Gewappnet sein, wenn eine radioaktive Wolke droht

Hohenlohe  Fiktiver Störfall im Kernkraftwerk Neckarwestheim: Verteilung von Jodtabletten an Bevölkerung steht im Mittelpunkt bei Katastrophenschutzübung in den Landkreisen Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Ostalb.

Von Bettina Hachenberg

Gewappnet sein, wenn eine radioaktive Wolke droht

Die Kultura in Öhringen war einer der Orte wo die direkte Ausgabe der Tabletten an die Bevölkerung geübt wurde. Die Verteilung ab der Feuerwache wird in der Großen Kreisstadt von Mitarbeitern der Stadt übernommen.

Fotos; Bettina Hachenberg

 

Am Ende waren alle Beteiligten zufrieden mit dem Verlauf. In einer gemeinsamen Katastrophenschutzübung des Regierungspräsidiums Stuttgart mit den Landkreisen Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Ostalb wurde am Samstag erstmals die Logistik für die Verteilung von Kaliumjodidtabletten an die Bevölkerung in der sogenannten Fernzone (25 bis 100 Kilometer) um das Kernkraftwerk Neckarwestheim geübt.

Dort wurde ein fiktiver schwerer Störfall nach einem Erdbeben angenommen, durch den eine radioaktive Wolke Richtung Osten zog. Insgesamt 350 ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige mit 110 Fahrzeugen waren an der Vollübung beteiligt. Rund 265 000 Tabletten müssten im Ernstfall in der Bevölkerung an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und an Schwangere zu ihrem Schutz verteilt werden.

Geübt wurde die Organisation nach der Abholung der Tabletten durch das Technische Hilfswerk im Zentrallager des Bundes bei Karlsruhe und dem Transport zu den jeweiligen zentralen Hauptanlieferungspunkten in den drei Landkreisen. Von dort wurden die Pakete mit den Tabletten in die jeweiligen Gemeinden gebracht und in einigen ausgewählten Ausgabestellen an die schon wartenden Menschen (Statisten) verteilt. Im Katastrophenfall liegt die Gesamtkoordination der Schutzmaßnahmen beim Regierungspräsidium, die Ausführung übernehmen eigenverantwortlich die Landkreise und die Gemeinden.

Gewappnet sein, wenn eine radioaktive Wolke droht

Zunächst werden die Pakete in der Feuerwache sortiert, bevor sie von den vom Feuerwehr-Führungsstab alarmierten Wehren im Hohenlohekreis Kreis abgeholt werden.

 

Gummibärchen statt Jodtabletten

Im Hohenlohekreis war die Feuerwache in Öhringen der zentrale Annahmepunkt für die Jodtabletten. Um 9 Uhr wurden die Feuerwehren von 15 Gemeinden im Kreis von der Einsatzstelle des Führungsstabes in der Feuerwache alarmiert, die dann in Mannschaftstransportwagen die Pakete abholten und zu den lokalen Anlieferungspunkten und Ausgabestellen in den einzelnen Gemeinden transportierten.

Die Auslieferung der Tabletten in Öhringen übernahmen das Ordnungsamt und der Baubetriebshof. In der Kultura in Öhringen und in der Mehrzweckhalle in Waldbach wurden die Tabletten, die bei der Übung durch Gummibärchen ersetzt wurden, an Statisten verteilt. An diesen beiden Ausgabestellen wollte man sehen, wie lange die direkte Verteilung an die Menschen dauert. Alle Zeitabläufe wurden genau festgehalten.

Abschlussbesprechung

Landrat Dr. Matthias Neth, Erster Landesbeamter Gotthard Wirth und Kreisbrandmeister Günther Uhlmann verfolgten im Hohenlohekreis den Ablauf. Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider begleitete die Übung im Landkreis Schwäbisch Hall. Sein Fazit bei der gemeinsamen Abschlussbesprechung in der Arena in Ilshofen: "Die Jodprophylaxe in der Fernzone von 25 bis 100 Kilometer des GKN hat reibungslos geklappt."

Der Vollübung in den drei Landkreisen war am Donnerstag und Freitag eine Stabsrahmenübung in Stuttgart vorausgegangen. Dabei wurden verwaltungsintern die Alarmierungs- und Arbeitsabläufe der Krisenorganisation geübt.