Mai-Ausflüge trotz Pandemie und schlechten Wetters

Hohenlohe  Zahlreiche Menschen nutzten im Hohenlohekreis den Feiertag für Picknicks, Fahrradtouren und große oder kleinere Wanderungen. Die Corona-Infektionsschutzregeln wurden augenscheinlich mehrheitlich eingehalten. 

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Familie auf Tour: Lucas, René und Annette Hirsch (von links) begehen den Feiertag im Wortsinne: mit einer 20-Kilometer-Entdeckungsreise rund um Waldenburg. Fotos: Christian Nick

Wie Corona sich doch über die Zeit gelegt hat: Der Maifeiertag nun bereits zum zweiten Mal inmitten der Pandemie. Doch während die Behörden im vergangenen Jahr noch dezidiert dazu aufriefen, am 1. Mai zu Hause zu bleiben, machen sich ein Jahr und zwei Viruswellen später trotz grauen Wolkenhimmels doch einige Menschen auf die Socken. Wenn schon kein Maibock beim Hock oder der Tanz in den Mai, dann doch wenigstens eine kleine Wanderung, oder?

Die Tour des Redakteurs startet am späten Vormittag in den Michelbacher Reben. Da gibt es viel Grün zu sehen – aber leider keinerlei Menschen. Also weiter zum Waldenburger Neumühlsee. Dort kommen dem Besucher dann die ersten Mai-Ausflügler entgegen: etwa Eva Rothengass, die mit Tochter, Sohn und den Enkeln unterwegs ist. „Man muss ja mal raus mit den Kindern“, sagt die 67-Jährige. Und ebendiese zeigen sich bereits im jungen Alter sehr umweltbewusst: „Wir haben schon drei Sachen aus dem See gefischt“, berichtet stolz der fünfjährige Joa, ehe es die Familie wieder heim nach Neuenstein zieht.

Weil die Hocketse ausfällt, lässt es Johann Strack ruhig angehen.

Kleiner Spaziergang

Wenige Sekunden später schlendert dann auch Johann Strack des Weges. „Normalerweise wäre ich am 1. Mai jetzt bei der großen Hocketse der Sailacher Dorfgemeinschaft“, erzählt der 71-Jährige. „Schade. Hoffentlich nächstes Jahr wieder.“ So muss heuer ein kleiner Spaziergang und danach ein „Tag hinterm Sofa“ genügen.

Der Reporter wirft sich unterdessen wieder in den Wagen. Ein paar Kilometer weiter und einige Höhenmeter tiefer in Goldbach: endlich Wanderer! Und zwar waschechte. Familie Hirsch kommt aus Heilbronn und umrundet gerade die Bergstadt per pedes. 20 Kilometer wollen sie heute zurücklegen. Der Betrachter hat keinerlei Zweifel, dass ihnen das gelingen wird. Und warum zieht es sie an diesem Mai-Feiertag gerade hierher? „Wir sind in der Vergangenheit schon fast alles andere in Hohenlohe abgelaufen“, lacht Annette Hirsch. Der Vorteil: „Wandern ist ja zum Glück Pandemie-unabhängig“, sind sich die drei einig. Sagen es – und marschieren dann munter weiter die steile Strecke hinter Goldbach hinauf.

Ein Picknick mitten in der Natur

Im Grünen lässt es sich vortrefflich speisen und spielen: Daniela Baier sowie Barbara und Steffen Reber picknicken mit den Kids im Alter von einem bis vier Jahren.

Wieder Szenenwechsel: Irgendwo im Grünen zwischen Zweiflingen und Sindringen haben Steffen Reber, seine Frau Barbara und Daniela Baier am frühen Nachmittag ihre Picknick-Decke aufgeschlagen. Die Sall plätschert im Hintergrund, die drei Kids gehen am Ufer auf Entdeckungsreise, nachdem man sich zuvor mit Würstchen, Käse und Trauben gestärkt hat. „Mit Liebe von der Mami zubereitet.“ Gerade erst sind sie angekommen, als auch schon die ersten Regentropfen in den Bach perlen. „Hoffentlich regnet es jetzt nicht allzu sehr.“ Nachher noch eine kleine Tour zurück nach Ernsbach – und dann hat auch ihr 1. Mai ein schönes Ende gefunden.

Dass es an diesem zweiten Pandemie-Maifeiertag nicht nur schön, sondern auch sicher zugeht: Dafür sorgen die Ordnungshüter. „Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen und Corona-Verstöße sind momentan Hauptaugenmerk der Polizei“, sagt Sprecher Gerald Olma. Dies sei auch und besonders am 1. Mai so gewesen. Größere Alkohol-Verkehrskontrollen habe man diesmal wegen möglicher Infektionsgefahr unterlassen. Aber die Beamten seien dennoch auf den Straßen und Plätzen präsent gewesen: „Jedes Revier hat in den relevanten Zeiten eine Zusatz-Streife und am Wochenende auch nochmals Verstärkung“, erklärt Olma. So habe an diesem 1. Mai deutlich mehr Präsenz gezeigt werden können als in Vor-Corona-Zeiten.

 


Christian Nick

Christian Nick

Autor

Christian Nick ist Redakteur bei der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. Schwerpunktmäßig betreut er die Kommunen Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg – schreibt aber auch über alles andere gerne.

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