Krankenhaus in Künzelsau wird bis Ende 2019 geschlossen

Bretzfeld/Künzelsau  Das Künzelsauer Krankenhauses schließt schneller als geplant. Der Kreistag besiegelte am Montag das vorzeitige Aus und legte den Grundstein für das ambulante Gesundheitszentrum in der Kreisstadt.

Von Ralf Reichert
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Künzelsau erhält starkes Versorgungszentrum
Die Klinik Künzelsau ist ab 1. Januar 2020 Geschichte. Auf dem jetzigen Krankenhausgelände soll dann ein Medizinisches Versorgungszentrum mit zahlreichen Zusatzfunktionen entstehen. Foto: Archiv/Mugler

Das Krankenhaus in Künzelsau wird spätestens zum 31. Dezember 2019 geschlossen und die akut-stationäre Versorgung in Öhringen konzentriert. In Künzelsau soll in der Folge ein ambulantes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entstehen: als Kern eines Gesundheitszentrums, das um weitere Bausteine ergänzt wird. Dies beschloss der Kreistag am Montag in Schwabbach.  

Damit hat das Gremium den bisherigen Stand revidiert, wonach die Klinik in Künzelsau erst dann aufgegeben wird, wenn der Krankenhausneubau in Öhringen steht: also 2023. Der Grund dieses Kurswechsels sind die hohen Betriebsdefizite in Künzelsau, die der Kreis aus dem normalen Haushalt ausgleichen müsste. Von 2020 bis 2022/23 wären dafür jährlich 6,5 Millionen Euro fällig gewesen. Das ist der Mehrheit des Kreistags zu viel. Die Klinik in Künzelsau ist nur noch zu rund 40 Prozent ausgelastet, in Öhringen sind es 78 Prozent. 

Gesamte stationäre Versorgung ab 2020 in Öhringen

Jetzt steckt der Kreis 2019 nochmals 6,5 Millionen Euro in das Hohenloher Krankenhaus, wobei fünf bis sechs Millionen Euro das Defizit in Künzelsau abdecken - plus 2,5 Millionen Euro für bauliche Veränderungen in Öhringen, um in der Übergangsphase räumlich gewappnet zu sein, bis der Klinikneubau 2023 fertig sein wird. Die gesamte stationäre Versorgung wird ab 2020 in Öhringen zentriert.

Das Medizinische Versorgungszentrum in Künzelsau bildet die Basis des Gesundheitszentrums, das um weitere Angebote aufgestockt wird. Das MVZ soll die allgemein- und fachmedizinische Versorgung sichern. Mit dem Kreistagsbeschluss kann die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH jetzt in die konkreten Vertragsverhandlungen mit interessierten Ärzten gehen. Sie wären an dem MVZ angestellt und würden ihre Arztsitze ans HK verkaufen. Über Zahl der Ärzte und Disziplinen ist noch nichts bekannt. In dem Basismodell, das die HK finanziell voll abdeckt, ist auch die Anstellung sogenannter „Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis“ (Vehra) vorgesehen. Das sind medizinische Fachangestellte, die sich weitergebildet haben und Hausärzte, etwa bei Hausbesuchen, unterstützen können.    

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Zu diesem Basismodell möchte der Hohenlohekreis weitere Leistungen nach dem Besteller-Prinzip dazu buchen. Diese müssen aus dem normalen Kreishaushalt finanziert werden. Dazu gehören eine Kurzzeitpflege sowie eine Notfallversorgung, die um einen zusätzlichen Sitzdienst an Wochenenden und in der Nacht erweitert wird: als Pilotprojekt über drei Jahre, das jährlich überprüft wird. Hinzu kommt ein Integratives Komplementärmedizinisches Zentrum, das wissenschaftlich anerkannte Naturheilverfahren etwa für Schmerz- oder Krebspatienten anbietet. Die Notfallsysteme des Rettungsdienstes sollen ferner mit telemedizinischen Anbindungen ausgestattet werden.

Außerdem könnte die palliativmedizinische Versorgung gestärkt werden. Der Kreistag bittet die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH um die Vorlage weiterer Konzeptionen. Der Rettungsdienst soll durch weitere Rettungsmittel verbessert werden, der Bedarf wird überprüft. Außerdem soll die Psychiatrische Tagesklinik erhalten bleiben, die HK ist hier Vermieterin. Das Ärztehaus Medi-Kün bleibt bestehen.

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