Schloss wird Bildungszentrum und Flüchtlingsheim

Kirchberg  Bis zu 150 Personen könnten nach vollzogenem Verkauf untergebracht werden − Künstlerverein darf bleiben.

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Schloss wird Bildungszentrum und Flüchtlingsheim
Zwei Flügel des Schlosses, den Witwenbau und den Marstall, vermietet die Stiftung an den Landkreis Hall, der darin bis zu 150 Flüchtlinge unterbringen kann.Foto: privat

Die Evangelische Heimstiftung verkauft Schloss Kirchberg an die gemeinnützige Stiftung "Haus der Bauern" aus Schwäbisch Hall, die zur Unternehmensgruppe Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gehört.

Das neue Nutzungskonzept sieht eine Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft vor mit ökologischer Lehre und Forschung, Berufsbildung und Ausbildung. Der im Hauptbau des Schlosses etablierte Künstlerverein "Aufgeschlossen" kann die Räume im Schloss weiter nutzen.

Gemeinnützig

"Das Schloss Kirchberg gehört seit heute den Hohenloher Bauern": So hat Rudolf Bühler, Chef der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft, den Verkauf bewertet. Im Hauptbau wird neben den Künstlern das Bildungszentrum eingerichtet, im Marstall und im Witwenbau werden Flüchtlinge untergebracht. Zwei Flügel des Schlosses, den Witwenbau und den Marstall, vermietet die Stiftung an den Landkreis Schwäbisch Hall, der darin bis zu 150 Flüchtlinge unterbringen kann. Später soll darin dann ein Internat Platz finden.

Die evangelische Heimstiftung, die im Schloss bis 2012 ein Alten- und Pflegeheim betrieben und sich damit dann in den Langen Bau zurückgezogen hat, hat das Schloss an die gemeinnützige Stiftung "Haus der Bauern" verkauft, die mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) verbunden ist. Die Stiftung, deren Vorsitzender Rudolf Bühler ist, will in dem Schloss ein Zentrum für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft einrichten.

Rudolf Bühler und Bernhard Schneider, der Hauptgeschäftsführer der evangelischen Heimstiftung, schweigen sich allerdings über den Kaufpreis aus. Zuletzt war das Schloss für 2,95 Millionen Euro angeboten worden. Der tatsächlich erzielte Preis liegt mit Sicherheit weit darunter. "Der Preis war kein großes Thema", sagte Rudolf Bühler bei der Vorstellung des Projekts im Rittersaal des Schlosses. Wichtiger ist Bühler die Feststellung, dass das Schloss von leibeigenen Bauern errichtet worden ist und nun "an die rechtmäßigen Eigentümer, an die freien Bauern der Region Hohenlohe" zurückgegeben werde.

Agrarwende

Bühler will das Schloss "zum Symbol der Agrarwende" machen. Zum einen wird die Bauernschule Hohenlohe, eine Bildungsstätte für den biologisch-dynamischen Landbau, von Weckelweiler ins Schloss umziehen und damit an den Ort zurückkehren, an dem sie nach 1945 gegründet worden war. Schon im Winter sollen die ersten Kurse abgehalten werden. Zum anderen soll im Schloss auch eine Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft gegründet werden. ezo/red

 

 

 


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