Motorradbräute gesucht

Bikerclub Yankees MC feiert Geburtstag ganz nach Rockerart

Von Janina Hornung
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Seit 30 Jahren sind Martin Karle und Klaus Biegel (von links) bereits Yankees mit Leib und Seele. Tassilo Thiede gehört zu den wenigen Vereinsfrischlingen.Foto: Hornung

Ingelfingen - Ingelfingen Schwere Maschinen, Leder, Gitarrenriffs. Wer sich dem ansonsten eher beschaulichen Stachenhausen näherte, traute seinen Augen und Ohren kaum -– dort führten die Biker das Regiment. Unter dem Motto „30 Years on the Road“ feierte der Yankees MC Stachenhausen Geburtstag mit einer dreitägigen Sommerparty.

Nachwuchssorgen Motorradspiele am Nachmittag und Livemusik am Abend lockten Biker wie Nichtbiker ins Festzelt. Der Sound von AC/DC beherrschte den Abend. Die Berliner Coverband „Riff Raff“ rockte mit Klassikern wie „Highway to hell“. Klaus Biegel und Martin Karle, Clubmitglieder fast von Anfang an, waren zufrieden. Etwa 1500 Besucher sind zur Rocknacht gekommen. Clubs vom Allgäu bis Hannover tummelten sich neben Musikfans aus dem Umland. Der MC (Motorradclub) selbst zählt heute insgesamt 32 Köpfe. Alle Berufsgruppen sind vertreten. „Der Nachwuchs kommt tröpflesweise, “ räumt Klaus Biegel Nachwuchssorgen bei den Yankees ein – wie in vielen anderen Clubs auch. Der Grund: Viele Alternativangebote und die Verpflichtungen der Mitgliedschaft, mutmaßt er.

Es ist aber auch nicht ganz einfach, Yankee zu werden. Potenzielle Mitglieder durchlaufen eine einjährige Probezeit, während der die Anwärter beweisen können, dass sie zuverlässig hinter ihrem Club stehen. Ein Frischling ist Tassilo Thiede. Der 21-Jährige wollte mit einem Kumpel eigentlich einen eigenen Verein gründen, musste aber feststellen, dass in Stachenhausen schon einer existiert. Nun ist er froh, dabei zu sein: „Die Yankees sind einfach genial!“

Wandel Die Yankees seien aber sehr aktiv und nicht vom Aussterben bedroht, versichert Martin Karle. „Wir hoffen, dass wir noch 30 Jahre so weitermachen können“, wünscht sich Klaus Biegel. Aber der Club hat sich verändert. „Er ist familiärer geworden. An Weihnachten kommt jetzt auch mal der Nikolaus“, gesteht Biegel. Ein reiner Herrenclub übrigens. Und warum? „Weil das so in der Satzung steht“, erklärt Thiede. Bisher habe auch noch keine Frau um Aufnahme ersucht. „Sollte das doch mal der Fall sein, wären wir durchaus bereit, unsere Satzung zu ändern“, fügt Biegel rasch an.

Auch den Damen hätte der Verein einiges zu bieten – etwa eine Motorradhochzeit. „Es ist ein Erlebnis, wenn man aus der Kirche kommt, und da 20 Biker mit ihren Maschinen Spalier stehen und Vollgas geben“, schwärmt Karle. Wer will da nicht eine Motorradbraut sein?


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