Berufe

Ingelfingen  Besonderes Porgramm zeigt an der Georg-Fahrbach-Schule den praktischen Nutzen der MINT-Fächer. Zahlreiche technische Experimente an drei Tagen.

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Truck weckt bei Schülern Begeisterung für technische Berufe

Der Truck kann auf 7,50 Meter Breite und 6,20 Meter Höhe ausgefahren werden. Er bietet so 100 Quadratmeter Fläche.

Ob künstliche Hüfte oder Smart Home - unser modernes Leben ist ohne Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) nicht mehr vorstellbar. Doch vor allem der Industrie mangelt es an Fachkräften. Um dies zu ändern, gibt es seit 2008 das Coaching 4 future Programm, das Schüler für diese MINT-Fächer begeistern soll.

Seit 2015 gehört dazu auch der hochmoderne Truck mit der Aufschrift "Discover Industrie - Chancen, Berufe, Zukunft" zu dem Programm. In dieser Woche war der Truck von Mittwoch bis Freitag an der Georg-Fahrbach-Schule in Ingelfingen zu Besuch.

App programmieren

Um zehn Uhr trifft sich die Klasse 7a im zweiten Stock des geräumigen Lastwagens, der auf dem Schulparkplatz steht. Die 17 Schüler sollen lernen, wie man eine App programmiert. Dieses Thema haben sie sich selber ausgesucht. "Wir bieten auch noch andere Workshops an", erzählt Jacqueline Pernet, eine von zwei Mitarbeitern, die den Truck begleiten. So könnten die Schüler auch einen Robotergreifarm entwickeln oder einen Fidget-Spinner konstruieren und mit dem 3D Drucker ausdrucken.

"Es kommt nicht oft vor, dass die Schüler selber entscheiden dürfen, welche Workshops sie wollen", erklärt die 27-Jährige, "meistens entscheiden das die Lehrer". Doch Schuldirektor Dirk Rüger betont: "Es soll die Schüler auch wirklich interessieren und später bei der Berufswahl helfen, deshalb durften sie das auch selbst entscheiden."

Truck weckt bei Schülern Begeisterung für technische Berufe

Gar nicht so einfach: Schülerinnen der 10. Klasse steuern den Roboterarm an die richtigen Koordinaten.

Fotos: Katrin Draskovits

Spaß an der Technik

Die angebotenen Programm richten sich an Schüler der Klassen sieben bis 13. "Also an die, die langsam in die berufliche Orientierungsphase kommen", erläutert Jacqueline Pernet. "Wir wollen den Schülern auch zeigen, wo überall MINT-Fächer drinstecken und wie viel Spaß das machen kann."

Die 28-Jährige ist seit 2018 im Team. Wie alle ihre Kollegen kommt sie selber aus einem der MINT-Beruf, sie ist Pharmaziemeisterin Industrie. Mit ihrem Kollegen Domenic Kratzer, der am Karlsruher Institut für Technologie in Chemie promoviert hat, erklärt sie den Schülern die Experimente und leitet die Workshops. "Es ist einfach schön, den jungen Leuten den Spaß an technischen Berufen zu vermitteln", findet sie. Das scheint zu gelingen: Begeistert sitzt die 7. Klasse vor den bereitgestellten Laptops und Handys und lernt, wie man eine App entwickelt, mit der man einen Roboter steuern kann. Eine gute Vorbereitung für das nächste Halbjahr, freut sich Direktor Dirk Rüger: "Wir nutzen dasselbe Programm im Unterricht, das ergänzt sich gut."

Truck weckt bei Schülern Begeisterung für technische Berufe

Die Schüler der 7. Klasse programmieren eine App, während sich Bürgermeister Michael Bauer den Truck erklären lässt.

Bürgermeister am Endoskop

Währenddessen schaut Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer vorbei, lässt sich von Domenic Kratzer zeigen, wie die Stationen imTruck funktionieren und rätselt im Anschluss an einem der Bildschirme, welche Erfindungen wohl aus Baden-Württemberg stammen. Und er zeigt sich begeistert: "Das ist faszinierend, wie oft kann man schon ein Endoskop ausprobieren."

Experimentieren Für die 10. Klasse, die am Mittag an die Stationen im Erdgeschoss des Lasters kommt, wird mit wenigen Handgriffen der Schwierigkeitsgrad erhöht. Sie können jetzt den Ablauf in einem Industriebetrieb lernen, von der Idee für ein Produkt bis zu dessen Auslieferung. "Den Schülern fällt oft gar nicht auf, dass sie sich gerade mit MINT-Fächern beschäftigen", erzählt Jacqueline Pernet. Ob tatsächlich ein Schüler nach dem Besuch des Trucks einen Beruf in der Industrie wählt, sei aber schwer zu sagen. "Das Wichtige ist, dass sie verstehen, wozu sie die MINT-Fächer in der Schule brauchen", betont Domenic Kratzer.

Coaching 4 future

Der Truck ist Teil des Coaching 4 future Programms, das aus einer Partnerschaft zwischen der Baden-Württemberg-Stiftung, Südwestmetall und der Bundesagentur für Arbeit entstanden ist. Er ist für Schulen kostenlos, denn die mobile Industriewelt soll Lust auf Ingenieurberufe machen und so den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg langfristig erhalten. An mehreren interaktiven Stationen wird Schülern gezeigt, welche Chancen die Industrie bietet und wo überall MINT-Fächer benötigt werden.

 

Draskovits

Katrin Draskovits

Volontärin

Katrin Draskovits arbeitet seit Oktober 2019 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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