Komplimente für Gefleckte Schönheiten

Mulfingen - Bezirksrindviehschau des Fleckviehzuchtvereins Künzelsau-Öhringen in Hohenrot

Von Claudia Burkert- Ankenbrand
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Die Züchterjugend führte ihre Kälber durch den Ring. Bei dem Wettbewerb soll frühzeitig die Freude am richtigen Umgang mit den jungen Tieren geweckt werden.

Mulfingen - Fleckvieh gehört für den ehemaligen Öhringer Zuchtwart Friedrich Kopp zum Hohenloher Land. Ausgesuchte Exemplare der gefleckten Lieferantinnen von Milch und Fleisch stehen auf der Streuobstwiese von Martin Wolpert. Sie warten unterm schattigen Blätterdach der Apfelbäume auf ihren großen Auftritt.

Ihre Besitzer streichen noch einmal mit dem Striegel und der Bürste über ihr Fell. "Da lebt man auf", meint Erna Ehrmann. Die stattliche Herde mit rund 80 Kühen gefällt die Bäuerin aus Zaisenhausen. Sie weiß allerdings auch, welche Mühe sich die Züchter für den Wettbewerb machen. Das Fell der vierbeinigen Teilnehmerinnen wird geschoren. Die Kühe werden gewaschen, gestriegelt und gebürstet, bevor sie sich den Preisrichtern zeigen.

Leidenschaft

Liebe zum Tier und Leidenschaft komme bei der Schau rüber. Auch wie viel Freude die Züchterjugend hat, ist nicht zu übersehen. Fürsorglich streichelt Jakob Limbach aus Wolfsölden sein Kälbchen Niki. Nani heißt der Fleckviehnachwuchs, den sein Bruder Jonas beim Vorführwettbewerb zeigt. "Sie haben fleißig geübt", erzählt ihre Oma Marie-Luise Limbach von den zahlreichen Runden, die ihre Enkel vor dem Wettbewerb mit dem Fleckviehnachwuchs gedreht haben.

"Ich bin viel mit meinem Kälbchen gelaufen", sagt Georg Ehrmann aus Sonnhofen, der dieses Jahr in die Schule kommt. Lena heißt es und ist ganz zutraulich. Naemi aus Langenbrettach strahlt. Sie gehört mit ihren nicht ganz vier Jahren zu den Jüngsten, die ihre Kälbchen vorführen. Und das ist ein ganz lebhaftes.

"Beim Vorführwettbewerb der Kinder und Jugendlichen soll frühzeitig die Freude am richtigen Umgang mit den jungen Tieren geweckt werden", sagt Preisrichter Dieter Kraft. Er will von den jungen Teilnehmern auch wissen, was die Kälbchen zu fressen bekommen und wie sie gehalten werden. "Ihr habt euch super vorbereitet und beim Wettbewerb ausgezeichnet gearbeitet", sagt Kraft bei der Siegerehrung.

Sieger

Auch bei den Älteren hat die Bezirksschau Sieger zu bieten. Fleckviehkühe mit einer, zwei und mehr Kalbungen, in Milch, tragend und Jungkühe führen die Züchter vor. Ein schweißtreibendes Geschäft bei tropischen Temperaturen. Die gefleckten Schönheiten wollen nicht immer so, wie ihr Besitzer wollen. "Wenn deine weiterlaufen würde, wollt meine nicht neben naus", sagt Gerhard Ehrmann im Wertungsring zu seinem Vordermann. "Auf Top-Niveau" sieht Thomas Bidlingmeyer, was er in Hohenrot geboten kriegt. "Milchbetont, formschön, elegant, mit trockenem Beinwerk und schöner Oberlinie, harmonisch, edel und fein", beschreibt der Zuchtleiterassistent der Rinderunion Baden-Württemberg die Kuhdamen. "Züchten sie weiter, bleiben sie am Ball, sie haben gutes Material", lobt er.


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