Heimspiel für einen Astronauten

Künzelsau  Beim letzten Gerst-Besuch vor dem ISS-Flug erlebten 3000 Besucher einen spannenden Tag.

Von Thomas Zimmermann
Heimspiel für einen Astronauten
Small-Talk im Forum: Alexander Gerst fachsimpelt mit Reinhold und Carmen Würth, während sich Franziska Eckert über ein Autogramm freut.Fotos: Ralf Seidel

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagt Stefan Neumann am Ende eines kühlen und verregneten Abends. Der Film "Der Marsianer", der zum Abschluss des Sommerfests auf der Großleinwand neben der Bühne gezeigt werden sollte, fällt buchstäblich ins Wasser.

Gegen 20.45 Uhr werden auf der Bühne vor dem Carmen-Würth-Forum die letzten Utensilien weggeräumt. Die Getränke- und Essensstände sind bereits verwaist. Die letzten Besucher haben sich auf den Heimweg gemacht. Bis kurz vor acht hatte Gonzo ’N’ Friends tapfer gegen das Wetter angespielt.

Dass die Eröffnung der Ausstellung "Das neue Bild vom Nachbarn Mars", dennoch ein Erfolg war, lag vor allem an Alexander Gerst, dessen Popularität gerade in seiner Hohenloher Heimat ungebrochen ist.

Über 3000 Besucher wollten beim letzten offiziellen Auftritt des Astronauten und Künzelsauer Ehrenbürgers live dabeisein. "Es ist schön, wenn man so eine Unterstützung von zu Hause bekommt. Das trägt einem auch im Weltall", freut sich Alexander Gerst über den begeisternden Empfang. Auf seiner Reise zwischen den Trainingszentren in Houston, Baikonur und Köln ist der gebürtige Künzelsauer noch einmal in seiner Heimatstadt vorbeigekommen, um die Ausstellung zu eröffnen und über seine neue Mission zu berichten, die im Mai 2018 beginnen soll.

"Es ist schon ein Unterschied, wenn man zum zweiten Mal fliegt, da fällt einem einiges sehr viel leichter, weil man es schon gewohnt ist", schildert Gerst den Stand der Vorbereitungen. Doch auf den Astronauten kommen auch ganz neue Herausforderungen zu, da er erstmals als Kommandant fliegt. "Für mich heist das, dass ich fliegen können muss, wie der Sojus-Pilot. Das bedeutet ein Jahr Extra-Ausbildung. Hinzu kommen viele Logistik-Aufgaben im Hintergrund, aber das macht sehr viel Spaß", betont Gerst.

Dass auch die Besucher trotz des Regens viel Spaß hatten, lag mit an der geschickten Regie von Stadt und der Firma Würth. So wurde die Ausstellungseröffnung wegen des Wetters in den Großen Saal des Carmen-Würth-Forums verlegt und die Tore früher geöffnet als ursprünglich geplant. "Ich finde es echt toll, dass so viele Menschen gekommen sind", begrüßte der Chef der Adolf Würth GmbH Norbert Heckmann die Gäste, die nicht nur die Ausstellung sondern auch einen Alexander Gerst zum Anfassen erlebten.

So überwog am Ende eines langen Tages auch bei Stefan Neumann das Positive. "Das Gute war, die tolle Stimmung im Saal und dass die Ausstellungseröffnung gelungen ist", betont der Künzelsaus Bürgermeister. Und auch den Film zur Ausstellung hat er noch nicht abgeschrieben. "Wir haben viele Events in Planung und werden sicher darüber reden ob wir den Marsianer doch noch zeigen", so Neumann.

 

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