Neue Energiepflanze entwickelt sich prächtig

Hohenlohe  Hohenlohe - Die Haller Stadtwerke haben im Mai 2012 einen Pflanzversuch auf zwei Feldern im Hohenlohekreis gestartet. Sie wollen wissen, ob die Durchwachsene Silphie als Energiepflanze den stark in die Kritik geratenen Mais ersetzen könnte. Die ersten Ergebnisse sind positiv.

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Bienen mögen die Blüten der Durchwachsenen Silphie. Neben den Imkern freuen sich die Betreiber von Biogasanlagen über den positiven Pflanzenversuch.

Foto: privat

Hohenlohe - Die Haller Stadtwerke haben im Mai 2012 einen Pflanzversuch auf zwei Feldern im Hohenlohekreis gestartet. Sie wollen wissen, ob die Durchwachsene Silphie als Energiepflanze den stark in die Kritik geratenen Mais ersetzen könnte. Die ersten Ergebnisse sind positiv. Das Gewächs entwickelt sich so gut, dass es die heimische Artenvielfalt unterstützt. Auch der eigentliche Zweck der Staude, künftig als Rohstoff für Biogasanlagen zu dienen, kann voraussichtlich erfüllt werden.

40 000 Setzlinge

2,5 Meter hoch ist die Durchwachsene Silphie im ersten Versuchsjahr geworden. Der Anbau wurde mit der Bioenergieregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber und den Stadtwerken Schwäbisch Hall durchgeführt. Die fachliche Betreuung erfolgte durch das Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises. Im Großversuch wurden auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche bei Hohebuch und einem halben Hektar Feld in Hesselbronn 40 000 Setzlinge aus vier verschiedenen Herkünften gepflanzt.

Finanziert wurden die Schösslinge von den Stadtwerken und in der Nähe von Hohebuch auch auf den dortigen Flächen des Energieversorgers angepflanzt. Wie nach Lehrbuch haben die Stecklinge im Frühjahr eine 50 Zentimeter breite Bodenrosette ausgebildet, sind eindrucksvoll in die Höhe gewachsen und kräftig aufgeblüht.

"Bislang sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagt Kerstin Stolzenburg vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg, das den Großversuch auswertet. Die Trockenmasseerträge sowie die Methanausbeute würden zwar noch nicht die Werte von Mais erreichen, könnten aber schon bald konkurrenzfähig werden. "Der Mais hat zwar einen Praxisvorsprung", sagt Stolzenburg. Dieser könnte mit der Zeit aber eingeholt werden. "Wenn wir im Bereich Züchtung, Düngung, Optimierung der Bestandsdichte und Erntezeitpunkte mehr Erfahrungen sammeln, können wir auch ähnliche Erträge erreichen."

Kostengünstiger

Sobald entsprechendes Saatgut zur Verfügung steht, sind die bisherigen Nachteile bei der Pflanzung gegenüber Mais weg. Die Silphie kann zehn Jahre lang geerntet werden und wird nur mit den Gärresten aus der Biogasanlage gedüngt. Für die Landwirte sind diese Felder dann kostengünstiger zu bewirtschaften. Für die Aussaat, die Düngung und die Ernte können die vorhandenen Gerätschaften verwendet werden.

Als Blütenpflanze hat die Silphie ihren Mitstreiter schon jetzt hinter sich gelassen. Die Anbauflächen stehen in gelber Pracht. Auch die Bienen haben dieses Paradies für sich entdeckt und nutzen das zusätzliche Nahrungsangebot. Die Imker sind froh um die Blüten im Hochsommer, in dem sonst nicht so viel blüht, sagt Dr. Wolfgang Eißen, Chef des Landwirtschaftsamts in Öhringen.


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