Burgfestspiele auf Schloß Stetten feiern Jubiläum

Künzelsau  Mit einem Ritterturnier feiern die Burgfestpiele ihr 30-jähriges Jubiläum. Im kommenden Jahr wird es ein neues Theaterstück im Burggraben geben.

Von Thomas Zimmermann
Hauen und Stechen auf dem Schloss
Jutta Grombach aus Künzelsau und Roman Floesser aus Heilbronn genießen den Nachmittag auf der Burg. Foto: Thomas Zimmermann

"Du heißt also Hard Rock, so steht es auf deinem Hemd", sagt Reinhard Müller, Musiker der Mittelaltergruppe Schnarrensack und deutet auf einen Teenager im Publikum. Tim, wie der Junge wirklich heißt, weiß gar nicht, wie ihm geschieht, als er wenig später auf dem Festplatz vor dem Publikum steht und ein flackerndes Feuerrad dreht - die Show zum Abschluss des mittelalterlichen Spektakels kann beginnen.

Zuvor hatten bei Einbruch der Dunkelheit vier Ritter hoch zu Rosse und zahlreiche Haudegen zu Fuß im Turnier der Ganerben erbittert um den Sieg beim Ritterturnier gekämpft. Nach Lanzenstechen, Speerwurf, Schwertduell und dem Ringleinstechen stand der Ritter von Grafeneck als Sieger fest. Er sichert sich die Krone aus der Hand des Burgfräuleins und kräftiges "Handgeklapper" aus den Reihen des Publikums.

Abwechslungsreiches Programm zum Jubiläum 

Es ist ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm, das Wolfgang und Christian von Stetten anlässlich des Jubiläums der Burgfestspiele auf die Beine gestellt haben. Im Jahr 1989, vor genau 30 Jahren, wurde mit "Hi Stetten - Hi Hohenlohe" erstmals ein Theaterstück im Burggraben des Schlosses aufgeführt. "Wir wollten vor allem, dass unsere langjährigen Schauspieler das Jubiläum genießen können und nicht selbst aktiv werden müssen", betont Christian von Stetten.

Historische Handwerker zeigen ihr Können

Deshalb stehen die Württembergischen Ritter im Blickpunkt, die sich nicht nur im Kampf beweisen müssen, sondern auch ihren ganzen Tross mit Marktfrauen und Handwerkern mitgebracht haben. "Mein Ziel ist es, auch zu zeigen, wie traditionelles Handwerk geht", betont Töpfermeister Jürgen Metzger, der das Handwerk von der Pike auf gelernt hat. "Ich habe die Historie für mich entdeckt", sagt der Steinbildhauer Christopher Eger aus Mühlacker. Er hat zahlreiche seiner Werke mitgebracht und stößt auf reges Interesse. "Man kommt an, baut auf und schlüpft in seine mittelalterliche Rolle - das ist toll", erklärt Marktfräulein Melissa Hofmiller ihre Leidenschaft für das Zeitalter.

Hauen und Stechen auf dem Schloss
Gunter von Altenstadt (links) , alias Günter Eckle, erwirbt beim Justinger Töpfer, Jürgen Metzger, einen Trinkkrug. Hund Wanja schaut interessiert zu. Foto: Thomas Zimmermann

Gäste genießen schönes Ambiente auf der Burg

Wenige Meter entfernt genießen Jutta Grombach und Roman Floesser den frühen Abend. "Das ist schon sehr schön auf der Burg. Das beste Ambiente, dass man sich für so eine Veranstaltung vorstellen kann", schwärmt die Künzelsauerin.

Tatsächlich sind auch viele ehemalige und aktive Schauspieler der Burgfestspiele gekommen. "Es war schön, beim Ritterturnier einfach mal zuzuschauen und auf der anderen Seite zu stehen", sagt Annette Kießling aus Ingelfingen. Rund 25 Jahre hat sie im Ensemble zahlreiche Rollen gespielt. "Das war sehr anstrengend, aber ich habe es geliebt", sagt sie und ergänzt: "Es ist toll, sich hier wiederzusehen und über die alten Zeiten zu reden."

Hauen und Stechen auf dem Schloss
Ausgelassene Stimmung beim 30-jährigen Jubiläum der Burgfestspiele. Foto: Thomas Zimmermann

Neues Theaterstück geplant 

Das sieht auch Wolfgang Utner so: "Es war klasse, dass schon heute Nachmittag so viele Schauspieler da waren, und viele hatten sich sogar verkleidet", freut sich Utner, der derzeit als Regisseur mit einem Teil des Ensembles das Krimi-Dinner einstudiert, das im November Premiere hat.

Im nächsten Jahr wird aber wieder großes Theater gespielt. Geplant ist die Aufführung des Stücks "Der Justizmord von Hall". "Ich überlege, ob ich dann wieder mit dabei bin", sagt Annette Kießling. Der historische Stoff verspricht jedenfalls ein ähnliches Hauen und Stechen wie beim Ritterturnier. Das wird dann allerdings wieder in den Burggraben verlegt.

 

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