Ulrich Heinrich ist tot

Der langjährige FDP-Bundestagsabgeordnete aus Neuenstein-Großhirschbach starb in der Nacht von Montag auf Dienstag im Alter von 67 Jahren. "Wir sind fassungslos", sagte die Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Hohenlohe, Ute Oettinger-Griese. "Sein Tod kam für uns völlig überraschend"

Von Ralf Reichert

Ulrich Heinrich
Ulrich Heinrich ist tot. Der langjährige FDP-Bundestagsabgeordnete aus Neuenstein-Großhirschbach starb in der Nacht von Montag auf Dienstag im Alter von 67 Jahren. "Wir sind fassungslos", sagte die Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Hohenlohe, Ute Oettinger-Griese. "Sein Tod kam für uns völlig überraschend." Oettinger-Griese kennt Heinrich seit über 30 Jahren: "Er war mein politischer Ziehvater."
 
Von 1987 bis 2005 vertrat der Landwirtschaftsmeister den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe als Bundestagsabgeordneter. Auch nach dem Ende seiner politischen Laufbahn war Heinrichs Rat in der Partei gefragt. "Wir sind schockiert", sagte Michael Link, der FDP-Bundestagsabgeordnete aus Heilbronn. "Er war als Charakter einer der stärksten und prägnantesten Köpfe, die Hohenlohe und die Region je hatten."
 
Auch FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger zeigte sich tief betroffen: "Wir sind bestürzt über den plötzlichen und unerwarteten Tod von Ulrich Heinrich. Er hatte seinen Beruf als Landwirtschaftsmeister mit eigenem Hof in der achten Generation zur Berufung in der Politik gemacht. Er stellte sein Expertenwissen und seine praktische Erfahrung, aber auch seine menschliche und freundschaftliche Art in den Dienst der Menschen und der liberalen Sache. Wir verlieren mit ihm einen treuen Weggefährten, Ratgeber und guten Freund. Wir werden ihn sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

Seit 1974 kandidierte Ulrich Heinrich für die Liberalen in Baden-Württemberg für den Bundestag und den Landtag. Von 1987 bis 2005 gehörte er dem Deutschen Bundestag an. Von 1994 bis 2002 war Heinrich Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Er war Experte für Ernährung und Landwirtschaft und lange Jahre Sprecher für Agrarpolitik. Von 2002 bis 2005 brachte er seine Erfahrung im Bereich der Wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung ein. Sein unermüdliches Engagement galt Afrika. Darüber hinaus war er viele Jahre Mitglied des Landesvorstandes der FDP Baden-Württemberg.
 
Im Juni 2007 bekam Heinrich das Bundesverdienstkreuz. "Mit ihm wird ein Graswurzeldemokrat im besten Sinne ausgezeichnet", sagte Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. "Sein Engagement im Bundestag war vorbildlich. Für Kollegen aller Fraktionen hat er sich immer stark eingesetzt. Und er war vielfältig ehrenamtlich in seiner Heimat mit großem Erfolg tätig."
 
Seit 2005 kümmerte sich Heinrich verstärkt um Afrika. In Mosambik beriet er zuletzt eine katholische Universität beim Aufbau ihrer landwirtschaftlichen Fakultät. Er verbrachte in diesem Jahr mehrere Wochen in dem ostafrikanischen Küstenstaat südlich von Tansania.
 
Das Liberale Hoffest aus dem Grafenhof war über viele Jahre eine feste Institution. Ulrich Heirnich und die Hohenloher FDP wollten diese Tradition weiter pflegen. Keiner hätte gedacht, dass das Hoffest am 9. September 2007 Heinrichs letztes sein würde.

Info: Einen ausführlichen Bericht lesen Sie morgen in der Hohenloher Zeitung.