Junge Erfinder mit viel Herzblut

Künzelsau  Mit Susanne Eisenmann besucht erstmals eine Kultusministerin den Regionalwettbewerb Jugend forscht. Erfolgreiche Teams auch aus Hohenlohe.

Von zim
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Junge Erfinder mit viel Herzblut

Nicolas Brümmer, Roman Dierolf und Niklas Hammrich erklären Kultusministerin Susanne Eisenmann ihren Reinigungsroboter.

Fotos: Thomas Zimmermann

Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Jugendlichen sind mit so viel Herzblut bei der Sache. Deshalb brauchen wir auch diese Wettbewerbe", schwärmt Susanne Eisenmann nach ihrem halbstündigen Rundgang durch das neu erbaute Gebäude G auf dem Künzelsauer Campus der Hochschule Heilbronn.

Zahlreiche Schüler und Azubis aus der Region Heilbronn-Franken, die am diesjährigen Regionalwettbewerb Jugend forscht und Schüler experimentieren teilgenommen haben, erklärten der baden-württembergischen Kultusminsterin dabei, warum Brennnesseln brennen, wie man Öle selbst herstellen kann und ob sich Leistungen unter Zuhilfenahme von Traubenzucker steigern lassen.

Roboter ersetzt Schornsteinfeger

Junge Erfinder mit viel Herzblut

Auch Maskottchen Leo Green durfte bei ugend forscht nicht fehlen.

Beeindruckend auch die Antwort auf die Frage: Wie kann ein Roboter senkrechte Rohre von innen reinigen? Der 22-jährige Nicolas Brümmer und die 18-jährigen Roman Dieroff und Niklas Hammrich, Azubis bei EBM-Papst, sind dieser Frage nachgegangen. "Wir hatten uns überlegt, dass es heute doch nicht mehr zeitgemäß ist, dass ein Schornsteinfeger den Kamin noch mit dem Besen reinigt", erklärt Roman Dieroff, die Idee.

Also machten sich die drei Azubis vom EBM-Papst daran, einen Roboter zu konstruieren, der sich raupenförmig fortbewegen kann. "Das Gerät lässt sich sogar per App oder LED-Brille überwachen", erklärt Niklas Hammrich.

"Und wir haben die Maschine als Patent angemeldet, denn etwas Vergleichbares gibt es noch nicht", betont Nicolas Brümmer. Die drei freuen sich riesig, dass sie damit in der Sparte Jugend forscht einen ersten Platz erreicht haben. "Wir wollen den Roboter jetzt noch einmal generalüberholen", sagt Nicolas Brümmer: "Schließlich wollen wir auch den Landeswettbewerb gewinnen".

Reifen testen

Junge Erfinder mit viel Herzblut

Noah Neff (v. l.), Paul Lehner und Thorsten Leiser haben herausgefunden welcher Mountainbikereifenauf welchem Untzegrund die besten Laufeigenaschaften hat.

Echte Sieger sind auch Noah Neff (18), Paul Lehner (18) und Thorsten Leiser (19). Die drei Schüler vom Technische Gymnasium in Künzelsau haben in ihrer Forschungsarbeit herausgefunden, welche Mountainbikereifen auf unterschiedlichen Belägen die besten Rolleigenschaften haben. "Da Mountainbiken mein Hobby ist, lag die Idee nahe", sagt Neff. Nach wochenlanger Vorbereitung testeten die Schüler zwei Tage lang im Freien und werteten die Daten mit einem speziellen Programm aus.

Dabei waren sie mit den Ergebnissen noch nicht ganz zufrieden. "Bis zum Landeswettbewerb wollen wir die Zahl der getesteten Reifen verringern, um noch aussagekräftigere Daten zu bekommen", versichert Thorsten Leiser.

Forscher gesucht

Insgesamt haben 113 Teilnehmer aus der Region Heilbronn-Franken mit 54 Projekten am Wettbewerb Jugend forscht in Heilbronn-Franken teilgenommen. Immerhin sieben Teams schafften den Sprung in den Landeswettbewerb Ende März in Fellbach.

Besichtigung

Die Ausstellung kann am Samstag von 9 bis 13 Uhr von Jedermann am Campus Künzelsau besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

EBM-Papst ist als Patenunternehmen zum 22. Mal Ausrichter des Regionalwettbewerbs. Nicht ganz uneigennützig: "Wir engagieren uns, weil wir fest davon überzeugt sind, dass ein Technologieführer junge Menschen, die an Innovationen tüfteln, fördern sollte", sagt Stephan Arnold, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei EBM-Papst. Natürlich hofft der Ventilatorenhersteller auch, dass der eine oder andere Erfinder seine Karriere auch beim Mulfinger Unternehmen macht.

 

 

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