Gewerbepark Hohenlohe lockt nicht nur gewerbliche Interessenten an

Hohenlohe  Im Gewerbepark Hohenlohe besteht nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen. Zusätzlich bringt sich nun eine nicht gerade kleine Kommune ins Gespräch, die sich liebend gerne am Zweckverband beteiligen möchte.

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Rund 4000 Arbeitsplätze, Gesamtsteuereinnahmen von 65,1 Millionen Euro und Investitionen in Höhe von 23,6 Millionen Euro - die Bilanz des im April 1990 gegründeten Zweckverbands Gewerbepark Hohenlohe kann sich wahrlich sehen lassen.

Und die Erfolgsgeschichte des von den Städten Künzelsau und Waldenburg sowie der Gemeinde Kupferzell betriebenen größten Gewerbegebiets im Hohenlohekreis ist noch lange nicht zu Ende. "Das gesamte Gelände südlich der Autobahn ist bereits im Eigentum der Firmen", erklärt Claudia Rohn, Geschäftsführerin des Zweckverbands.

Die Unternehmen haben sich die Flächen im 135 Hektar großen südlichen Verbandsgebiet gesichert, um flexibel auf weitere wirtschaftliche Entwicklungen reagieren zu können.

27 Hektar werden gerade erschlossen

Aus drei mach vier?

Das Werk von Gemü im Gewerbepark Hohenlohe: Der Hersteller von Ventil-, Mess- und Regelsystemen plant den Bau eines weiteren Verwaltungsgebäudes.

Weitere Grundstücke in einer Größenordnung von 95 Hektar stehen im Gewerbepark nördlich der A6 noch zur Verfügung. Doch auch diese Flächen sind begehrt. Rund 27 Hektar davon werden derzeit erschlossen. Ein Grundstück ist bereits verkauft, weitere Areale sind reserviert.

In der Fortschreibung des Regionalplans 2020 hat der Regionalverband daher in der 18. Änderung auch den Gewerbepark berücksichtigt. Hier ist eine Erweiterung der Gewerbeflächen um 58 Hektar geplant. Diese Flächen werden dringend gebraucht. Denn einige Unternehmen wollen weiter expandieren.

"Perspektivisch planen wir zukünftige Erweiterungen in Waldenburg. Dort haben wir ideale Voraussetzungen und konnten uns bereits entsprechende Flächen sichern", sagt Stephan Müller, Geschäftsführer von Gemü. Das Unternehmen ist bereits mitten in den Planungen für den Bau des ersten Verwaltungsabschnitts am Standort. "Der Bau, in dem rund 300 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, soll Anfang 2022 bezugsfertig sein", so Müller.

Das Bauunternehmen Wolff & Müller plant ebenfalls einen Anbau für den Geschäftsbereich Tief- und Straßenbau. Dort sollen neue multifunktionale Besprechungszimmer Raum finden. Auch das Unternehmen HPN-Industrieverpackungen, seit 2007 im Gewerbepark, hat angekündigt, weiter zu expandieren.

Aus drei mach vier?

Ziehl-Abegg belegt derzeit die größten Flächen im Gewerbepark Hohenlohe. Das Unternehmen verhandelt bereits über weitere Zukäufe.

Fotos: privat

Erweiterungspläne hat auch der Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg. Er besitzt im Gewerbepark bereits große Produktionsareale auf einer Gesamtfläche von 23 Hektar. "Wir stehen gerade in guten, einvernehmlichen Gesprächen und Verhandlungen, um ein weiteres Grundstück im Gewerbepark zu kaufen", sagt Rainer Grill, Pressesprecher des Unternehmens. Die genaue Größe der Fläche, die Ziehl-Abegg kaufen will, steht noch nicht fest.

Es gibt einen weiteren kommunalen Interessenten 

Unterdessen gibt es weitere Interessenten am Gewerbepark. Die Stadt Schwäbisch Hall würde sich liebend gerne am Zweckverband beteiligen. "Die Region zwischen Schwäbisch Hall und Künzelsau wächst zusammen, und der Wettbewerb zwischen den Regionen wächst. Da hat es durchaus Sinn, wenn wir unsere vorhandenen Potenziale gemeinsam nutzen", wirbt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim um den Beitritt.

Auch der Chef des Regionalverbands Heilbronn-Franken, Klaus Mandel, unterstützt diese Position. Einer Erhebung des Verbands zufolge hat Schwäbisch Hall bis zum Jahr 2030 einen Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen von 35 Hektar - Flächen, die die Stadt aus eigenem Bestand nicht decken kann.

Die Kommunen im Zweckverband sind dagegen zurückhaltender. "Bisher ist noch keine Entscheidung getroffen, da die Beratung in den Gremien erst Ende des Jahres geplant sind", betont der Waldenburger Bürgermeister Markus Knobel, der derzeit Vorsitzender des Zweckverbands Gewerbepark Hohenlohe ist.

Für Pelgrim ist der Fall klar: "Entweder gibt es eine gemeinsame Vision für die Entwicklung unseres Raumes oder nicht", so der Haller Oberbürgermeister. "Wir sind jedenfalls überzeugt, dass eine Zusammenarbeit beim Gewerbepark für alle beteiligten Kommunen und die Region insgesamt ein Vorteil wäre", betont Pelgrim.

 

 
 

Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Februar 2016 bei der Stimme. Zuvor war der ehemalige Fußballer als Radioreporter und Magazinmacher unterwegs. Für die HZ berichtet er überwiegend über Künzelsau und Umgebung.  

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