Man denkt, hier kracht es oft

Die Autobahn-Baustelle bei Neuenstein ist unter genauer Beobachtung

Von Yvonne Tscherwitschke

Man denkt, hier kracht es oft
Wenigstens bis Ende Juli behindert die Baustelle auf der A 6 bei Neuenstein den Verkehr. (Foto: Yvonne Tscherwitschke)

Anfang Juni rückten die Bauarbeiter an. Zwischen Kupferzell und Öhringen wird der Standstreifen zur dritten Fahrspur umgebaut. Seither vergeht kaum ein Tag ohne Staumeldung. Der Grund dafür: Es hast wieder einmal gekracht.

Die Autobahnpolizei hat ein waches Auge auf diesen Autobahnabschnitt, hatte den Eindruck, dass hier ein Unfallschwerpunkt entstanden ist. Doch ein Blick in die Statistik relativiert: Vom 1. Juni bis 15. Juli ereigneten sich im Baustellenbereich 18 Unfälle mit zehn Leichtverletzten und 200 000 Euro Sachschaden. Auf dem gesamten durch Hohenlohe führenden A 6-Abschnitt waren es 45 Unfälle mit drei Schwer- und 14 Leichtverletzten und 660 000 Euro Schaden. Von Bretzfeld bis Öhringen sind es sechs Kilometer Autobahn, von Öhringen nach Neuenstein sieben und von Neuenstein bis Kupferzell nochmals etwa sechs Kilometer. Und wenn man auch die Unfallzahlen drittelt, dann ist es nicht mehr auffällig , sagt Jürgen Merwald, bei der Polizeidirektion Schwäbisch Hall im Führungs- und Einsatzstab Verkehr. In der ersten Zeit habe es gleich Unfälle im Bereich der Ausfahrt der Tank- und Rastanlage gegeben.

Nach zwei Tagen wurde reagiert und das Tempo von 80 auf 60 reduziert und auch konsequent überwacht , wie Merwald sagt, und dann ist es besser geworden. Doch immer, wenn sich auf Autobahnen der Verkehr staue, erhöhe sich die Unfallgefahr, sagt Merwald. Schlecht ausgeschildert ist die Baustelle nach Ansicht der Polizeibeamten nicht. Vergangenen Donnerstag musste ein Geisterfahrer wieder in die richtige Richtung gebracht werden. Doch Geisterfahrer gibt es selbst auf normalen Autobahnfahrten immer wieder. Und eben erst recht bei übergeleiteten Fahrspuren.

Noch bis Ende Juli wird in Richtung Heilbronn gebaut. Dann geht es auf der Gegenspur weiter. Da wird es aber einfacher, da hier nicht der Verkehr der Tank- und Rastanlage dazu kommt , sagt Merwald. Denn das Auffahren auf die Autobahn mit verkürzter und verengter Spur ist immer schwierig .