Auf dem Weg zur neuen Mitte in Mulfingen

Mulfingen  Spatenstich für 1,8 Millionen Großprojekt. Der Mulfinger Ortskern soll zum Treffpunkt für Bürger ausgebaut werden.

Von Thomas Zimmermann

Auf dem Weg zur neuen Mitte

Ich traue der Sache nicht", sagt Roland Rupp und hält das Gerüst des kleinen Unterstandes fest, in dem Getränke und Brezeln aufgereiht sind. Der Mitarbeiter des Mulfinger Bauhofes tut gut daran, denn die Zeltplane droht bei dem Sturm tatsächlich davonzufliegen. "Das ist typisches Aprilwetter im März", wirft Gemeinderat Karl Zenkert ein.

Trotzdem sind rund 50 Mulfinger Bürger zur Hauptstraße gekommen, um dabei zu sein, wenn eines der größten Bauprojekte in der Gemeinde auf den Weg gebracht wird: die Neugestaltung der Ortsmitte.

Erster Spatenstich

"Ich bin sicher, dass wir jetzt einen Platz bekommen, den man getrost als Ortsmitte bezeichnen kann", betont Robert Böhnel beim ersten Spatenstich. Bisher ist die Fläche zwischen Poststraße, Hauptstraße und Rathaus wenig einladend. Von einem klassischen Ortskern kann keine Rede sein.

Auf dem Weg zur neuen Mitte

Reges Interesse herrscht zum Auftakt der Baumaßnahme in der Mulfinger Bevölkerung.

"Früher haben sich die Leute auf der Bank, beim Friseur oder auf dem Dorfplatz getroffen, heute trifft man sich bei Facebook", witzelt Martin Knorr. "Wir wollen eine Stelle schaffen, wo sich die Leute wieder persönlich treffen können", verspricht der Architekt aus Öhringen.

Dazu sollen vor allem Bäume, Hecken, Bänke, ein Brunnen und weitere Sitzgelegenheiten einladen. Auch Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos sind geplant. Hinzu kommen 28 Parkplätze am Rande der neuen Ortsmitte und eine Neugestaltung der Flächen zwischen Post- und Hauptstraße.

Fertigstellung im September

"Wir werden auf dem Platz auch öffentlich zugängliches WLAN einrichten", betont Robert Böhnel. Insgesamt 1,8 Millionen Euro lässt sich Mulfingen den Neubau in der Ortsmitte kosten, rund 250 000 Euro schießt das Regierungspräsidium als Förderung zu.

"Wenn es gut läuft, sind wir schon im September fertig", betont Robert Böhnel. "Ausgeschrieben sind die Arbeiten aber bis Ende des Jahres", mahnt Martin Knorr. "Wir wollen zuerst die Landestraße wiederherstellen, um den Verkehr wieder auf die Straße zu bringen und uns dann auf die Plätze konzentrieren", erläutert André Metzger vom Ingenieurbüro Dreikant aus Weikersheim. "Es ist eine relativ große Fläche, die neu gestaltet wird. Ich bitte um Verständnis, wenn es zu Behinderungen kommt", appelliert Robert Böhnel auch an die Geduld der Anwohner.

Prozessionen finden statt

Auf dem Weg zur neuen Mitte

Symbolischer Spatenstich: Martin Knorr (v. l.), Dieter Göller, Robert Böhnel, Andre Metzger, Fabian Ruppe und Markus Ott.

"Kann ich davon ausgehen, dass die Hauptstraße bis Ende Juli fertiggestellt sein wird", will der Dekan der katholischen Kirche ims Hohenlohekreis, Ingo Kuhbach, wissen. Am 26. Juli wird in Mulfingen traditionell der St. Annatag gefeiert. Der höchste kirchliche Feiertag in der Gemeinde wird immer mit Gottesdienst und mit einer großen Lichterprozession am Abend begangen.

"Die Bauarbeiten sind in den nächsten Monaten so geplant, dass immer eine Alternativstrecke durch den Ort frei ist", gibt André Metzger Entwarnung. Damit ist auch die traditionelle Prozession an Fronleichnam nicht gefährdet. "Uns ist auch wichtig, dass die Schule für die Busse erreichbar bleibt", stellt Robert Böhnel klar.

"Ich hoffe und wünsche, dass das künftig unser zentraler Platz in Mulfingen wird", betont Monika Langohr. Und wenn ich mir die Pläne anschaue, kann ich mir das auch gut vorstellen", so die Gemeinderätin und stellvertretende Bürgermeisterin.

 
 

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