Krautheim strebt attraktives Zentrum an

Krautheim  Der Gemeinderat beschließt die Erweiterung des Sanierungsgebietes in Krautheim Tal. Dort sollen unter anderem eine ehemalige Schreinerei und eine ehemalige Gärtnerei für einen attraktiven Stadtkern weichen.

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Die ehemaligen Schreinerei soll, wie die Gebäude der Gärtnerei, abgebrochen werden, um Platz für eine Neuordnung zu schaffen.

Foto: privat

"Wir werden uns noch lange sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigen", sagt Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler, nachdem die Mitglieder der Gemeinderates einstimmig die Hand gehoben haben - der Beschluss zur Erweiterung des Sanierungsgebietes "Im Tal II" ist angenommen. Doch was genau wurde beschlossen?

Im Stadtzentrum Krautheims unterhalb der Götzstraße klafft das Bahnhofsareal als große Industriebrache. Oberhalb der Straße besteht ebenfalls städtebaulicher Sanierungsbedarf, wie es im Fachjargon heißt. 2014 wurden beide Bereiche als Sanierungsgebiet "Im Tal II" festgelegt (siehe Grafik). Es ist die Folgemaßnahme des Sanierungsgebiets "Im Tal I".

Überreste beseitigen und Areal neu gestalten

Stadtentwickler Ralf Jaeschke begleitet die Sanierungen in Krautheim seit 16 Jahren. Bei den städtebaulichen Untersuchungen wandert sein Blick auch auf die andere Seite der Bahnhofstraße und Altkrautheimer Straße. Dort befinden sich die ehemalige Schreinerei und die Überreste eines Gärtnereibetriebs mitsamt den leeren Gewächshäusern.

Krautheim strebt attraktives Zentrum an

Das Areal des Gärtnereibetriebs mit seinen Gewächshäusern steht schon längere Zeit leer. Hier könnten neue Wohnungen und Geschäfte entstehen.

Foto: privat

"Hier besteht ein großes innerörtliches Potenzial, welches es zu entwickeln gilt", gibt Jaeschke im Gemeinderat zu bedenken. Er schlägt den Stadträten vor, die Gebäude der Gärtnerei und der Schreinerei abzubrechen und eine Neuordnung des Areals anzustreben. An dieser Stelle kann ein attraktiver Stadtkern entstehen, meint der Experte.

Seine Kollegin, Stadtplanerin Ulrike Datan, empfiehlt eine Mischbebauung aus Wohnraum und Gewerbe. Da in unmittelbarer Nähe die Jagst fließt, müsste bei sämtlichen Neubauten im südlichen Teil des Gebietes jedoch der Hochwasserschutz beachtet werden.

Jagsttalbahntrasse bleibt für Stadt ein Ärgernis

Die das Areal durchquerenden Gleise der Jagsttalbahn müssen ebenfalls in die Neuordnung einbezogen werden. Dieser Punkt stößt vor allem Ratsmitglied Thomas Dubowy sauer auf. "Warum der Erhalt der Jagsttalbahn?", fragt er provokant. Ihm sind die Gleise inmitten von Krautheim Tal schon lange ein Dorn im Auge.

"Die Jagsttalbahn muss berücksichtigt werden, auch wenn das nicht jedem gefällt", hält Jaeschke entgegen. Wolfgang Ringeisen wünscht sich bei einer Neuordnung mehr Geschäfte, Cafés und Freiflächen, die den Bereich beleben. "Immerhin ist es das Zentrum Krautheims." Daraufhin betont der Stadtplaner: "Bei unseren Vorschlägen handelt es sich nur um Empfehlungen, nicht um Pläne."

Krautheim strebt attraktives Zentrum an

Viel Fläche, die nicht genutzt wird: Nach Meinung der Experten für Stadtentwicklung würden die Planungen für diesen Bereich "alles zulassen".

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Die Planungen ließen alles zu. "Die tatsächliche Bebauung wird von Investoren abhängig sein - und dem Eigenleistungsanteil der Kommune." Bürgermeister Köhler sagt: "Diese Fläche gehört entwickelt. Das sollte in unser aller Interesse sein."

Fördermittel werden nicht reichen

Im Fördertopf für das Sanierungsgebiet "Im Tal II" liegen 3,28 Millionen Euro, wovon 60 Prozent der Bund und das Land beisteuern. Die verbleibenen 40 Prozent muss die Stadt Krautheim tragen. Ralf Jaeschke schätzt, dass mit allen vakanten Punkten im Sanierungsgebiet einschließlich der Erweiterung die Fördermittel nicht ausreichen werden.

 

Sarah Arweiler

Sarah Arweiler

Autorin

Sarah Arweiler ist seit 2016 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Sie arbeitet seit März 2021 in der Onlineredaktion. Zuvor war sie unter anderem als Lokalredakteurin bei der Hohenloher Zeitung tätig.

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