Reinhold Würth trägt jetzt den Orden für Kunst und Literatur

Künzelsau - Reinhold Würth und Frankreich: Das ist eine besonders innige Liaison - kulturell und geschäftlich. Beides traf am Montag im Alma-Würth-Saal auf nahezu perfekte Weise zusammen.

Von Ralf Reichert
Email
Frankreich adelt Kulturfreund
Der französische Botschafter in Deutschland, Bernard de Montferrand (links), gratuliert Reinhold Würth zu der hohen Auszeichnung des Kulturministeriums. An dessen Revers hängt der Orden eines Offiziers für Kunst und Literatur.Foto: privat

Künzelsau - Reinhold Würth und Frankreich: Das ist eine besonders innige Liaison - kulturell und geschäftlich. Beides traf am Montag im Alma-Würth-Saal auf nahezu perfekte Weise zusammen.

Würth selbst sprach von einer "wunderbaren Symbiose". Der Konzernlenker und Mäzen wurde vom französischen Botschafter mit einer hohen Auszeichnung dekoriert, die sein "beispielhaftes Engagement im Bereich der Kultur" würdigte, während hundert Führungskräfte von Würth Frankreich auf einer "Jahresendveranstaltung" in Gaisbach weilten, denen der Geehrte für den Umsatz in 2009 seinerseits "Dank, Respekt und Hochachtung" zollte.

"Diesen Orden, den haben auch sie verdient", sagte Würth - und schloss natürlich all die anderen rund 60 000 Beschäftigten mit ein. Denn: "Wenn das Unternehmen nicht in einer solch guten Verfassung wäre, hätte ich mich nicht so sehr mit Kunst und Kultur beschäftigen können und nicht so intensiv mit den französischen Beziehungen."

Wunder

Der Orden eines Offiziers für Kunst und Literatur ist der Lohn für diesen regen kulturellen Austausch und sein besonderes Interesse an der Grande Nation. "Was in den vergangenen 50 bis 60 Jahren an Veränderungen zwischen Frankreich und Deutschland passierte, ist schon ein riesengroßes Wunder", sagte Würth. Wunderbar: Dieses Prädikat hätte andererseits die Rede von Bernard de Montferrand kränzen können. Der französische Botschafter adelte den Kopf des Künzelsauer Handelsimperiums als "großen Freund Frankreichs" und listete all jene Verdienste auf, die den Staat zur Verleihung des Ordens bewogen haben.

Jüngstes Zeichen dieser lebendigen Beziehung zwischen Würth und Frankreich sei das Museum für zeitgenössische Kunst, das 2008 in Erstein bei Straßburg eröffnet wurde. Direkt neben dem Sitz von Würth Frankreich. Architektonisch "wirklich gelungen" und "an einem Ort, wo sonst nur wirtschaftliches und industrielles Leben herrscht". Und so wie Würth in fast allen großen französischen Städten Logistikzentren und Verkaufsstellen habe, nenne der Sammler auch einige Werke französischer Künstler sein eigen. Im Kunst-Beirat der Würth-Gruppe seien zwei Kenner der französischen Kunstszene vereint: Werner Spies, ehemaliger Direktor des Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, sowie Fabrice Hergott, Direktor des Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris. Nicht zu vergessen sei die Unterstützung der deutsch-französischen Kulturinstitute in Karlsruhe und Stuttgart.

Fleiß

Am Ende sprach dann wieder ganz der Hohenloher Kaufmann aus dem Kulturfreund. Würth Frankreich sei die "größte und wichtigste Auslandsgesellschaft", ihr Anteil am Gesamtumsatz betrage "gewaltige" acht Prozent. Deshalb: Ohne Fleiß kein Preis. Und schon gar nicht solch große Kunst.

Staatlicher Orden

Den Orden für Kunst und Literatur hat die Republik Frankreich am 2. Mai 1957 per Verordnung geschaffen. Mit ihm werden Personen geehrt, „die sich durch ihr künstlerisches oder literarisches Schaffen ausgezeichnet oder um die Strahlungskraft der Kunst und der Literatur in Frankreich und in der Welt verdient gemacht haben“. Der „L’Ordre des Arts et des Lettres“ ist in drei Stufen unterteilt: Ritter, Offizier und Kommandeur. Im Jahr 2000 hatte Reinhold Würth bereits den Orden eines Ritters für Kunst und LIteratur erhalten. Die Aufnahmen und Nominierungen finden zweimal jährlich, zum 1. Januar und zum 14. Juli, auf der Grundlage eines Erlasses des französischen Ministers für Kultur und Kommunikation statt.


Kommentar hinzufügen