Waldzimmern wird Dome-Stadt

Die Freude steht dem Bürgermeister von Niedernhall ins Gesicht geschrieben. Die Firma Gemü baut im Gewerbepark ein Innovationscenter

Von Michael Schwarz

Gemü baut Dome beim Kochertal
In dieses Gebäude, den Gemü-Dome, sollen ab 2008 Kunden aus aller Herren Länder strömen, um sich über die Produkte des Unternehmens zu informieren.Foto: Gemü
Niedernhall - Die Freude steht dem Bürgermeister von Niedernhall ins Gesicht geschrieben. Emil Kalmbach ist klar: Das, was Gemü-Betriebsleiter Hermann Walter ihm da präsentiert, ist etwas Großes. Es handelt sich um das Messe- und Innovationscenter, den so genannten Gemü-Dome, der im Gewerbepark Waldzimmern gebaut werden soll.

Das beeindruckende Gebäude hat zwei Funktionen. „Zum einen sollen Neuentwicklungen vorangetrieben werden. Zum anderen will Herr Müller (Gemü-Chef) seine Sammlerstücke im Dome ausstellen. Die vorhandene Fläche reicht dafür nicht mehr aus.“ Kommen Kunden ab Ende nächsten Jahres in das große Innovationszentrum des Ingelfinger Herstellers für Ventil-, Mess- und Regeltechnik, werden sie dort die neuesten Produkte in einem Umfeld präsentiert bekommen, das es in sich hat.

Reizvolles Umfeld Die Glasfassade ermöglicht den Besuchern einen eindrucksvollen Ausblick auf den Landstrich rund um den Gewerbepark. „Wenn da ein Amerikaner oder ein Chinese kommt, vergisst er die herrliche Landschaft im Kochertal nie“, so Walter euphorisch. Unvergesslich werden für die Fans von alten Automobilen auch etliche Oldtimer von Fritz Müller sein, die der Gemü-Chef dann in dem neuen Gebäude unterbringt.

Extra Landeplatz Der Bau des 70 Meter langen Gebäudes soll Ende 2008 fertig gestellt sein. Geplanter Baustart: noch in diesem Jahr. Zu den Kosten möchte sich Walter noch nicht äußern. Dass es sich um ein Millionen-Projekt handelt, dürfte an den Dimensionen aber unschwer zu erkennen sein: Der Dome hat die Form eines Halbkreises. In seiner Mitte befindet sich ein Turm mit einem Durchmesser von 18 Metern. Neben dem Innovationszentrum sorgt ein Hubschrauber-Landeplatz dafür, dass der Dome von der Luft aus angeflogen werden kann. Insgesamt besteht er aus drei jeweils acht Meter hohen Stockwerken. In Werkstätten im Untergeschoss will Gemü seine Messestände, die weltweit über die Produkte des Unternehmens informieren, herstellen und auch gleich komplett aufbauen. Auf der zweiten Ebene sollen die Ausstellungsstücke Müllers zu sehen sein. Walter: „Wir können die Autos über Aufzüge transportieren.“ Außerdem seien auf diesem Stock die Produktpräsentationen und Vertriebsveranstaltungen geplant, so der Betriebsleiter.

Im Obergeschoss soll eine Galerie errichtet werden. Der dazugehörige Wohnbereich ermögliche es Fritz Müller, sich zurückzuziehen. „Die Hobbys unseres Firmenchefs sollen mit Kreativität verbunden werden“, beschreibt Walter die architektonische Ausrichtung des Obergeschosses. Doch das ist bei weitem nicht alles. Walter: „Das oberste Stockwerk kann sich um 360 Grad drehen.“

Großer Rückhalt Als Hermann Walter den Gemeinderäten die Pläne präsentiert, ist die Unterstützung groß. Die Abstimmung über das Baugesuch ist dann auch nur noch reine Formsache: Alle Räte heben die Hand. Auch die Einwohner Niedernhalls sind von dem Großprojekt angetan. „Mit dem Gebäude beginnt die Zukunft“, sagte einer der Zuhörer. Bürgermeister Emil Kalmbach sieht das genauso. „Ich bin sehr froh darüber, dass Gemü dieses Projekt bei uns verwirklicht.“

Übrigens: Den Traum vom Gemü-Dome hatte Firmen-Chef Fritz Müller schon länger, wie Hermann Walter verrät. Die Entscheidung, es in Waldzimmern anzupacken, sei aber erst in diesem Jahr gefallen. Grund für die Entscheidung sei auch die starke Verwurzelung von Gemü mit der Region. Walter: „Es fällt uns immer leichter, in Hohenlohe zu investieren