Regionale Klinik-Holding greifbar nahe

Krankenhäuser der Kreise Hall und Hohenlohe wollen fusionieren und mit Heilbronn kooperieren

Von Uwe Ralf Heer

Eine völlig überraschende Kehrtwende in der Gesundheitsdiskussion der Region. Schließlich hatte es nach den geplatzten Plänen über den Bau einer Regionalklinik von Diak und den Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe viele Scherben gegeben. Doch nach HZ-Informationen kam vom Haller Landrat Gerhard Bauer ein klares Signal, dass man mit dem Hohenlohekreis fusionieren möchte. Sollten die beiden Kreistage den Plänen zustimmen, dann würde die neue Gesellschaft, die Hohenloher-Schwäbisch Haller-Kliniken GmbH (HSH-Kliniken) heißen soll, zum 1. Januar 2007 umgesetzt.

„Es war entscheidend, dass die Haller mit diesem Ansinnen auf uns zugekommen sind. Vorbedingung war aber, dass unsere Kooperationspläne mit Heilbronn nicht davon tangiert werden. Es muss ein Einvernehmen mit den Heilbronnern geben“, erläuterte Landrat Helmut M. Jahn am Freitag auf HZ-Anfrage. Bis Juli soll in jedem Fall die neue Klinik-Holding mit den vier Heilbronner SLK-Kliniken stehen - mit oder ohne die beiden Haller Landkreis-Krankenhäuser Gaildorf und Crailsheim. In einem Gespräch zwischen den Landräten Bauer und Jahn mit Landrat Detlef Piepenburg (Landkreis Heilbronn) und OB Helmut Himmelsbach (Stadt Heilbronn) wurde das weitere Procedere abgesprochen.

„Sollte der Haller Kreistag dies wollen, dann braucht es ein klares politisches Signal. Und vor allem wird am Zeitplan nichts verändert“, macht Jahn deutlich. Bis 15. Juni muss die Zustimmung der Kreistage Hohenlohe und Hall erfolgen, ansonsten geht die Hohenloher Krankenhaus GmbH alleine in die Holding mit den Heilbronnern.

Eine der Bedingungen für die Fusion mit den beiden Haller Kliniken ist für die Hohenloher die Mehrheit von 51 Prozent in der neuen Gesellschaft. Aber auch, dass die beiden Kreise ihre jeweiligen Häuser drei Jahre lang separat abrechnen würden. Sprich: Der Hohenlohekreis käme nicht für Verluste der Haller Krankenhäuser auf. Dies ist entscheidend für die Verantwortlichen in Künzelsau und Öhringen. Schließlich machte die Hohenloher Krankenhaus GmbH in ihrem Krankenhaus-Bereich 2005 einen Gewinn von 400 000 Euro, während die Haller Krankenhäuser zuletzt ein sattes Minus von knapp einer Million Euro eingefahren haben. „Dennoch wäre es aus regionaler Sicht eine gute Lösung, wenn man die Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt der nächsten Jahre betrachtet. Daher hätte so eine Holding mit den vier Partnern aus Heilbronn und Hohenlohe schon Charme“, sagt Jahn.

Selbst das Diakoniekrankenhaus in Hall, das eigentlich die Haller Kreis-Kliniken übernehmen wollte, könnte dieser neuen regionalen Holding später noch beitreten. „Sie ist für weitere Partner offen“, bestätigt Jahn. Klar ist für ihn aber auch: „Wir müssen nicht, aber wenn es eine gemeinsame Chance unter gewissen Vorbedingungen gibt, dann werden wir sie wahrnehmen.“ Und er legt mit blumigen Worten nach: „Wenn die Haller uns freudig die Hand zum Bunde reichen, dann nehmen wir sie an.“

Die wichtigsten Eckdaten einer möglichen HSH-Klinik GmbH:

Die Krankenhäuser in Gaildorf, Crailsheim, Künzelsau und Öhringen bleiben erhalten.

Alle Mitarbeiter werden übernommen und weiterbeschäftigt. Einheitliche Arbeitsbedingungen und Arbeitsrecht in allen Häusern.

Erschließung von Synergien beim Einkauf auf allen Sektoren.

Sitz der Gesellschaft: Öhringen.

Erforderliche Zustimmung durch die Kreistage Hall und Hohenlohe bis 15. Juni. Verschmelzungsbeschluss bis zum 31. Juli.

Der Hohenlohekreis und der Landkreis Schwäbisch Hall werden Gesellschafter der zu gründenden neuen Regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken.


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