Streit um möglichen Windpark spitzt sich zu

Kupferzell - Etwa 40 Menschen haben sich in Belzhag auf dem Hof vor der Geschäftsstelle des Maschinenrings versammelt, um gegen die geplanten Windanlagen zu demonstrieren.

Von Juliane Renk
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Kupferzell - Däuber, Däuber komm raus aus deinem Haus“ , rufen Erwachsene und Kinder. Etwa 40 Menschen haben sich am Montagabend gegen 19 Uhr in Belzhag auf dem Hof vor der Geschäftsstelle des Maschinenrings versammelt. Da die Firma MR Wind-Energie des Maschinenrings sich als möglicher Projektierer sieht, fordern die Demonstranten deren Geschäftsführer, Günther Däuber auf, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Verraten

Däuber wohnt in einem Haus, das neben der Geschäftsstelle steht. Vor den demonstrierenden Bürgern drehen sich sechs Modellwindräder. Dazwischen springen Kinder hin und her. Von ihren Bürgervertretern fühlen sich die Anwesenden nach wie vor verraten. Es sei keine Diskussion auf Augenhöhe bemängelt ein Mann.

Dass Mitglieder Arbeitsgruppe Wind jetzt von Haus zu Haus gehen würden, damit die Grundstückseigentümer ihr Gelände an die Windfirma verpachteten, sehe er fast als Nötigung. „Deswegen hätten seine Mitstreiter und er sich hier versammelt, um dem Maschinenring ganz klar zu sagen, „er ist hier nicht gewollt und unter 1000 Meter geht mit uns nichts.“

„Sieht so eure Transparenz und Bürgerbeteiligung aus?“ , steht auf einem Banner, den Helmut Schroth aus Eschental in die Luft hält. „ Ich bin hier wegen der Informationspolitik, damit die Anlieger mit ins Boot genommen werden. Die ganze Sache hat unter der Geheimnistuerei unglaublich gelitten“, sagt der Eschentaler. Angst um einen Wertverlust ihrer Grundstücken haben Jochen Brandmeier und Petra Häusermann aus Waldenburg. Brandmeier hat zudem noch ein Anwesen in Goggenbach gekauft. Auf den Geschäftsführer der MR Wind-Energie warten die Demonstranten an diesem Abend vergeblich.

Gesprächsbereit

Einige der Männer klingeln an Däubers Haustür. Mit ihnen spricht er. In den Hof zu der Menschenmenge kommt er nicht. „Es waren Kinder auf dem Hof und es gab jede Menge aufgestaute Emotionen, da muss ich nicht dabei gewesen sein“, sagt Günther Däuber der HZ. Den Demonstrierenden lässt er ausrichten, dass er, gerne zu einem klärenden Gespräch kommt, wenn sie ihn einladen.

„Ich verstehe nicht ganz, warum wir der böse Bube sind. Für die Abstandsreglungen sind wir nicht zuständig. Damit, dass mir die Leute das Pflaster auf meinem Hof vollmalen, habe ich ein Problem. Es ist nicht in Ordnung, dass ich privat geschädigt werde“, sagt Däuber.

Mit Kreide haben die Menschen 1000, für den von ihnen gewünschten Abstand, auf den Weg zur Geschäftsstelle geschrieben. Auf Wunsch Däubers entfernten die Demonstranten die Aufschriften am darauf folgenden Tag.

Zu viel Vorarbeit

Zu Haustürgeschäften sagt Däuber: „Ich werde das nicht tun: Türklinken putzen.“ Die Arbeitsgruppe Wind, dessen Mitglieder Rolf Zobel, Albrecht Förstner, Volker Baumann, Friedrich Glasbrenner und Siegfried Müller sind, arbeitet mit der MR Wind-Energie zusammen. Däubers Fazit autet: „Sie haben viel geleistet, vielleicht zu viel.“
 


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