Harald Ebner zieht für Grüne in die Bundestagswahl

Untermünkheim - Erika Bauer schien mit der Wahl sehr zufrieden zu sein. Die Grünen-Kreisvorsitzende aus Öhringen fiel ihrem Parteifreund Harald Ebner richtig um den Hals, als der Kirchberger mit 96 Prozent der Stimmen zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe gewählt worden war.

Von Hagen Stegmüller
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Erika Bauer herzt Harald Ebner, nachdem der 44-Jährige fast einstimmig zum Grünen-Direktkandidaten für die Bundestagswahl bestimmt worden ist.Foto: Stegmüller

Untermünkheim - Erika Bauer schien mit der Wahl sehr zufrieden zu sein. Die Grünen-Kreisvorsitzende aus Öhringen fiel ihrem Parteifreund Harald Ebner richtig um den Hals, als der Kirchberger mit 96 Prozent der Stimmen zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe gewählt worden war. 27 von 28 Grünen-Mitgliedern hatten dem Vorsitzenden des Kreisverbands Hall in der Gaststätte „Fachwerk“ in Kupfer ihre Stimme gegeben. Ein Gegenkandidat war nicht angetreten.

Bis zur Bundestagswahl im September 2009 hat Ebner noch Zeit, die Wähler von seinen Positionen zu überzeugen. Auf der Nominierungsversammlung ließ er keinen Zweifel daran, dass er längere Laufzeiten für Kernkraftwerke ablehnt. „Atomenergie ist lebensgefährlich, teuer und produziert hochgefährlichen Müll, den niemand entsorgen kann“, sagte er.

Laut Ebner sind die Grünen die einzige Partei, die sich für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit unter den Generationen einsetzt. Um dem Klimawandel zu begegnen, müsse man auf lange Sicht auch Kohlekraftwerke in Frage stellen. Schon heute sei es möglich, 30 bis 50 Prozent des Energieverbrauchs durch Kraft-Wärme-Kopplung zu decken. Künftig werde es verstärkt darauf ankommen, Energie auf „intelligente“ Art zu produzieren.

Zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ist es für Ebner unerlässlich, den „erschreckend hohen Flächenverbrauch“ einzudämmen. „Alle wollen es, aber keiner tut etwas dafür“, betonte der Agraringenieur. Es sei notwendiger denn je, wirtschaftliches Wachstum vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln. Gentechnik in der Landwirtschaft lehnt er ab.

Neben der Ökologie wollen die Grünen die soziale Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren. „Wir müssen uns für Chancengleichheit einsetzen, Armutsgefahren eindämmen und für Steuergerechtigkeit sorgen“, sagte Ebner. Der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger solle angehoben werden, um „Härten“ zu vermeiden. Im Übrigen sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf „eine der sozialen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft“.

Ebner kündigte an, dass sich um einen Platz auf der Grünen-Landesliste bewerben werde. Er gebe sich aber keinen Illusionen hin, denn das Gedränge um die guten Plätze sei groß. Den Bundestagsabgeordneten Ebner wird es seiner eigenen Einschätzung nach nicht geben. Bei der Wahl im September 2004 erreichten die Grünen im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe 9,2 Prozent der Zweit- und 7,1 Prozent der Erststimmen. Direktkandidat war Marcus Wewer, der nicht mehr in Hohenlohe wohnt.


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