Windfirma verärgert Grundstückseigentümer

Kupferzell  Kupferzell - In grellem Rosa und Gelb leuchtet die Zahl 1000 von den Straßen rund um Goggenbach. An etwa zehn Stellen hat ein Teil der Dorfbewohner damit ein deutliches Signal gesetzt, dass für sie ein Abstand zwischen Windrad und Häusern unter 1000 Meter nicht infrage kommt.

Von unserer Redakteurin Juliane Renk
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Markierungen auf den Straßen und Wegen rund um Goggenbach zeigen, was die Gruppe Bürger Goggenbach fordert: einen Abstand von 1000 Meter.

Foto: Juliane Renk

Kupferzell - In grellem Rosa und Gelb leuchtet die Zahl 1000 von den Straßen rund um Goggenbach. An etwa zehn Stellen hat ein Teil der Dorfbewohner damit ein deutliches Signal gesetzt, dass für sie ein Abstand zwischen Windrad und Häusern unter 1000 Meter nicht infrage kommt.

Etwa 40 Personen, die sich Bürger Goggenbach nennen, setzen sich dafür ein. Warum jetzt? Warum nehmen sich Menschen während ihrer Weihnachtsferien Zeit für solch eine Aktion?

Vertrag per Post

Sie waren wütend, weil den Grundstückseigentümern am Heiligenabend unterschriftsreife Verträge von der MR Wind-Energie (Windfirma des Maschinenrings) geschickt wurden, erklärt die Gruppe Bürger Goggenbach.

Die MR Wind-Energie hat es nicht bei den angekündigten Terminen (12. und 19. Dezember) belassen, sondern hat nach HZ-Informationen den Grundstückseigentümern möglicher Standorte am 24. Dezember einen Nutzungsvertrag per Post zukommen lassen, egal, ob diese zuvor Interesse bekundet und an den Veranstaltungen teilgenommen hatten oder nicht. Das empört einige. Ein Empfänger nennt das Verhalten schlichtweg dreist.

Der Vertrag enthält mehrere Passagen, die in Bezug auf die Rechte der Grundstückseigentümer interessant sind.

Besonders Paragraf 17 des 19-seitigen Schriftstücks lässt aufhorchen: Der Unterzeichner verpflichtet sich, dass er über den Inhalt des Vertrages gegenüber Dritten Stillschweigen bewahrt.

Dieses Vorgehen erzeugt bei der Gruppe Bürger Goggenbach mehr als nur Kopfschütteln. "Wir fühlen uns verletzt, verraten und verkauft. Wir hatten uns auf ruhige Weihnachten gefreut", sagt ein Mitglied. Die HZ konnte am Freitag keinen Vertreter der MR Wind- Energie für eine Stellungnahme erreichen.


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