Riesen-Freude über Gersts Höhenflug

Köln/Künzelsau  Der Hohenloher Astronaut Alexander Gerst fliegt wieder ins All und wird als erster Deutscher sogar Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Die Hohenloher fiebern der zweiten Mission ihres idealen Botschafters schon heute entgegen.

 

Alexander Gerst fliegt 2018 zum zweiten Mal ins All. Und er tut dies zum ersten Mal als Kommandant der Raumstation ISS. Das macht die Künzelsauer und Hohenloher mächtig stolz. Einige waren am Mittwoch sogar live vor Ort, als bei der ESA in Köln die frohe Nachricht verkündet wurde. Und einen Elektrobus hatten sie auch dabei, dessen Radnabenantrieb die Firma Ziehl-Abegg entwickelt hat. Damit wurde die Bundeskanzlerin und der ganze Tross über das Gelände des Astronautenzentrums kutschiert, zur Verfügung gestellt von Thomas Metzger, Junior-Chef des gleichnamigen Künzelsauer Reiseunternehmens.

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann war mittendrin. „Wir sind begeistert, dass Alexander Gerst ein zweites Mal zur ISS fliegen und dort experimentieren kann. Wir freuen uns mit ihm und fiebern wieder mit.“ Der Gemeinderat hatte Gerst am 9. Mai 2015 zum Ehrenbürger ernannt, auf den Wertwiesen stieg danach eine große Welcome-Party mit rund 10.000 Besuchern. Die Stadt plant derzeit eine Raumfahrtausstellung, sie wird ab Herbst im Rathaus zu sehen sein. Natürlich steht Gerst dabei im Fokus. „Und natürlich wollen ihn dazu einladen“, sagt Neumann. „Das wird jetzt wohl ein bisschen schwieriger werden.“

Christian von Stetten, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Künzelsau und Mitglied der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, war gestern in Köln ebenfalls dabei. Er sei sich „immer sicher“ gewesen, dass es klappen werde. Bei seinen Abgeordnetenkollegen und der Bundesregierung habe er für eine weitere Mission Gersts geworben. „Das ist heute ein großer Tag für die bemannte Raumfahrt in Deutschland, aber auch für die Region Hohenlohe. Einen besseren Wissenschaftler im All und einen überzeugenderen Hohenloher Botschafter, um junge Leute für Technik zu begeistern, gibt es nicht.“

Dr. Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises, freut sich „außerordentlich“. 2014 habe Gerst im Hohenlohekreis und weit darüber hinaus eine riesige Begeisterungswelle ausgelöst und sei zum Vorbild für viele Menschen geworden. „Ich wünsche ihm schon heute alles Gute und viel Erfolg für seine Mission.“

Party?

„Das ist ja spitze, hervorragend, einwandfrei. Wenn ich ehrlich bin, bin ich schon überrascht, ist überhaupt schon mal jemand zwei Mal hintereinander ins All geflogen?“, fragt sich Hermann Rupp (56) aus Ingelfingen. Im Mai 2015 hat er Alexander Gerst zum ersten Mal getroffen auf der großen Welcome-Party beim Meet & Greet der Hohenloher Zeitung in Künzelsau. „Gersts Sichtweise auf die Erde, die Erklärungen, die wunderbaren Bilder und dass er ein Botschafter für unsere Welt ist und rüberbringt, wie zerbrechlich sie ist“, das bewundert Rupp. Jetzt fragt er sich nur noch: „Was macht Künzelsau und wann gibt es die nächste Gerst-Party?“

Frank „Molle“ Winkler (60) aus Forchtenberg, Sänger der Mundartband Annâweech, kommentiert Alexander Gersts erneuten Weltraumflug und die Übernahme der ISS-Kommandantur mit den Worten: „Das freut mich für Alex. Das hat er sich gewünscht, dass er noch mal fliegen darf. Vermutlich hat die ESA gemerkt, dass man sich auf Hohenloher verlassen kann.“ Nach seiner ersten Mission hatte die Band Alexander Gerst das Lied „Mister cool“ gewidmet.

Der Physiker Dr. Bruno Lindl, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei EBM-Papst in Mulfingen, nennt Gerst einen „Leuchtturm“ für Hightech und Hohenlohe. Gerst verstehe es, die Eigenschaften Neugierde und Entdeckerfreude in einen wissenschaftlichen Zusammenhang zu stellen. Dies seien Eigenschaften, die auch Firmen voranbrächten. Das Mulfinger Unternehmen war bei Gersts erster Mission mit Ventilatoren für die Weltraumanzugkühlung beteiligt.

Gerst besuchte einst das Technische Gymnasium in Öhringen. Bei Geografielehrerin Bärbel Blochmann (59) aus Schöntal drückte der damals 17-Jährige die Schulbank. „Das ist stark. Ich freue mich so für ihn“, sagt sie. „Er kann die Menschen für Naturwissenschaften und Grundlagenforschung begeistern.“ „Ich hab’ es gerade per SMS erfahren. Das ist gigantisch“, sagt Wolfgang Roll (53), Leiter der Gewerblichen Schule Öhringen. „Allerdings hatten wir vergangene Woche Kontakt mit der ESA. Im Kollegenkreis haben wir darüber gesprochen, warum wir so schlecht an ihn rankommen und da hatte mein Kollege den Verdacht, dass er als Kommandant gehandelt wird.“ rei/hed/jur

 

Mehr zu seinen Aktivitäten auf Twitter:

#BlueDot: Alexander Gersts beste Tweets aus dem All

 

 

Der letzte Start im Mai 2014

 

Live-Call September 2014

 

Landung November 2014

 

stimme.tv-Interview

   

 

9000 Besucher begeistert von Alexander Gerst

 

 

Live Call zu Astronaut Alexander Gerst auf der ISS


Kommentar hinzufügen