Der Freiherr ist zurück

Buchautor Johannes von Buttlar bewohnt seit kurzem wieder die Buchenbacher Burg

Der Freiherr ist zurück
Der älteste Teil der Burg Buchenbach ist der Bergfried, der auf das 11. Jahrhundert geschätzt wird. Herrschaftlich ruht die Burg über dem Mulfinger Teilort.

Mulfingen - Sohn Timur hat Kindheitserinnerungen an Buchenbach. In den späten 70er-Jahren lebte sein Vater schon einmal auf der Buchenbacher Burg. Das war vor der Geburt Timurs. Aber wann immer Timur später mit seinem Vater in Heimhausen in der Jagstmühle weilte, fiel ihm auf, dass sein Vater "sehr wehmütig" in Richtung Buchenbach blickte.

Schriften Von 1975 bis 1977 hatte Johannes von Buttlar die Buchenbacher Burg umfassend saniert. "Ich habe vom Denkmalamt keinen Pfennig bekommen", sagt er rückblickend. Nur durch den Verkauf seiner Bücher sei die Sanierung bezahlt worden. Denn in jenen Jahren, bis hinein in die 90er, galt Johannes von Buttlar als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren. In den Schriften von Buttlars geht es um Reisen in die Ewigkeit und um Unsterblichkeit. Heute nennt er sich auf seiner Internethomepage "Der Autor, der aus der Zukunft kommt". 2009 erschien sein vorerst letztes Buch, es heißt "RaumZeit, Provokation der Schöpfung".

Dass er mitunter mit Autoren wie Erich van Däniken in einen Topf geworfen wird, bezeichnet er als "Katastrophe". Ja, auch er habe sich mit Ufos beschäftigt, betont er. Er verfüge über "unglaubliche Unterlagen". Er habe jedoch versucht, die Existenz von Ufos wissenschaftlich zu widerlegen. Nur: Gelungen sei ihm das nicht. Anfang der 80er Jahre zog Johannes von Buttlar aus Buchenbach weg. Er nennt Nachbarschaftsstreitigkeiten als Grund. Aber das sei längst vergessen. Mit den Buchenbachern habe er nie Probleme gehabt, betont er. Er habe "ein gutes Verhältnis". Manchmal lässt er die Burg nachts anstrahlen. Bevor er wieder einzog, stand sie lange Zeit leer. Ein Verwalter aus dem Ort schaute damals nach dem Rechten.

Erinnerungen Seit seinem Wegzug aus Buchenbach kam er viel herum. In den 90er Jahren hatte er sich auf Schloss Bartenstein eingemietet. Zuletzt wohnte er im Raum Schwäbisch Hall. "Es hat mich zurück gezogen nach Hohenlohe. In Hohenlohe ist das Licht anders", schwärmt Johannes von Buttlar. Dass er seit November mit großem Aufwand die Burg energetisch saniert und die Außenanlagen herrichtet, obwohl ihm die Burg gar nicht gehört, liegt an einem "kreativen Vertrag". Den hat der Freiherr mit den Eigentümern, den Erben von Stetten, abgeschlossen. Was unter einem "kreativen Vertrag" zu verstehen ist, möchte Sohn Timur nicht genauer ausführen. Fakt sei aber, dass sie die Burg aus dem 11. Jahrhundert sanieren.

Wie fühlt es sich an, an einen Ort zurückzukehren, an dem man vor vielen Jahren schon einmal gelebt hat? Für Johannes von Buttlar war es "ein Phänomen, dass sich nichts verändert hat". Sogar die Vorhänge seien noch dieselben. Stolz sind Vater und Sohn auf die Holzdecke in der Bibliothek. 14 000 Bücher haben die von Buttlars. Viele liegen noch in Umzugskartons. Der Rittersaal verströmt herrschaftlichen Glanz. Die Toilette befindet sich im ehemaligen Verlies des Bergfrieds. Inzwischen schreibt Johannes von Buttlar an einem neuen Buch. Es wird Nummer 39. Der Arbeitstitel lautet "Die Evolution entlässt ihre Kinder". Auch einen Film möchte er machen, eine "bitterböse Politsatire".

Der Freiherr ist zurück
Johannes von Buttlar (71) signiert in seiner Bibliothek ein Buch. Hund Dusel leistet ihm Gesellschaft, muss aber nach einer Operation noch eine Halskrause tragen.
Der Freiherr ist zurück
Kein Museum: Der Rittersaal ist sehr wohnlich eingerichtet. Zum stilechten Bild gehört natürlich auch eine Rüstung.Fotos: Henry Doll