Neues Bankenviertel in der Ortsmitte von Mulfingen

Mulfingen  Der schmucke Dorfplatz in Mulfingen soll sich zur zentralen Anlaufstelle für die Bürger entwickeln. Die Kosten für die Realisierung wurden eingehalten.

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Neues Bankenviertel in der Mitte

Die neue Dorflinde muss erst noch wachsen. Rund um den gepflanzten Baum soll sich künftig das pralle Leben in Mulfingen abspielen.

Es ist kalt am Freitagabend in Mulfingen. Das Thermometer nähert sich langsam aber sicher dem Gefrierpunkt. Dennoch herrscht bei den zahlreichen Mulfingern, die sich nach und nach in der neuen Ortsmitte einfinden, eine heitere, gelöste Stimmung. Die prächtige Nordmanntanne im Zentrum des Platzes, die ihre mit großen roten Kugeln geschmückten Zweige in den Himmel reckt, trägt ihr Übriges zur festlichen Stimmung bei. "Das ist ein wüstgläubiger Baum", scherzt ein Passant lachend beim vorbeigehen.

Ein evangelischer Baum, weil er aus Buchenbach stammt

"Der Baum kommt aus Buchenbach", klärt der stellvertretende Bürgermeister Armin Deubler auf. Buchenbach ist im Gegensatz zu den meisten anderen Mulfinger Ortsteilen mehrheitlich evangelisch. Glaube und Kirche spielen in der Jagsttalgemeinde nach wie vor eine große Rolle.

"Wir entwickeln uns langsam zur Festlesgemeinde", wirft Fritz Korn mit Blick auf die zahlreichen Bänke ein, die die neue Mitte der Gemeinde schmücken. Für den ehemaligen Vorsitzenden des Vereins pro Mulfingen ist die neue Ortsmitte ein wichtiger Faktor, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. "Ich lade die Bürger ein, auf den Bänken Platz zu nehmen und die Mitte mit Leben zu erfüllen", betont Bürgermeister Robert Böhnel in seiner Ansprache. Und Ortsvorsteher Johannes Dirnberger ruft den zahlreich erschienenen Mulfingern zu: "Ihr könnt stolz auf eure Ortsmitte sein."

Bis dieser schmucke Platz endlich eingeweiht werden konnte, vergingen allerdings fast fünf Jahre. Die ersten Pläne gab es bereits 2014. "Es war gut, dass sich viele Bürger in der Zeit zu Wort gemeldet und ihre Ideen eingebracht haben", hebt Robert Böhnel hervor. "Im Vergleich zum Flughafen von Berlin liegen wir aber sehr gut", witzelt André Metzger vom gleichnamigen Planungsbüro aus Weikersheim.

Denn seit dem ersten Spatenstich im März 2019 läuft alles nach Plan, auch die geplanten Kosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro wurden eingehalten. Martin Knorr verweist auf die Ausstattung am Platz. "Mulfingen hat jetzt ein neues Bankenviertel" scherzt der Architekt aus Öhringen. Neben der Volksbank- und Sparkassenfiliale spielt Knorr auf die zahlreichen Bänke an, die rund um die neu gepflanzte Dorflinde aufgestellt sind. "Der neue Treffpunkt hat aber auch eine sehr gute Aufenthaltsqualität", betont der Architekt. Dazu zählen kostenloses WLAN, Tische, Sonnenschirme und Ladestationen für Elektroautos und -fahrräder.

Für Pater John Peter ist die neue Ortsmitte "ein göttliches Geschenk". Der Priester lässt es sich nicht nehmen, den ganzen Platz abzulaufen, um ihn mit Weihwasser zu segnen, ehe die Gemeinde "Großer Gott wir loben Dich" anstimmt. "Das Lied kennen katholische und evangelische gleichermaßen", erläutert John Peter.

Rausgehen, um sich an den Bänken zu treffen

"Ich muss sagen, mir gefällt der Platz sehr gut. Manche kritisieren, dass es zu viele Bänke sind, aber ich finde die Leute sollen rausgehen, sich dort treffen und miteinander reden. In südlichen Ländern ist das gang und gäbe", betont Otto Strecker, Vorsitzender des SV Mulfingen. "Die Ortsmitte ist wirklich sehr schön geworden", sagt auch Alois Friedrich. Der Anwohner hatte während der halbjährigen Bauzeit ein wenig unter den Arbeiten zu leiden. "Ich muss aber sagen, dass wir ein sehr gutes Verhältnis zu den Arbeitern hatten und wir sehr freundlich und herzlich miteinander umgegangen sind", betont Friedrich.

Herzlich geht es auch zu, als Inge Muhler mit ihrem Rathausteam nach dem offiziellen Teil Glühwein und Fleischkäseweckle verteilt. Spätestens dann ist auch die Kälte in der neuen Mulfinger Ortsmitte vergessen.

Neues Bankenviertel in der Mitte

Mit vereinten Kräften: Die Mulfinger Kinder durften auf den roten Knopf drücken, um die neue Ortsmitte offiziell einzuweihen.

Fotos: Thomas Zimmermann


Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Februar 2016 bei der Stimme. Zuvor war der ehemalige Fußballer als Radioreporter und Magazinmacher unterwegs. Für die HZ berichtet er überwiegend über Künzelsau und Umgebung.  

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