Neues Gästehaus bei der Kirche

Künzelsau - Während im Honigzipfel Schilder und ein großes Transparent zur Rettung alter Bausubstanz aufrufen, hat der Bagger nur wenige Meter davon entfernt beinahe unbemerkt vier alte Häuser abgebrochen. In der Keltergasse zwischen Dekanat und Johanneskirche entsteht etwas Neues: ein Gästehaus mit 19 Appartements.

Von Matthias Stolla
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Neues Gästehaus bei der Kirche
Nichts steht mehr: In der Keltergasse, gleich bei der Johanneskirche, leistet der Abrissbagger ganze Arbeit.Foto: Matthias Stolla

Künzelsau - Während im Honigzipfel Schilder und ein großes Transparent zur Rettung alter Bausubstanz aufrufen, hat der Bagger nur wenige Meter davon entfernt beinahe unbemerkt vier alte Häuser abgebrochen. In der Keltergasse zwischen Dekanat und Johanneskirche entsteht etwas Neues: ein Gästehaus mit 19 Appartements.

Abseits der üblichen Wege liegt die Baustelle. Nur gelegentlich verraten Geräusche und der typische Geruch von nassen Kellern, dass in der Keltergasse der Bagger wütet. Das Ehepaar Barthelmäs lässt dort Platz schaffen für die Erweiterung ihres Beherbergungsbetriebs. Seit 1984 führt Günter Barthelmäs den „Engel“. Das Gasthaus in der Schnurgasse ist seit August 1903 in Familienbesitz. Dazu gehören insgesamt 30 Betten in Gästezimmern und in der benachbarten Ferienwohnungen. „Gästezimmer sagen wir, nicht Fremdenzimmer“, betont Ehefrau Mary.

Mehlkammer

Dass die Wirtsleute ihr Angebot in Bälde verdoppeln, war ursprünglich gar nicht geplant, räumt Günter Barthelmäs ein: „Eigentlich wollen wir nur vier kleine Wohnungen bauen.“ Schon im Oktober 1998 hatten die beiden deshalb das Brendelsche Haus, Keltergasse 53, gekauft und planten zudem den Kauf der zur Keltergasse 51 gehörigen Mehlkammer der ehemaligen Bäckerei.

Neues Gästehaus bei der Kirche
Der Entwurf des Architekten zeigt bereits die Laubengänge, welche die Appartements miteinander verbinden werden.

Die Stadtverwaltung habe dann vorgeschlagen, auch das benachbarte Haus Baumann zu erwerben, so dass Mary und Günter Barthelmäs letztlich drei alte Häuser ihr eigen nennen konnten: Keltergasse 53, 55, 57. „Das vierte, die Nummer 61, gehört der Stadt und wird nur abgebrochen“, erklärt Barthelmäs. So entsteht Platz für einen großen Innenhof, um den sich dann das geplante L-förmige Haus erstrecken wird. „Plötzlich waren es 19 Appartements“, staunt Günter Barthelmäs über die Entwicklung. Den Bedarf dafür sieht er gegeben. „Wir sind recht gut gebucht“, sagt er. Vor allem die Unternehmen in Künzelsau und Umgebung sorgten für eine gute Belegung der Betten im Engel. „Für jeden Mitarbeiter bezahlen die nicht das Hotel“, sagt der Wirt mit Blick auf das nahe Hotel-Restaurant Anne-Sophie und ergänzt: „Wir sind eine ganz andere Preiskategorie.“ Im Sommer kämen zudem immer mehr Radtouristen dazu.

Richtfest

Rund eine Million Euro will das Ehepaar in das neue Gästehaus in der Keltergasse investieren. Die Planung sieht je sieben Appartements im ersten und zweiten Stock sowie fünf weitere im dritten Stock vor. Die Größe reicht von 20 bis 40 Quadratmeter. Im Erdgeschoss ist Platz für Garagen. Nach dem Abbruch sollen sofort die Arbeiten am neuen Haus beginnen. Ende September, schätzt der Wirt, könne bereits Richtfest gefeiert werden.

Einen Namen hat das Gästehaus noch nicht. „Da bin ich noch am Rätseln“, sagt Mary Barthelmäs. Für den neu entstehenden großen Innenhof könnte sich ihr Ehemann einen offiziellen Straßennamen gut vorstellen: „An der alten Küferei“ - als Erinnerung an die Küferei Oberst, die dort früher war.

 


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