Tamara Elbl will Hohenloher Weinkönigin werden

Pfedelbach  Tamara Elbl (19) bewirbt sich als Hohenloher Weinkönigin und will den Winzer-Beruf von der Pike auf lernen.

Von Christine Faget
Zielstrebig zum Traumjob
Verschiedene Weinsorten hat Tamara Elbl fest im Griff.Foto: Christine Faget

 "Wein kaufen ist etwas wahnsinnig Persönliches, hab’ ich hier gelernt." Tamara Elbl sitzt in der Weingärtnergenossenschaft Heuholz und schenkt sich ein Glas Wasser ein. Die 19-Jährige kandidiert am Freitag bei der Wahl zur Hohenloher Weinkönigin, zusammen mit Jennifer Maneke (wir berichteten). Seit zwei Jahren verkauft sie in Heuholz Weine. Für die Winzerkunst empfindet sie eine tiefe Faszination, das merkt man schnell.

Angefangen hat es in der zehnten Klasse: Elbl machte ein Praktikum in der Weinsberger Weinbauschule. Seitdem führt sie ein fester Entschluss durchs Leben: "Da will ich arbeiten." Nur einmal nahm sie einen kleinen "Irrweg", wie sie es nennt. In Stuttgart studierte Elbl ein Semester Deutsch und Geschichte: "Den guten Weingeschmack musste ich dort lange suchen." Schnell wollte sie zurück: zurück zum Wein und zurück in die Heimat. "Da war die Leidenschaft einfach mehr da." Die zielstrebige Untersteinbacherin ist ein waschechtes Talkind: Schon ihr Uropa sei ein Vollblutwengerter im Steinbacher Tal gewesen.

Weinbauschule statt Studium

Seit sie ihr Studium abgebrochen hat, fährt Elbl wieder jeden Morgen in die Weinberge und macht ein weiteres Praktikum an der Weinbauschule: Sie trennt Triebspitzen ab, entblättert die Traubenzone und lacht mit den Kollegen. Die Branche sei wie eine große Familie, schwärmt sie. Während sie zwischen den Reben arbeitet, könne sie sich wunderbar auf die Prüfung zur Hohenloher Weinhoheit vorbereiten. Dann fragten die Kollegen sie oft ab.

Im Gegenzug lässt auch Tamara Elbl nicht locker: Alles will die ehrgeizige Praktikantin über ihren Traumberuf wissen. "Mein Endziel ist das Studium der Internationalen Weinwirtschaft in Geisenheim." Doch zuvor möchte sie sich zur Winzerin ausbilden lassen.

Ihr ist es wichtig, das Metier von der Pike auf zu lernen: "Erst, wenn man in den Weinbergen arbeitet, merkt man, wie viel Anstrengung dahinter steckt, bis man den Wein hat." Umso mehr genießt sie ihn: Muskat-Trollinger an lauen Sommerabenden auf dem Balkon; Spätburgunder aus dem Barrique-Fass im Winter am Kamin.

"Wein dort kaufen, wo er wächst"

Sie empfiehlt: "Man sollte einen Wein dort kaufen, wo er wächst und ihn auch dort trinken." Denn der Wein erzähle über die Gegend, wo er herkommt. Viel mehr noch: "Man kann teilweise sogar schmecken, wie das Jahr war."

Während Tamara Elbl das Berufsziel fest vor Augen hat, mag sie es in der Küche spontan: "Da koch’ ich meistens drauflos", verrät sie. Der Papa schüttele da oft nur den Kopf und sage: "Bist du verrückt!" Davon lässt sich Elbl nicht beirren: "Meistens klappt’s."

Auf das Jahr als Hohenloher Weinkönigin oder Weinprinzessin freut sich die Hobbyköchin: "Es ist eine Ehre, den Hohenloher Wein zu repräsentieren." Von der Erfahrung werde sie lange zehren, da ist sie sich sicher.


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