Schönes Geschenk im schönen Tal

Landrat a.D. Franz Susset bekommt zum 75. die erste Ehrenmedaille des Kreises

Von Ralf Reichert

Schönes Geschenk im schönen Tal
Franz Susset feierte gestern seinen 75. Geburtstag. Stolz präsentiert er die große Ehrenmedaille in Gold, die ihm der Landkreis schenkte. Der erste Landrat des Hohenlohekreises bekam die erste Auszeichnung dieser Art - das passte.Foto: Ralf Reichert

Hohenlohe - Eigentlich wollte Franz Susset seinen 75. Geburtstag nicht an die große Glocke hängen. Ein Empfang? Nein, diesem Vorschlag von Helmut M. Jahn erteilte er eine Absage. Als er jedoch erfuhr, dass er mit der ersten Ehrenmedaille des Landkreises ausgezeichnet werden sollte, deren Stiftung der Kreistag erst im Mai 2007 beschlossen hatte, konnte er nicht Nein sagen zu dem Wunsch, die Übergabe dieses Ordens mit seinem runden Geburtstag zu verbinden. Und so durfte sich der erste Landrat des Hohenlohekreises am gestrigen Freitag in Kloster Schöntal nicht nur über viele Glückwünsche zu seinem 75. Wiegenfest freuen, sondern gleichzeitig ein besonderes Präsent in Empfang nehmen: die große Ehrenmedaille in Gold, erstmalig verliehen vom Kreis. Dieser goldene Orden, so Landrat Jahn, „soll nur sehr zurückhaltend“ verliehen werden, an Personen, die sich in besonderer Weise um das Wohl des Kreises verdient gemacht haben.

Wegbereiter Und wer, wenn nicht Franz Susset steht für die erfolgreiche Entwicklung des Kreises in seinen Gründer- und Aufbaujahren. „Dass sich aus dem Sündenfall der Kreisreform innerhalb kurzer Zeit ein lebens- und leistungsfähiger Kreis entwickelte, ist in hohem Maße das Verdienst von Landrat a.D. Franz Susset“, sagte Landrat „im Dienst“ Helmut M. Jahn, der ihn 1989 abgelöst hatte. Er fand ein gut bestelltes Feld vor, dass Susset 16 Jahre lang, seit dem 23. Juli 1973, mit ganzer Kraft beackert hatte.

Er habe den Hohenlohekreis „wesentlich geformt und gestaltet“, dank seines „unkonventionellen, pragmatischen Verwaltungshandelns“, seiner „Orientierung für das Nützliche“, seines „Sinns für Tatsachen“ und seiner „Kreativität“. Ausbau der Schulen und Bau neuer Straßen, Förderung der Wirtschaft und Vergrößerung der Krankenhäuser, Einführung des Abfallbehälters und Erhalt der Naturlandschaft: All dies habe seine Arbeit geprägt. Drei Punkte hob Jahn hervor: Den Bau des neuen Landratsamts (Fertigstellung in Rekordzeit), die Einführung des Nahverkehrsmodells Hohenlohe (bis heute beispielhaft) und die Sicherung der Folgenutzung von Kloster Schöntal nach dem Auszug des Evangelisch-Theologischen Seminars im Jahr 1975. „Das Gesamtprojekt Kloster Schöntal mit Bildungshaus, Rathaus und Waldschulheim war das wichtigste in meiner Amtszeit“, sagte Franz Susset - weshalb es kein Zufall war, dass die Ehrung ausgerechnet im „schönen Tal“ abgehalten wurde. Der Landrat a.D. beschrieb seinen ganz persönlichen „Jakobsweg“ von Wimmental, seinem Geburtsort im Kreis Heilbronn, bis Schöntal, seinem Lieblingsort in Hohenlohe. Als er zum „wichtigsten Teil“ seiner Rede, „nämlich zum Schluss“ kam, rezitierte er einen Spruch, in dem sich für ihn die „höchste Form Hohenloher Schlitzohrigkeit“ ausdrückt: „Ich mechd jo net grad behapte, dass der Hohenlohekreis der schönschte und beschte Landkreis von der ganze Welt isch, aber wenn einer kumme dät und dät sell sooche, I glab, I dät’s em glaabe“.