Künzelsau ruft Alexander Gerst

Künzelsau  Von Gaisbach ins All: Rund 1000 Schüler fiebern dem Funkkontakt mit Alexander Gerst entgegen. Heute um 12.28 Uhr wollen Amateurfunker aus Heilbronn und Hohenlohe die Verbindung zur Internationalen Raumstation (ISS) herstellen.

Von Thomas Zimmermann
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Erste Moderationsrunde von links: Volker Schmid (Missionsmanager von Alex Gerst), Matthias Bopp (Funkamateur), Bernd Paukner von der Freien Schule Anne Sophie, Edwin Strasser (Schulleiter des Ganerben-Gymnasiums), Florian Frank (Schulleiter der Georg Wagner Schule) und Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: Zimmermann

 

Im Carmen-Würth-Forum in Gaisbach werden heute rund 1000 Schüler aus Künzelsau und Umgebung gebannt an ihren Lippen hängen und auf die Antwort warten: "Hier ist Alexander Gerst − over". So oder so ähnlich wird der Künzelsauer Astronaut auf den sogenannten ARISS-Call antworten.

"Die dann folgenden Fragen haben sich die Schüler bereits ausgedacht", sagt der Schulleiter der Georg-Wagner-Schule Florian Frank. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Ganerben-Gymnasium, der Freien Schule Anne-Sophie und der Stadtverwaltung hat er das Großprojekt geplant.

"Nachdem Ende September die jüngeren Schüler bei der Raumfahrtschau des Deutschen Raumfahrtzentrums dabei sein durften, haben wir diesmal die Schüler ab der siebten Klasse aufwärts ausgewählt", erläutert Edwin Straßer, Rektor des Ganerben-Gymnasiums.

Im Vorfeld wurden 23 Schüler ausgewählt, die im Funkinterview ihre Fragen, die sich selbst ausgedacht hatten, persönlich an Alexander Gerst stellen dürfen. "Wenn die rote Lampe aufleuchtet, dürfen die Schüler sprechen. Wir haben das alles bereits eingeübt", sagt Matthias Bopp.

Funkmasten mit 20 Meter Höhe auf Anhänger

Forum ruft: "Delta Papa 0 India Sierra Sierra"
Matthias Bopp (vorne), Florian Frank (links) und Edwin Straßer freuen sich auf den Funkkontakt mit Alexander Gerst. Foto: Thomas Zimmermann/Montage Hst

Der leidenschaftliche Amateurfunker, der in Langenbrettach wohnt, ist beim ARISS-Call der wichtigste Mann. Er wird im Carmen-Würth-Forum gemeinsam mit seinen Funkerfreunden aus den Ortsgruppen Heilbronn und Hohenlohe den Funkkontakt mit der ISS herstellen.

Dazu wird Bopp mit seiner Crew einen Funkmasten mit 20 Meter Höhe auf einem Anhänger direkt neben dem Kongress- und Kulturzentrum auf der Anhöhe in Gaisbach aufbauen. "Das ist der ideale Ort für den Funkkontakt mit der ISS", betont Bopp. In der Tallage der Innenstadt wäre eine stabile Funkverbindung nicht möglich. "Wir brauchen freie Sicht zum Horizont", erklärt Matthias Bopp.

Rahmenprogramm mit Vorträgen und Musik

Schüler der Georg-Wagner-Schule, des Ganerben-Gymnasiums und der Freien Schule Anne-Sophie haben Fragen vorbereitet und mit den Funkern für einen reibungslosen Ablauf geprobt. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Geht alles gut, bleibt ein Zeitfenster von etwa elf Minuten, in dem die Schüler mit Alexander Gerst sprechen können. Verlässt die ISS, die mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Stundenkilometer die Erde umkreist, den Raum über Europa, wird die Verbindung unterbrochen. Rund um das Funkinterview haben die Organisatoren im Carmen-Würth-Forum ein buntes, rund dreistündiges Rahmenprogramm vorbereitet.

"Die neue Experimenta in Heilbronn wird sich vorstellen, wir haben spannende Vorträge geplant, und auch die Schülerbands der Freien Schule Anne-Sophie und des Ganerben-Gymnasiums werden spielen", zählt Florian Frank auf. "Jedenfalls sind die Schüler schon seit Tagen ganz aufgeregt", ergänzt Edwin Straßer.

Für den Medienprofi Alexander Gerst ist das Funkinterview dagegen nichts Besonderes. Schon sein Großvater war begeisterter Amateurfunker, und er hat als Kind zusammen mit seinem Opa bereits Botschaften per Funk von Hohenlohe aus rund um die Welt geschickt. Der Satz "Viele Grüße nach Künzelsau − over", wird ihm also ganz leicht über die Lippen gehen.


Probleme beim Funkkontakt mit Heilbronn

In der vergangenen Woche hatten Schüler am Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium Funkkontakt mit Alexander Gerst. Leider war in der Keplerhalle außer Rauschen nichts zu hören. In Gaisbach ist man trotzdem frohen Mutes, dass heute alles klappt. 

 

 
 

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