Mediensucht bei Kindern: Hirnforscher Spitzer spricht in Künzelsau

Künzelsau  Der Ulmer Gehirnforscher Manfred Spitzer referierte in Künzelsau über die Auswirkungen der Nutzung von digitalen Geräten bei Kindern.

Der Gehirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer bei seinem Vortrag in der Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau.

„Professoren dürfen und müssen unbequem sein“, erklärt der Ulmer Gehirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer in seinem Hohenloher Publikum in der Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau-Taläcker. Spätestens seit seinem Sachbuch „Digitale Demenz“ hat der Neurowissenschaftler eine Diskussion um die Verwendung von Computern und ähnlichen Geräten an Kindergärten, Schulen und Universitäten angestoßen.

In Künzelsau macht er unmissverständlich klar: Was bei Erwachsenen sinnvoll ist, muss es bei Kindern nicht sein. In jungen Jahren, wenn die Aufnahmebereitschaft des Gehirns am größten ist, wirkten sich die Nutzung digitaler Medien eher negativ aus, so Spitzers Credo. Nur reales Basteln und Malen, als Begreifen der Welt im wortwörtlichen Sinn, erzeuge neue Synapsen, das heißt weitere kreative Verbindungen zwischen den rund 100 Milliarden Nervenzellen im menschlichen Gehirn. 

Für die stundenlange tägliche Nutzung digitaler Medien durch Kinder hat er nur einen Kommentar: „Horror.“ 

Spitzers Theorie ist in der Vergangenheit auch auf Kritik gestoßen. Ein Autor von sueddeutsche.de warf ihm Populismus und Einseitigkeit vor.


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