Diese Projekte werden in Künzelsau mit dem Bürgerbudget gefördert

Künzelsau  Bürgerprojekte werden in Künzelsau erstmals finanziell gefördert. Davon profitiert zum Beispiel der wildromantische Klebweg zwischen Künzelsau und Ingelfingen, der nun saniert wird.

Von Thomas Zimmermann
Aller guten Dinge sind vier

Der Klebweg am Kocher soll auf natürliche Art und Weise erschlossen und wieder begehbar gemacht werden.

Fotos: privat

Für Klaus Ottenbacher fällt neuerdings Weihnachten und Ostern auf den 8. Oktober. Seit 30 Jahren kämpft der rührige Unternehmer dafür, dass der verwilderte Klebweg wieder begehbar gemacht wird. Der idyllisch gelegene Pfad führt am Kocher entlang über den Scheurachshof bis Ingelfingen.

"Für mich geht wirklich ein Traum in Erfüllung", sagt der 79-Jährige, als am Dienstagabend feststeht, dass das Projekt mit dem neu geschaffenen Bürgerbudget gefördert wird. Einstimmig hatte der Gemeinderat zuvor die Vorschläge abgesegnet, die bei der Bürgerabstimmung vom 29. Juli bis 10. zum September die meisten Stimmen bekommen hatten.

Wildromantischer Pfad soll naturgeschützt erhalten bleiben

Das Projekt Klebweg lag mit 309 Stimmen ganz vorne und erhält 19.000 Euro. "Wir sind wirklich happy, dass das geklappt hat", freut sich Ottenbacher, der sich auch als Vorstandsmitglied des Vereins Stadtgeschichte Künzelsau engagiert und weitere Spenden für das Projekt gesammelt hat. Geht es nach ihm, dann sollen die Arbeiten, die insgesamt rund 45.000 Euro kosten sollen, noch in diesem Jahr beginnen. "Der wildromantische Pfad soll behutsam wieder sichtbar gemacht werden und naturgeschützt erhalten bleiben", betont Ottenbacher.

Aller guten Dinge sind vier

Mit dem Bürgerbudget soll im Stadtwald ein Natur-Erlebnis-Pfad für Familien und Kinder entstehen. Dafür erhält eine Privatinitiative 5000 Euro.

Über eine Förderung in Höhe von 5000 Euro kann sich eine Privatinitiative freuen, die einen Natur-Erlebnis-Pfad für Familien und Kinder ins Leben rufen will. Dort sollen Mitmachstationen wie Barfußpfad, Baumtrommel, Klangstäbe und Murmelbahn entstehen. Das Projekt überzeugte 208 Künzelsauer Bürger und belegt in der Abstimmung Platz zwei.

Geld für den Jugendtreff

Ebenfalls 5000 Euro Fördergelder sind für die Aufwertung des Mehrgenerationenspielplatzes in Gaisbach vorgesehen. Mit dem Geld soll eine Beleuchtung für die Boulebahn und das Pflanzen von Bäumen auf dem Platz finanziert werden. Für das Projekt stimmten 180 Bürger.

Eine Stimme weniger und damit Platz vier sowie die Fördersumme von 16.000 Euro erhält der Jugendtreff im Teilort Nitzenhausen. Mit dem Geld soll der Jugendtreff - besser bekannt als "Schuppen Nizza" - aufgewertet werden. Die Sanierung des Gebäudes übernehmen die Jugendlichen größtenteils in Eigenleistung. Das Geld soll in die Ausstattung des Jugendraums mit Küchenzeile, Hocker, Kühlschrank, Spülmaschine und Musikanlage fließen.

Treff für Jung und Alt

Dass sich auch noch die Dorfgemeinschaft Belsenberg freuen darf, haben sie der Hartnäckigkeit von Wolfgang Kubat zu verdanken. Die Idee, einen Treff für Jung und Alt zu schaffen, war mit 110 Stimmen zwar nur auf Rang fünf gelandet, Kubat hatte allerdings erkannt, dass im Fördertopf noch 5000 Euro liegen. "Ich schlage vor, das Geld an Belsenberg zu verteilen", so der neugewählte Stadtrat. "Ich habe kein Problem damit, die Mittel auszuschöpfen", antwortet Bürgermeister Stefan Neumann.

Der Rat sieht das genauso und stimmt geschlossen zu. "Herr Kubat, jetzt dürfen Sie sich auf die Schulter klopfen", lobt Neumann. Das tat der Belsenberger allerdings nicht. "Ich habe mich einfach still gefreut", bekennt er nach der Sitzung.

 

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