Rüblinger zeigen: So könnten Windräder aussehen

Kupferzell - Der Wind um die möglichen Windräder südlich von Rüblingen legt sich nicht. Vor der Gemeinderatsitzung am Dienstagabend haben sich rund 30 Personen vor dem Rathaus in Kupferzell versammelt. Angetreten sind sie mit zwei großen Postern.

Von unserer Redakteurin Juliane Renk
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So könnte der Windpark Goggenbach aussehen. Die Fotomontage haben Bürger aus Rüblingen angefertigt.Foto: privat

Kupferzell - Der Wind um die möglichen Windräder südlich von Rüblingen legt sich nicht. Vor der Gemeinderatsitzung am Dienstagabend haben sich rund 30 Personen vor dem Rathaus in Kupferzell versammelt. Angetreten sind sie mit zwei großen Postern. Auf ihnen ist abgebildet, wie der Windpark Goggenbach aussehen könnte. Die Visualisierungen sollen die Größenverhältnisse und Abstände zwischen Windrädern und Häusern verdeutlichen.

"Wir haben uns viel Mühe gegeben, damit alles realistisch ist", sagt der Rüblinger Ortsvorsteher, Jürgen Maurer. An die zehn Stunden haben Privatleute die Fotos bearbeitet. Um die Größenverhältnisse möglichst exakt abzubilden, hat sich der Ersteller an den Strommasten orientiert. "Der Wald hinter den Häusern ist etwa 30 Meter hoch. An der Stelle, wo sich der rote Ring am Windrad befindet, sind es etwa 40 Meter", erklärt Landwirt Roland Stirn aus Rüblingen.

Vorstellung gewinnen

Warum die Rüblinger sich um eine Visualisierung bemüht haben? "Wir haben das gemacht, was die Gemeinde versäumt hat", sagt Stirn und fügt hinzu: "Wir sind Menschen, die sich faire Abstände und Informationen wünschen. Die Visualisierungen sind noch kein Istzustand." "Wir sind hier, damit sich Bürger und Gemeinderäte ein Bild machen können", ergänzt der Rüblinger Jürgen Frey.

Gemeinderat Klaus Kempf (FWV) nutzt die Gelegenheit und schaut sich die Poster an. "Im Vergleich zu den Strommasten wirken die Windräder gewaltig. Die Strommasten verschwinden dagegen fast", sagte Kempf. Er betont, dass die Energiewende nicht gegen den Bürger geführt werden dürfe.

Bürgermeister Joachim Schaaf hingegen sieht sich die Plakate nicht an und sucht auch kein Gespräch mit den Bürgern. "Es wäre eine faire Geste gewesen, wenn er sich das angeschaut hätte", sagt Rüblingens Ortsvorsteher. Die HZ hätte gern erfahren, warum Schaaf die Plakate nicht ansah. Für eine Stellungnahme konnte der Bürgermeister jedoch keine Zeit aufbringen.

Warum die Plakate nicht im Rathaus gezeigt worden sind? Schaaf wollte die Poster vorher dem Ingenieurbüro Mörgenthaler zur Prüfung vorlegen. Nur was er geprüft habe, könne er zur Austellung im Rathaus zulassen. Maurer sagte hingegen, sich darauf einzulassen, war ihm zu heiß. Er befürchtete, dass dies zu lange dauern würde und dass, man irgendetwas zu bemängeln habe, damit die Montagen nicht gezeigt werden könnten.

Rüblinger zeigen: So könnten Windräder aussehen
Die Visualisierung betrachten Albrecht Zimmer (von links), Roland Stirn, Bianka Östreicher , Karl-Heinz Karle, Bernd Breuninger, Fritz Rehm und Dieter Östreicher. Karl-Heinz Karle deutet auf das Poster und erklärt die Details. Der rote Ring an den Windrädern soll sich in einer Höhe von etwa 40 Metern befinden.Foto: Juliane Renk

Gesundheit

Ex-Rüblinger Günter Küstner studierte die Plakate genau. "Ich bin erschüttert von der Höhe und davon, wie das Landschaftsbild verschandelt wird." Auf die Abstände kommt es Rosemarie Zimmer aus Goggenbach an. Auf ihrem Grund sollte ein Windrad gebaut werden. Doch sie und ihr Mann Albrecht haben nicht eingewilligt. "Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Abstand von 1000 Metern zu Wohnhäusern. Geringere Abstände sind für uns nicht tragbar," sagt Zimmer. Thomas Häussler interessiert sich ebenfalls für die Größenverhältnisse der Windräder."Wir haben in Eschental sinngemäß die selben Probleme bezüglich Lärm und Schattenwurf", sagt er.

Gegen Ende August soll das Naturschutzgutachten für den Windpark fertig sein. Das Gutachten vom Gemeindeverwaltungsverband, wie die Flächen bewertet werden, dürfte dann ebenfalls vorliegen.


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