Jennifer Maneke will Hohenloher Weinkönigin werden

Pfedelbach  Die 22-Jährige ist eine von nur zwei Kandidatinnen. Die Studentin freut sich auf ein lehrreiches Jahr.

Von Christine Faget

Sie liebt das Leben auf dem Land
Jennifer Maneke streift mit ihrem Hund gerne durch die Weinberge. Foto: Faget

Das Porträt

"Mir macht es nichts aus, wenn es mal nach Gülle stinkt. Das ist mir tausendmal lieber als die ganzen Abgase." Jennifer Maneke liebt das Leben auf dem Land. Sie sitzt auf ihrer Terrasse in Untersteinbach, eine Labrador-Riesenschnauzer-Hundedame liegt ihr zu Füßen. "Ich bin eine leidenschaftliche Weintrinkerin und gerne in der Region", erzählt die 22-Jährige, die Hohenloher Weinkönigin werden will. Zur Wahl stellt sie sich am Freitag in Criesbach, mit einer weiteren Kandidatin: Tamara Elbl.

Rat gefolgt

Seit sie 16 Jahre alt ist, kellnert Maneke nebenher in der Besenwirtschaft des Weinguts Ungerer in Renzen und berät die Gäste. Schon früh wollte sie auf eigenen Beinen stehen: "Ich hab’ beschlossen, ich möchte mein eigenes Geld verdienen." Ihr Chef hat sie schließlich ermutigt, sich als Weinhoheit zu bewerben. Die BWL-Studentin mit Schwerpunkt Management und Vertrieb beschloss, dem Rat zu folgen. Sie pendelt regelmäßig an die Hochschule in Schwäbisch Hall und hat viel Freizeit. "Das ist einfach eine gute Sache", erklärt sie. "Man vertritt die Region, und man lernt so viele Menschen kennen. Das bringt einen wahnsinnig weiter." Vor allem durch die vielen Auftritte entwickle man sich in seiner Persönlichkeit, davon ist sie überzeugt.

Die Weinhoheiten besuchen in der Amtszeit ein Rhetorik-Seminar, auch eine Sensorik-Schulung steht auf dem Programm. Dabei lernen sie: Wie schmeckt ein Wein? Wie riecht er? Am liebsten trinkt sie Bacchus. "Der ist wahnsinnig fruchtig und relativ fein von der Note her, aber nicht zu lieblich."

Sie liebt das Landleben und ihre Hündin Emma

Während die Studentin vom Wein und seinen Vorzügen viel versteht, kann sie die Stadtmenschen überhaupt nicht nachvollziehen, die über das Leben auf dem Land herziehen: "Die wissen gar nicht, wie schön es hier ist: Wir haben die Weinberge, den Wald, die Dörfer, auch viele Wirtschaften." Als Weinhoheit möchte sie "einfach zeigen, dass Hohenlohe nicht nur Land und Dorf ist, sondern auch Tradition hat". Da passt es, dass gerade ein Traktor auf der Straße vorbeibrummt. In ihrer sympathisch trockenen Art kommentiert Maneke: "Da hat er den ältesten Schlepper ausgepackt. Der tut, als ob er gleich verreckt." Die Region und die Weinberge erkundet die Tierliebhaberin am liebsten zusammen mit Hundedame Emma.

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Welches Amt sie übernehmen wird, ob Weinkönigin oder Weinprinzessin, entscheidet sich am Freitag beim Auftakt des Weinfests in Criesbach. Fest steht: Maneke steht ein arbeitsreiches und lehrreiches Jahr bevor. Dieser Verantwortung ist sie sich bewusst: "Das ist eine Aufgabe, da muss man dahinter stehen. Wenn man das nicht zu hundert Prozent macht, dann ist das nicht so toll." Optimistisch blickt sie der Aufgabe entgegen: "Ich hab’ nix zu verlieren, ich mach das jetzt einfach. Das ist ein Jahr voller Erfahrungen."

 


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