Anne-Sophie-Haus erweitern

Würth-Gruppe kauft Würzburger Bau in Künzelsau und weiteres Gebäude

Von Wendelin Schmidt
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Der staatliche Würzburger Bau, von der Hintergasse her gesehen, wird als Gästehaus für das Anne-Sophie-Haus ausgebaut.
In der sonnendurchfluteten Bibliothek des Anne-Sophie-Hauses strahlten gestern Morgen auch Carmen Würth und Bürgermeister Volker Lenz um die Wette, als sie den erfolgreichen Abschluss der Verkaufsverhandlungen bekannt gaben. Carmen Würth, auf deren Initiative vor einigen Jahren am Schlossplatz das historische ehemalige Polizeigebäude in das Anne-Sophie-Haus umgewandelt wurde, freute sich über die Möglichkeit, diese besondere Einrichtung durch zusätzliche Gästezimmer in räumlicher Nähe erweitern zu können.

Und auch für die Stadt als Besitzer des seitherigen Finanzamtsgebäudes (ehemals Amtshaus der Würzburger Ganerben) hätte es nicht besser kommen können. Sie hat jetzt für den Würzburger Bau, den sie vor Jahren mit einem Aufwand von zwei Millionen Mark renoviert hatte, um den Bestand des Finanzamtes in Künzelsau zu sichern, wieder einen Investor gefunden, der mit der Erweiterung des Anne-Sophie-Hauses den seit langem gehegten Wunsch der Stadt nach einem innerstädtischen Hotel verwirklicht.

Nach Erweiterungsmöglichkeiten für das Anne-Sophie-Haus hatte die Familie Würth schon im vergangenen Herbst gesucht und zwischendurch auch den Plan verfolgt, das frühere Ausonia in der Keltergasse als Gästehaus zu nutzen. Diese Idee wurde jedoch wieder aufgegeben, als sich durch die Auflösung des Finanzamtes die Möglichkeit abzeichnete, im sehr viel näher gelegenen Würzburger Bau Gästezimmer einzurichten.

Über die Nutzung des Gebäudes Hauptstraße 22 und Hirtengasse 1, in dem früher Spielwaren Kurrle untergebracht war, ist noch nicht entschieden.
Ob im neuen Haus, das "so bald wie möglich" umgebaut werden soll, so Carmen Würth, zu den zunächst 16 Zimmern auch noch ein Seminarraum untergebracht werden kann, muss die detaillierte Planung in den nächsten Monaten zeigen. Zu wünschen wäre es, wie Yvonne Schmidt sagt. Die Leiterin des Anne-Sophie-Hauses hält aber schon durch die dann auf 28 erhöhte Zahl der Gästezimmer eine wesentlich wirtschaftlichere Führung des Hotels für möglich.

Für Carmen Würth hat Gewicht, dass künftig weitere Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung gestellt werden können. Zurzeit stehen in dieser von ihr bewusst als Begegnungsstätte zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen konzipierten Einrichtung zwölf betreute Arbeitsplätze zur Verfügung. "Hier können und sollen Menschen von draußen lernen, mit Behinderten, die hohe menschliche Qualitäten haben, ganz normal umzugehen." Eine Behinderung könne jeden treffen, sagt Yvonne Schmidt und verweist auf einen Leistungssportler. Er hat nach einem Unfall einen betreuten Arbeitsplatz im Anne-Sophie-Haus gefunden.

Mit dem Würzburger Bau hat die Würth-Gruppe auch das ebenfalls denkmalgeschützte Gebäude Hauptstraße 22 mit Hirtengasse 1 erworben, über dessen Nutzung noch nicht entschieden wurde. Zu dem insgesamt 9,3 Ar großen Gelände, das von der Stadt mit den Gebäuden verkauft wurde, gehört auch der so genannte "Finanzamtshof", der vom Hotel-Restaurant künftig als günstig gelegener Parkplatz genutzt werden könnte.

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